Tina Künstner-Mantl: Das Kribbeln ist immer noch da

Von: luk
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Erfolgreiche Premiere in Aachen: Die österreichische Reinerin Tina Künstner-Mantl ist bei der Qualifikation für das Einzel-Finale mit ihrem Pferd Nu Chexomatic auf den achten Platz geritten. Foto: Wolfgang Birkenstock

Tina Künstner-Mantl ist aufgeregt, sehr sogar, und das gibt die Reinerin auch offen zu. „Natürlich bin ich nervös“, sagt sie, „das hier ist schließlich eine Europameisterschaft.“ Und wenn man bei so einem Turnier nicht aufgeregt sein dürfe, wo denn dann?

„Ich hoffe, das klappt alles“, sagt Künstner-Mantl. Sie lächelt dann, nicht selbstsicher; es ist wirklich ein nervöses Lächeln, eines, mit dem sie sich vor der ersten Qualifikation für das Einzelfinale am morgigen Sonntag selbst Mut macht.

Künstner-Mantl, 46, ist das erste Mal in Aachen, aber es ist jetzt nicht so, dass sie zum ersten Mal bei einem großen Turnier startet. Die Österreicherin hat bei der EM 2005 Bronze geholt, und auch mit der Mannschaft hat es bei diesem Turnier für Platz 3 gereicht. Dazu kommen die Bronzemedaillen im Team bei der EM 2013 und der WM 2014. Sie ist erfolgreich, sie ist erfahren, und trotzdem sorgen diese internationalen Championate bei Künstner-Mantl immer noch für dieses Kribbeln. Und das hat ziemlich sicher damit zu tun, dass sie keine Profi-Sportlerin ist.

„Da bin ich tatsächlich eine der wenigen“, sagt sie. Auch im Reining konzentrieren sich die meisten Sportler mittlerweile einzig und allein auf das Reiten, im Springen und in der Dressur gilt das sowieso. Künstner-Mantl betreibt mit ihrem Mann Klaus ein Hotel in Leermoos in Tirol, das fordert Zeit. Natürlich nimmt aber auch die Arbeit mit den Reining-Pferden einen großen Teil ihres Tages ein. Nur von einem Hobby zu sprechen, das wäre vielleicht ein bisschen wenig. Gleich gegenüber vom Hotel liegt die Ranch der Familie, dort trainiert Künstner-Mantl, „drei, vier Pferde“ reite sie am Tag, alle rund eine Stunde lang. Profis sitzen da mal gerne die doppelte Zeit am Tag im Sattel. Die Familie züchtet seit 1997 Pferde. „Wir machen das sehr gerne“, sagt die Reinerin. „Und wir machen das ohne Druck.“

Ohne Druck – so ist Künstner-Mantl auch in die EM gegangen. Mit der Mannschaft kann sie dieses Jahr keine Medaille holen, was daran liegt, dass die Österreicher für das Championat kein Team zusammenbekommen haben. Künstner-Mantl und ihr junger Kollege Klaus Lechner, 23, sind als Einzelreiter in der Soers unterwegs. „Es ist sehr schade, dass das mit der Mannschaft nicht geklappt hat“, sagt die Reinerin. Ändern lasse sich das aber nun einmal nicht.

Und so hat sich Künstner-Mantl zum Ziel gesetzt, ins Einzelfinale zu kommen, und das hat auch schon geklappt. In der ersten Qualifkation ist sie am Freitag mit Nu Chexomatic auf Platz 8 geritten – und wird beim Finale am Sonntag dabei sein. Der Rest, der sei nun Zugabe, sagt Künstner-Mantl. Ein bisschen Nervosität wird aber sicher dabei sein.

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