Aachen - Media Night: Von Models, Moderatoren und einer Ministerin auf dem Pferd

Media Night: Von Models, Moderatoren und einer Ministerin auf dem Pferd

Von: Christoph Velten
Letzte Aktualisierung:
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Roter Teppich in der Aachener Soers: Unzählige Fotografen warten bei der Media Night auf die Prominenz. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die beiden blonden jungen Frauen in den kurzen Kleidern warten, bis endlich Platz ist auf dem roten Teppich. „Wer sind die?“, raunt es von hinten durch die Fotografen-Meute. Dann Auftritt. Blitzlichtgewitter. Küsschen rechts, Küsschen links. Abgang. Der Ruhm bei der Media Night, dem Aufgalopp der Prominenz kurz vor der Eröffnungsfeier der Reit-EM, ist mitunter flüchtig.

Als Verteidigungsministerin muss man sich nicht der Frage aussetzen, ob man jetzt zur A-, B- oder C-Prominenz gehört. Ursula von der Leyen muss auch nicht warten, ihr ist das Blitzlichtgewitter sicher, als sie Dienstagabend in einem luftigen Sommerkleid mit ihrem Mann auf dem roten Teppich erscheint. Niemand fragt sich, wer das wohl sein mag. Sie ist so etwas wie der inoffizielle Star des Abends. Wohl auch, weil die Prominentendichte trotz Reit-EM zunächst eher überschaubar scheint. Vor allem aber, weil sie selbst Teil der großen Eröffnungsfeier ist.

Nervös sei sie schon etwas, sagt sie in die vielen Mikrofone. „Angespannt trifft es noch besser“, sagt sie und betont, dass sie ihren Sommerurlaub extra so gelegt habe, um hier mitreiten zu können. Die vergangenen drei Tage hat von der Leyen in Aachen geübt. Hat mit den 67 anderen Reitern der Deutschen Landgestüte am Schaubild gefeilt. „Da muss von jedem jeder Tritt sitzen, sonst kommen alle raus“, erklärt sie. „Wenn das nicht klappt, wird alles ein einziges Knäuel.“

Doch die Gefahr scheint gering. Die Ministerin ist von Kindesbeinen an begeisterte Reiterin. In der Zeitung „Die Welt“ wurde zu diesem Thema am Montag Rainer Kiel zitiert. Er kennt das „Röschen“, wie er sagt, noch aus den späten 70er-Jahren. Als Auktionsreiterin habe von der Leyen damals im niedersächsischen Verden gearbeitet und ist dort offenbar nachhaltig in Erinnerung geblieben. „Das Röschen“, sagt also Kiel, sei immer sehr ehrgeizig gewesen. „Sie saß immer so schön gerade auf dem Pferd, wie eine Kerze.“

Haltung bewahrt an diesem Abend auch Jade Jagger. Sie gehört hier wohl noch am ehesten in die Kategorie internationale Berühmtheiten und weiß den Namen ihres berühmten Vaters Mick als Mode- und Schmuckdesignerin zu vermarkten. Der deutsche Medienandrang irritiert sie trotzdem. Hermann Bühlbecker, Alleininhaber der Lambertz AG und Mitgastgeber der Media Night, erklärt: „She has just arrived“, also gerade erst angekommen, muss sich erst einmal ein Bild von allem machen. Also müssen es die anderen Gäste richten.

Das Wetter spielt mit, die Röcke sind kurz, die Schuhe hoch. Die meisten Gesichter kennt man aus den vergangenen Jahren oder auch von ähnlichen Veranstaltungen, zu denen die bunten Blätter ihre Fotografen regelmäßig schicken. Fernsehmoderatorinnen wie Aleksandra Bechtel, oder Birgit „Biggi“ Lechtermann sind da. Schauspielerinnen wie Liz Baffoe und Marie-Luise Marjan. Auch ehemalige Sportgrößen wie Zehnkämpfer Jürgen Hingsen, Boxweltmeisterin Regina Halmich oder Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann sind gekommen, um mit dem ALRV die Reit-EM zu feiern. Dessen Präsident Carl Meulenbergh freut sich über die vielen Besucher. Er schüttelt unzählige Hände an diesem Abend. „Das hat alles seinen Stellenwert“, sagt er. Man freue sich über die vielen neue Gäste aus allen Bereichen der Gesellschaft.

Ursula von der Leyen hat mittlerweile das Sommerkleid gegen ihren Reitdress getauscht. Noch einmal nimmt sie sich Zeit für die vielen Interviewanfragen. Noch einmal lächelt sie in die vielen Kameras. Sie habe ein „feines, freundliches Pferd“, sagt sie. Eines, das lesen und schreiben könne. Dann ist genug. Aachen sei Aachen, sagt sie noch. „Das ist schon ehrwürdig hier.“ Sie sei schließlich nur ein kleiner Teil vom großen Ganzen.

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