Türkisches Springreiterteam: EM steigert Lust auf mehr Aachen

Von: rau
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Gut gelaunt bei der Aachen-Premiere: die türkische Springreiter-Equipe mit Omer Karaevli (von links), Derin Demirsoy, Equipechef Can Sencer und Cagri Basel. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Am Freitag verfolgten sie die zweite Runde des Nationenpreises von der Tribüne aus, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat: Platz 16 und 47,9 Punkte – ohne ein Streichergebnis – für die Türkei.

„Unsere drei Reiter haben sich gut präsentiert, im Zeitspringen zum Auftakt ist es vielleicht etwas unglücklich gelaufen“, war Equipechef Can Sencer zufrieden mit seinem Team trotz des vorzeitigen Aus. Zumal Omer Karaevli und Derin Demirsoy sich mit fehlerfreien Runden und Platz sechs bzw. 15 im STAWAG-Preis für den heutigen Preis der AachenMünchner qualifiziert haben.

„Aachen ist immer etwas Besonderes, und Meisterschaften in Aachen sind ganz besonders.“ Ein wenig Wehmut klingt aus Sencers Worten, denn der 43-Jährige aus Istanbul ist ebenfalls noch international aktiv. „Aber ich habe mein bestes Pferd verkauft. Da wir nicht so viele Pferde für das Top-Niveau haben, sind wir nur mit drei Reitern angereist.“

Am besten schlug sich das „Nesthäkchen“ im Team, der erst 21-jährige Derin Demirsoy, mit 12,47 Punkten nach zwei Runden auf Platz 50. 2011 holte er bei der EM der Jungen Reiter im portugiesischen Comporta Silber – und war der erste türkische Reiter, der bei einem internationalen Championat aufs Treppchen kletterte. „Ich habe schon mit drei Jahren auf Ponys geritten, habe ab zwölf erste Turniere geritten“, berichtet der gebürtige Istanbuler, der bei Bert Romp und Jos Lansink in den Niederlanden bzw. Belgien trainierte.

Seit 2012 coacht ihn der in Belgien stationierte Niederländer Henk Nooren. Doch Demirsoy, dem am Donnerstag auf Harry nur ein Abwurf unterlief, konzentriert sich nicht nur aufs Reiten. „Das Studium ist sehr wichtig“, sagt der 21-Jährige, aktuell auf Platz 132 der Weltrangliste, bestimmt. Im Juli graduierte er an der Uni Maastricht in Wirtschaftswissenschaften und Finanzmanagement. Der Master soll 2016 folgen.

Den Studienabschluss hat Cagri Basel bereits in der Tasche, an der Istanbuler Sabanci-Universität machte er seinen Abschluss als Ingenieur, „und nun konzentriere ich mich erst einmal aufs Reiten und Züchten“, erzählt der smarte 27-Jährige, der ebenfalls schon seit Kindesbeinen reitet und in Istanbul lebt und trainiert. „Chaccomo ist gut gesprungen, aber da ich in diesem Jahr noch nicht so viel mit ihm getan habe, sind uns aber einige Fehler unterlaufen.“ Schon 2010 gehörte Basel bei den Weltreiterspielen in Kentucky zum türkischen Team („Da war ich auf Platz 50“), die WM in Caen 2014 verpasste er. „Chaccomo war da erst neun und hatte noch nicht so viel Erfahrung“, so Basel, der nach Aachen nun erst einmal eine sportliche Pause einlegen will.

Die Olympia-Qualifikation für Rio 2016 haben die Türken verpasst, die schnappte sich in dieser Gruppe die Ukraine. Doch Omer Karaevli führt die individuelle Wertung an, darf auf ein persönliches Ticket hoffen. „Das wäre ein Traum“, wünscht sich der 37-Jährige, der niederländisch und „deutsch, aber mit niederländischem Akzent“ spricht. Seit 1992 lebt und reitet der Mann aus Ankara, der mit einer Niederländerin verheiratet ist, in den Niederlanden, trainierte bei Henk van der Pol und machte sich 2002 in Swolgen selbstständig.

„In den ersten Jahren habe ich fast nur junge Pferde ausgebildet, doch in den letzten drei, vier Jahren habe ich einen Sponsor, der mir den Sport ermöglicht.“ Vor zwei Jahren hatte Karaevli auf seinem EM-Pferd Dadjak Ter Puttenen den Großen Preis beim „Eschweiler Jumping-Festival“ gewonnen. Für ihn wie für die Teamkollegen ist die EM die Aachen-Premiere – die hat Lust auf mehr gemacht: „Wir wollen so gut reiten, dass wir künftig wiederkommen dürfen.“

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