Aachen - Und dann patzt Ludger Beerbaum: Silber für Springreiter

Und dann patzt Ludger Beerbaum: Silber für Springreiter

Von: rau
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Ein Fehler zu viel: Ludger Beerbaum und Chiara, Silbermedaillen-Gewinner mit der Mannschaft. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Der Weltmeister ist auch der neue Europameister: Die Niederlande, als Top-Favorit zur EM angereist, triumphierte am Freitag im Mannschaftsspringen und holte mit 8,82 Punkten Gold. „Wir haben Silber gewonnen“, freuten sich die deutschen Springreiter, die mit 12,4 Gold nur um einen Abwurf verpassten.

Bronze ging an die Schweiz (18,23), die sich auch ohne Olympiasieger Steve Guerdat mit einer unglaublichen Aufholjagd nach vorne gearbeitet hatten und wie die Briten auf Platz 4 das Olympia-Ticket sicherten.

Parcourschef Frank Rothenberger hatte eine „Schippe“ draufgelegt, der zweite Umlauf – über einen anderen Kurs als am Donnerstag – hatte deutlich mehr Klippen. Den Reigen der deutschen Reiter eröffnete erneut Meredith Michaels Beerbaum (Thedinghausen), deren Schimmel beeindruckend sprang. „Es war ein sehr schwieriger Parcours. Ich habe Fibonacci aber vertraut, und er hat das sehr gut gemacht“, strahlte die Amazone, die nach ihrem Fehler am Wassergraben in Runde eins diesmal eine weiße Weste behielt. „In der ersten Runde bin ich nicht gut geritten. Das hatte ich aber abgehakt, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Heute bin ich viel konzentrierter geritten. Ohne eine Nullrunde zum Auftakt wäre es wohl schwer für uns geworden“, sagte Michaels-Beerbaum.

Von da an marschierten die drei nach Runde eins führenden Teams im Gleichschritt: Christian Ahlmann (Marl) und Taloubet ließen die Zuschauer ebenso jubeln, doch auch die Niederländer Jeroen Dubbeldam und Maikel van der Vleuten leisteten sich keinen Abwurf. Da schien aus dem Dreikampf bereits ein Zweikampf geworden zu sein, denn die Franzosen Pénélope Leprevost, bis dahin auch in der Einzelwertung führend, und Simon Delestre patzten je einmal. „Nach so einem Ritt steigt die Zufriedenheit ein ganzes Stück“, strahlte Christian Ahlmann nach seiner Nullrunde. „Taloubet ist vom ersten bis zum letzten Sprung gut gegangen, diesmal haben wir uns keine Unsicherheit geleistet.“

Ein vielstimmiger Aufschrei begleitete Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und Chiara durch die Kombination: Ausgerechnet am Deutschland-Hindernis fiel die die Stange, am mittleren der drei Sprünge. „Ich hatte mich extrem auf das gewellte Hindernis vor der Dreifachen fokussiert, und bin deshalb ein bisschen zu locker in die Dreifache geritten“, ärgerte sich Beerbaum.

Dramatisches Finish

War es das schon? Als Jur Vrieling auf Zirocco Blue eine makellose Runde zeigte, jubelten die Niederländer schon über Gold. Verfrüht – denn die Uhr stoppte nicht früh genug, ein Strafpunkt kam auf das Konto der Niederländer. Es blieb alles offen. Während Jerome Hurel mit neun Punkten die nach Runde eins noch führenden Franzosen endgültig aus dem Kampf um die Medaillen warf, bahnte sich ein dramatisches Finish der Schlussreiter von Deutschland und den Niederlanden an.

Der Druck lag auf den schmalen Schultern von Daniel Deußer (Wolvertem/Belgien) – er musste mit Cornet d‘Amour fehlerlos bleiben, damit die Chance auf Gold gewahrt blieb. Gleichzeitig wusste er aber, dass Silber sicher war. Der 34-Jährige zeigte eine souveräne Runde – und dann erwischte es ihn doch noch – ein Abwurf und Silber für das deutsche Team.

Damit war die Entscheidung gefallen – drei Mal Null ist und bleibt Null. Gerco Schröder und Cognac Champblanc ritten als neue Europameister in die Bahn, mussten das Ergebnis nicht mehr verbessern. Aber das tat er auch nicht, 14 Punkte kamen auf sein Konto – und so mehr tat der Abwurf von Deußer am Ende weh...

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