Irischer „Lokalmatador“ Denis Lynch erreicht Einzelfinale

Von: rau
Letzte Aktualisierung:
10685188.jpg
Licht und Schatten: Denis Lynch erlebt bei seinem EM-„Heimspiel“ in Aachen ein Wechselbad der Gefühle. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Während um sie herum am Freitagabend gefeiert und gelacht wurde, wirkten die irischen Reiter bedrückt. Platz sieben hatte das Springreiter-Team von der grünen Insel gerade in der Europameisterschaft belegt.

Doch es war nicht die verpasste Medaille, der die Grünröcke nachtrauerten, es war die verpasste Olympia-Qualifikation. Neben der Schweiz und Großbritannien hatte durchaus überraschend Spanien das letzte Ticket für Rio de Janeiro 2016 ergattert.

„Nein, ich bin ganz und gar nicht zufrieden“, sagt Denis Lynch. Seit gut zwei Jahren ist der 39-Jährige in Eschweiler-Weisweiler auf der Anlage von Helena und Tim Stormanns zu Hause, also ein irischer „Lokalmatador“ bei der EM in der Aachener Soers. Seine Antwort überrascht einen Moment, denn Lynch zeigte mit dem zwölfjährigen All Star gute Runden, blieb nach einem Abwurf in Runde eins im zweiten Umlauf des Nationenpreises sogar fehlerfrei. Doch Lynch, der 2009 mit Lantinus schon den „Großen Preis von Aachen“ gewonnen hat, meinte nicht sich selbst, er meinte die Mannschaft.

Vergebens gekämpft

„Das Team ist das Wichtigste. Das ist unser, das ist mein Grundsatz“, stellt Lynch klar. „Wir haben gekämpft, aber es hat leider nicht gereicht. Die Olympia-Qualifikation war unser Ziel, es ist sehr bitter, dass wir die verpasst haben.“

Der letzte Kampf um die Fahrkarte hatte nach dem Springen abseits des Parcours stattgefunden. Der irische Equipechef Robert Splaine und der Reiter Cian O‘Connor hatten Protest gegen das Urteil eingelegt. Ein Parcourshelfer hatte O‘Connors Weg gekreuzt, seinem neunjährigen Hengst Good Luck war daraufhin ein Abwurf unterlaufen. Vier Fehlerpunkte, die bei einem Abzug das Konto der Iren auf 21,960 und Platz sechs vor Spanien (25,580) reduziert hätten. Das wäre das Ticket gewesen. Doch der Protest wurde von der Jury abgewiesen, da der Reiter den Ritt fortgesetzt hatte. Die Iren riefen das Appeal Committee an, das bis in die Nacht hinein tagte, die Entscheidung der Ground Jury aber bestätigte. So bliebe den Iren wohl nur der Gang vor den Sportgerichtshof CAS, wenn sie weitere Instanzen im Kampf um das Olympia-Ticket anrufen wollen.

Drei Iren haben sich für das heutige Einzelfinale qualifiziert, doch O‘Connor (Platz 21; 9,67 Punkte) gab am Samstag seinen Verzicht bekannt. Der erst 20-jährige Bertram Allen (17; 9,06), der seit vier Jahren im niederrheinischen Hünxe beheimatetet ist, und Denis Lnych als 22. – mit 10,45 Fehlerpunkten, 6,45 aus dem Zeitspringen und nur vier Punkten aus den beiden Runden im Nationenpreis.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert