Totilas spaltet die Richter und das Publikum

Totilas spaltet die Richter und das Publikum

Von: rau
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Kein Gold in der Hand: Matthias Alexander Rath und Totilas konnten den Traum vom Titel nicht erfüllen. Foto: Uwe Anspach

Es wurde heiß im Stadion, und das lag nicht nur an der unbarmherzigen Sonne, die sich noch einmal austobte. Noch folgten zwar 17 Reiter, standen noch drei Stunden in diesem Marathonwettbewerb aus, doch alle wussten, dass die Vorentscheidung im Kampf um Team-Gold bevorstand. Gebannt schauten alle zum Eingang – und dann kam er ins Viereck: Totilas.

Immer noch elektrisiert der 15-Jährige wie kein anderes Pferd die Zuschauer. Der Ritt von Matthias Alexander Rath (Kronberg) würde der Fingerzeig sein, ob die Titelverteidigung bei der Heim-EM gelingen könnte. 150,100 Punkte hatten tags zuvor in Teil eins des Grand Prix, der Mannschaftswertung, Jessica von Bredow-Werndl (Tuntenhausen; 75,2) auf Unee BB und Isabell Werth (Rheinberg, 74,9) auf Don Johnson vorgelegt und damit das deutsche Dressurteam vor den Niederlanden (148,214) und Großbritannien (145,743) in Führung gebracht.

Zwischenzeitlich hatte Hans Peter Minderhoud (77,586) die Niederlande an die Spitze geführt. Für über 80 Prozent ist Totilas gut, so auch bei seinem Comeback im Juli in Hagen. Doch Raths Ritt hinterließ einen schalen Beigeschmack, im Trab ging der Hengst hinten deutlich ungleich. Doch er rettete sich mit Mühe in den Galopp, der das kaschierte, in dem es aber wieder Fehler in den Einerwechseln gab.

Dem tosenden Beifall des Publikums folgte die Empörung: 75,971 Prozent insgesamt, wobei die Richter aus Dänemark und Großbritannien Rath und Totilas bei utopischen 80,1 Prozent gesehen hatten. 71,6 gab es aus Frankreich, 72,9 von der deutschen Richterin Katrina Wuest.

„Im Großen und Ganzen war ich mit dem Ritt zufrieden. Es geht immer besser, aber die 72 Prozent kann ich nicht verstehen. Die Leute um mich herum sind keine Amateure, und sie haben gesagt, dass alle sehr zufrieden sind“, sah Rath keinen Anlass, seinen Ritt zu hinterfragen.

19 Uhr, und die Abendsonne strahlte: Unten im Viereck tanzte Valegro unter Charlotte Dujardin – und diesmal waren sich die Richter einiger: Mit 83,029 Prozentpunkten setzte sie sich trotz einiger Fehler an die Spitze, doch für das britische Team (234,229) reichte es nicht. Denn Edward Gal (82,229) hatte auf Undercover seine ganze Klasse ausgespielt und mit einem tollen Ritt die Niederländer an die Spitze geführt (235,629).

19.30 Uhr, die Temperatur war auf dem Siedepunkt, Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) hatte es als letzte Starterin in der Hand. Ob sie beim Einreiten wusste, dass sie nahe an 84 Prozentpunkte kommen musste? Sie fightete mit Desperados, begann überragend, lag zwischenzeitlich bei 84 Prozent. Doch Schwächen in den Piaffen, ein Fehler im Zickzack warfen sie zurück: 79,986 – aus der Traum vom Gold! Hinter den Niederlanden und Großbritannien gab es nur Bronze für Titelverteidiger Deutschland (231,157).

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