Hans Melzer ist auf der Suche nach dem besten Team

Von: Christoph Classen
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In Aachen dabei: Weltmeisterin Sandra Auffarth auf Opgun Luovo. Foto: sport/EQ Images

Aachen. Natürlich geht es für Hans Melzer um den Sieg im Nationenpreis, für falsche Bescheidenheit gibt es keinen Grund. Er sagt: „Wir wollen gewinnen, ganz klar.“ Aber für Melzer geht es um noch mehr, und das liegt daran, dass es in seiner Disziplin um weniger geht als bei den anderen. Was die Vielseitigkeit angeht, ist die Lage ein bisschen kompliziert.

Melzer ist Bundestrainer der deutschen Vielseitigkeitsreiter und kann seine Mannschaft während der Reit-EM zum Sieg im Nationenpreis führen. Zu mehr kann er sie nicht führen, was daran liegt, dass die Vielseitigkeit die einzige Disziplin ist, in der beim Turnier in Aachen keine Medaillen ausgeritten werden. Die EM in der Vielseitigkeit ist Mitte September in Blair Castle, Melzer wird dann nach Schottland reisen. Vorher kommt er aber nach Aachen. Er kommt gerne. „Super, dass wir dabei sind“, sagt Melzer.

Wenn es Donnerstag, 13. August, und Freitag, 14. August, erst in Stadion 2 und dann auf der Geländestrecke um den Nationenpreis in der Vielseitigkeit geht, dann geht es für Melzer um mehr. Eindrücke gewinnen, Erkenntnisse sammeln, Entscheidungen treffen. Dinge eben, die einen Trainer beschäftigen, wenn er die Gelegenheit hat, seine Mannschaft unter Wettbewerbsbedingungen zu sehen, während der ganz große Wettbewerb erst noch kommt.

Melzer sagt, wenn man am Ende nicht auf dem Treppchen lande, breche keine Welt zusammen. Melzer sagt auch, dass er in Aachen das beste Team starten lassen wird.

Keine leichte Entscheidung

Welches das ist, das weiß er aber noch gar nicht so genau. Wichtig wird sein, dass Melzer es weiß, wen er nach Schottland mitnimmt. Allein schon deswegen sei es super, in Aachen dabei zu sein. Zehn Reiter, zwölf Pferde: Das ist die Mannschaft, mit der Melzer in Aachen anreist. In Schottland, bei der EM, muss er sich auf sechs Paare festgelegt haben.

Fest steht: Das Team für Aachen ist stark und ausgeglichen. Fest steht deshalb auch: Es werden keine leichten Entscheidungen sein, die Melzer zu treffen hat. Vor allem, weil er ja nicht nur auf die EM blickt, sondern auch bereits über Olympia 2016 nachdenkt. „Aachen ist ein Sprungbrett“, sagt Melzer.

Seine Mannschaft besteht aus Sportlern, die ein Team bilden und gleichzeitig in Konkurrenz zueinander stehen. Auf die Stimmung habe sich diese Situation nicht ausgewirkt, die sei bestens, sagt der Trainer. Seine Vorgabe: „Es geht darum, dass jeder sein persönlich bestes Ergebnis erzielt.“

Es kann sein, dass ihm das Entscheidungen erleichtert. Oder erschwert. Aber treffen muss sie Melzer in jedem Fall. Er sagt: „Wenn am Ende jemand der Buhmann ist, ist das der Trainer.“ Dann lacht Melzer laut. Der Trainer ist er. Er kann ziemlich gut damit leben. Mit einem Sieg im Nationenpreis übrigens auch.

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