Parcours: Wohldosierter Wassereinsatz

Von: chc
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Darf ich vorstellen? Frank Rothenberger präsentiert einen seiner Parcours. Foto: Michael von Fisenne

Mit dem Wasser ist es so eine Sache, ist es nicht da, fehlt etwas im Parcours. Aber zu viel Wasser ist auch nicht gut, es ist eine Gratwanderung und für Frank Rothenberger ist es eine von vielen.

Rothenberger, 57, ist Parcourschef bei der Reit-EM und am Vortag des Springens um den Europameistertitel bespricht er mit seinen Kollegen in einem überfüllten Büro, welches Sponsorenhindernis an welcher Stelle stehen wird, Feintuning. Aber jetzt macht Rothenberger eine kurze Pause. Er sitzt auf der Tribüne, im Hauptstadion ermitteln gerade die Gespannfahrer ihren Europameister und hier kommt dann das Wasser ins Spiel.

Zum Parcours der Fahrer gehört eine Fontäne und deren Strahlen werden vom Wind verweht. Der Boden wird nasser als er sollte. „Muss ich im Auge behalten“, sagt Rothenberger, dann tippt er schnell eine Nachricht in sein Smartphone.

Auf den Graben verzichtet

Zu viel Wasser soll es auch heute im Springen nicht sein. Deshalb hat Rothenberger darauf verzichtet, einen entsprechenden Graben einzubauen, zumindest im zweiten Umlauf. „Die Pferde, die es bis dort geschafft haben, sind dann schon drei Mal übers Wasser gesprungen. Das ist genug.“ Der Parcourschef möchte verhindern, dass sie den Respekt vor diesem Hindernis verlieren.

Im zweiten Umlauf gibt es keinen Wassergraben und eine dreifache Kombination. Insgesamt wird er zehn Hindernissen bestehen. Im ersten Umlauf sind es 13 Hindernisse, darunter ein großer Wassergraben, eine zweifache und eine dreifache Kombination.

„Hoch und breit“ nennt Rothenberger das, was er da zusammengebaut hat. Heißt: Es wird sehr, sehr anspruchsvoll. Anders ginge es auch gar nicht, sagt der Parcoursbauer, es sei die Prüfung für die besten 25 Springreiter dieses Turniers, von denen die ersten acht Qualifizierten weniger als einen Abwurf auseinander lägen. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten, und das ist der Gedanke, auf dem der Parcours im ersten Umlauf aufgebaut wurde. Rothenberger sagt: „Es ist die schwerste Runde in diesem Turnier, klar.“ Aber sie ist zu bewältigen, auch fehlerfrei.

Rothenberger sagt, er möge keine Passagen, die nahezu unschaffbar sind. Sein Anspruch ist ein Parcours, auf dem die Sturzgefahr minimal ist und sich die „leichten, sympathischen Fehler“ ausgeglichen verteilen. Rothenberger nennt das einen „Tiki-Taka-Parcours“, das Springen soll leicht und filigran aussehen. Und dabei für Pferde und Reiter trotzdem eine große Herausforderung bleiben. Das ist die wohl wichtigste Gratwanderung, die der Parcourschef bewältigen muss.

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