Aachen - Reit-EM wartet mit zahlreichen Superlativen auf

Reit-EM wartet mit zahlreichen Superlativen auf

Von: Helga Raue
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Hat keinen Grund, skeptisch zu schauen: Frank Kemperman, ALRV-Vorstandsvorsitzender und Turnierchef der EM, ist trotz seines Gesichtsausdrucks voller Vorfreude. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist eine Premiere und wird vermutlich ein einmaliges Event bleiben: Erstmals finden die Europameisterschaften in fünf Pferdesport-Disziplinen an einem Ort statt. Und ohne falsche Bescheidenheit dürfen die Aachener sagen: Wenn nicht hier, wo sonst?

Nach den erfolgreichen Weltreiterspielen 2006 in Aachen setzt der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) einen neuen Meilenstein. Vom 11. bis 23. August treffen sich die Dressur- und Springreiter, Fahrer, Voltigierer und Reiner (Westernreiter) in der Soers und suchen ihre Meister.

106 Stunden Sport

Alleine die nackten Zahlen sprechen für sich: Fünf EM-Disziplinen plus als sechste Nicht-EM-Disziplin die Vielseitigkeit, in der der Nationenpreis entschieden wird. 475 Sportler, davon 409 EM-Teilnehmer, 30 Nationen, 1654 Pferde insgesamt, davon 920 alleine in den Schaubildern. 106 Stunden Sport werden in der Soers geboten: 30 Stunden Springen, je 20 Dressur und Voltigieren, 14 Fahren, zwölf Reining sowie zehn Vielseitigkeit.

Insgesamt 30 Stunden lang übertragen ARD, ZDF und WDR – und das nicht nur in Europa: „Usain Bolt übergibt den Springreitern quasi den Staffelstab“, verdeutlicht Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier-GmbH (ART). Gleich nach dem Finale über 100 Meter bei der Leichtathletik-WM in Peking schaltet das ZDF am 23. August zum Finale der Springreiter in Aachen.

Das wird der Schlussstrich unter zwölf Turniertage mit Spitzensport sein. Schon der Auftakt elektrisiert die Reitsportfans. Valegro, Totilas, Desperados, oder gibt es eine Überraschung? Schon im Grand Prix, der Mannschaftsentscheidung, gibt es Fingerzeige auf die Einzel-Favoriten am Samstag und Sonntag. Das deutsche Dressurteam will den Titel – übrigens im Hauptstadion – ebenso verteidigen wie die Reiner am Freitag. Auch im Einzel könnte sich Reining-Bundestrainer Nico Hörmann am Sonntag gleich drei Medaillen vorstellen.

Auch wenn es keine EM-Disziplin ist – um die Medaillen wird Mitte September in Großbritannien geritten – dürfte vor allem der Geländeritt der Vielseitigkeitsreiter die Fans am Freitag auf die Strecke in der Soers locken.

Nur sportlich ist der Montag, 17. August, ein Ruhetag. „Logistisch ist das eine Herausforderung“, sagt Turnierchef Frank Kemperman.

Tag des großen Wechsels

Die einen Pferde reisen ab, die anderen stehen schon vor den Toren. Und im temporär überdachten Deutsche-Bank-Stadion muss der Boden ausgetauscht werden, für ihre Stops benötigen die Westernreiter einen anderen Sand als die auf sie folgenden Voltigierer.

Mit dem Zeitspringen am Mittwoch, 19. August, wird es für die Springreiter ernst. Teamgold gibt es nach den beiden Umläufen im Nationenpreis am Donnerstag und Freitag, 20./21. August. Neben Weltmeister Niederlande gehört auch Belgien, das 2014 in Aachen den Nationenpreis gewann, zu den Favoriten. Silber hinter den Briten gab es für die deutschen Springreiter, die 2015 noch keinen Nationenpreis gewonnen haben. Um Einzel-Gold kämpfen die besten 25 Springreiter zum Abschluss der EM (23. August).

Tags zuvor sind beim Gespannfahren die Entscheidung bereits klar. „Hier wurde das Aachen-Modell übernommen“, freut sich Kemperman über die zusätzliche Spannung, denn wie beim CHIO fallen die Entscheidungen in der Team- und Einzelwertung nach der spektakulären Marathonfahrt der Vierspänner, und nicht wie sonst üblich nach dem Kegelfahren.

Erstmals nach acht Jahren hatten die deutschen Gespannfahrer vergangene Woche in Riesenbeck wieder einen Nationenpreis gewonnen. 2013 gab es Team-Silber hinter Top-Favorit Niederlande, zugleich Weltmeister, und vor den Ungarn.

Als Titelverteidiger kommen die Voltigierer aus Neuss-Grimlinghausen, die in Aachen fast ein Heimspiel haben. 2006 wurden sie an gleicher Stelle Weltmeister – ein gutes Omen? Von Donnerstag bis Sonntag, 20. bis 23. August, wird im Deutsche-Bank-Stadion auf den Pferden geturnt, mit der Teamentscheidung als Höhepunkt.

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