Reining-Bundestrainer erhofft sich Doppel-Gold

Von: rau
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Führt die deutschen Reiner an: Team-Europameister Grischa Ludwig, hier auf Hot Smokin Chex im Spin. Foto: sport/Julia Rau
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Hat keinen Grund, so skeptisch zu schauen: Bundestrainer Nico Hörmann. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Nur einmal, bei den Weltreiterspielen 2006, gaben die Reiner bisher ein Gastspiel in Aachen. Bei der EM gibt es von Freitag bis Sonntag ein Wiedersehen. Und sogleich werden Erinnerungen wach, an einen lautstarken Wettbewerb, in dem das begeisterte Publikum enthusiastisch die Ritte bejubelte.

„Den Tinnitus merke ich noch heute“, scherzt Nico Hörmann. 2006 war er bei der WM in Aachen am Start, wurde Vierter mit dem Team und Neunter im Einzel. Seit März 2015 ist der erst 36-Jährige nun ReiningBundestrainer und somit für das deutsche Team verantwortlich.

Reining – das ist die Dressur der Westernreiter. Seit den Weltreiterspielen 2002 in Jerez de la Frontera gehört Reining zum Programm der FEI-Championate. Die anderen Disziplinen, wie beispielsweise die beim Publikum beliebten Rinderklassen, suchen im Rahmen gesonderter Championate, auch unterteilt nach Pferderassen wie Quarter Horses und Paints, ihre Titelträger. Grundsätzlich kann man zwar mit jedem Pferd Reining reiten, doch die Quarter Horses, mit über fünf Millionen eingetragenen Pferden die zahlenmäßig stärkste Pferderasse der Welt, sind mit ihrem kompakten Körperbau mit gut bemuskelter Hinterhand besonders geeignet. Der Name leitet sich von den im 18. Jahrhundert beliebten Viertelmeilen-Rennen (Quarter of a mile) ab. Auf die kurze Distanz sind die Quarter Horses die schnellsten Pferde überhaupt.

Smarty Diamond ist solch ein Quarter Horse. Der achtjährige Hengst sorgte unter Stephan Rohde (Kamp-Lintfort) für Furore. Der 28-jährige Reiter ist wie Elias Ernst (30, Windeck) ein Newcomer im deutschen Team, zu dem auch Grischa Ludwig (41, Bitz) und Volker Schmitt (Parkstein), die 2013 bereits im EM- und 2014 im WM-Team ritten, gehören. Als Einzelreiter starten Oliver Stein (Rhede) und Verena Klein (Bünde). Die deutschen Reiner kommen als Titelverteidiger nach Aachen – und wollen erneut Gold. „Wir wollen den Titel verteidigen, das ist auch realistisch“, sagt Hörmann, der seine Reiter in der Einzelwertung am liebsten auf den Plätzen eins bis sechs sehen würde. „Aber die Reihenfolge dürfen sie unter sich ausmachen“, scherzt der Bundestrainer. „Im Ernst: Ich traue jedem meiner Reiter zu, in Aachen Europameister zu werden.“

Im Kampf um die Teammedaillen, die am Freitag im temporär überdachten Deutsche-Bank-Stadion vergeben werden, dürften die Italiener die stärkste Konkurrenz sein. Der WM-Dritte Österreich, sonst immer für einen vorderen Platz gut, tritt nur mit zwei Einzelreitern an. Gar nicht am Start ist dagegen Vize-Weltmeister Belgien, der bei der EM sicher zu den Top-Favoriten gehört hätte: „Der Verband konnte die erforderliche Qualifikation für die EM nicht vorweisen“, erläutert Birgit Rosenberg, Abteilung Sport bei Ausrichter ALRV, den überraschenden Ausfall des Top-Teams.

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