Gespannfahrer: Bundestrainer denkt an Edelmetall

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Gehört bei der EM zum deutschen Team der Gespannfahrer: Michael Brauchle, auf dem Foto in Aachen unterwegs beim Marathon des CHIO. Foto: imago/Eibner
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Der Sieg in Riesenbeck stimmt ihn für die EM zuversichtlich: Bundestrainer Karl-Heinz Geiger. Foto: Wolfgang Birkenstock

37 Starter aus 14 Nationen nehmen ab Mittwoch an den Wettbewerben der Gespannfahrer teil und kämpfen um Einzel- und Mannschaftstitel. Dabei geht das deutsche Team mit Michael Brauchle, Christoph Sandmann und Georg von Stein mit Medaillenchancen in die drei Prüfungen Dressur (Mittwoch und Donnerstag), Hindernisfahren (Freitag) und Marathon (Samstag). Bundestrainer Karl-Heinz Geiger gibt sich nach dem Sieg seiner Fahrer im Nationenpreis von Riesenbeck im Hinblick auf die EM in Aachen sehr zuversichtlich.

Wie wichtig war im Vorfeld der EM der Sieg in Riesenbeck?

Geiger: Aus deutscher Sicht ein toller Erfolg, dass wir sowohl mit den Zweispännern als auch mit den Vierspännern den Nationenpreis dort gewonnen haben. Alle haben ihre beste Leistung abgerufen. Das stimmt mich sehr optimistisch für das Championat der Vierspänner in Aachen.

Schmälert es den Wert des Erfolgs, dass in Riesenbeck die Niederlande ohne Ijsbrand Chardon und Theo Timmerman gestartet sind?

Geiger: Allenfalls ein bisschen. Bei Timmerman läuft es zurzeit nicht ganz so gut. Ja, es fehlte der eine oder andere, aber es war ein tolles Turnier, an dem als Einzelstarter unter anderem ja auch Boyd Exell teilgenommen hat.

Der fehlt als Australier natürlich bei der EM in Aachen.

Geiger: Stimmt! Er ist der weltbeste Fahrer, aber ich kann es ja nicht ändern, dass er nicht startet. Es eröffnet die Chance, dass auch mal ein anderer gewinnt.

Wie ist das EM-Reglement?

Geiger: Da muss jedes Gespann auf den Punkt da sein, weil es in den drei Disziplinen jeweils nur eine einzige Chance gibt. Es gibt eine Dressur, ein Hindernisfahren und zum Schluss den Marathon, nach denen die Entscheidung über Einzel- und Teamtitel fällt.

Georg von Stein lenkt seine Kutsche nach einem Reitunfall mit gebrochenem Bein, ein Handicap?

Geiger: In Riesenbeck haben wir gesehen, dass es trotzdem sehr gut funktioniert. Alle drei Teamfahrer standen schon vor Riesenbeck fest, weil sie in 2015 die Plätze immer unter sich ausgemacht haben. Christoph Sandmann ist auch im Einzel sehr stark, aber auch Brauchle und von Stein sind absolut überzeugend unterwegs. Sein Handicap hat von Stein in Riesenbeck locker weggesteckt, ist durch Maßnahmen an der Kutsche gut geschützt. Das Ergebnis von Riesenbeck zeigt, dass es geht. Außerdem ist er hart im Nehmen.

Beim Marathon wird es aber besonders hart für ihn, oder?

Geiger: Das stimmt, da wird man ja ziemlich durchgeschüttelt. Aber, wie gesagt, er ist gut geschützt, hat eine Schiene und wird es sicher überstehen, sonst hätte er reagiert.

Die Chance auf Mannschaftsgold für die deutschen Fahrer ist für Sie also realistisch, oder wie schätzen Sie die Möglichkeiten ein?

Geiger: Ich denke, die Teams aus den Niederlanden, Ungarn und Deutschland werden die Medaillen unter sich verteilen. Wer welches Edelmetall gewinnt – da möchte und kann ich mich nicht festlegen. Aber ich bin sehr optimistisch. Wir können selbstbewusst in diese Europameisterschaft starten nach einer sehr gut verlaufenen Saison. Und wenn ich es richtig beobachtet habe, sind die Niederländer in diesem Jahr nicht ganz so stark.

Auch in der Einzelwertung?

Geiger: Christoph Sandmann ist sehr stark unterwegs in dieser Saison. Ihm traue ich das durchaus zu.

Und ansonsten sind es mit Ausnahme von Boyd Exell und des Amerikaners Chester Weber die üblichen Konkurrenten, die um die Medaillen fahren?

Geiger: Ich sehe natürlich Ijsbrand Chardon mit vorne, aber auch Zoltán Lázár aus Ungarn oder der Belgier Felix Brasseur könnten ein Rolle spielen.

Wissen Sie schon etwas über die Marathon-Strecke?

Geiger: Ganz wenig. Ich weiß nur, dass das letzte Hindernis im Stadion aufgebaut wird. Dass ist natürlich sehr schön. Für die Fahrer und für die Zuschauer. Das wird sicher ziemlich spektakulär, vor so einer großen Kulisse im Hauptstadion das letzte Hindernis zu passieren.

Insgesamt 37 Gespanne werden in den drei Prüfungen unterwegs sein. Kann der Zuschauer den Überblick behalten, wer wo steht beim Marathon?

Geiger: Die Gespanne starten nach dem Stand der beiden vorherigen Prüfungen, die besten Fahrer, die in der Wertung aus Dressur und Hindernisfahren vorne stehen, gehen zuletzt auf die Strecke. Die Zuschauer erleben damit zum Schluss die Highlights.

Und Ihre sind zum Schluss dabei?

Geiger (lacht): Das hoffe ich doch sehr.

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