Duell der Dressurpferde: Mehr als nur ein Dreikampf?

Von: rau
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Comeback mit Titel? Matthias Alexander Rath und Totilas. Foto: Karl-Heinz Frieler
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Die Titelverteidiger: Charlott Dujardin und Valegro. Foto: sport/Panoramic
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In Top-Form: Kristina Bröring-Sprehe und Desperados. Foto: Holger Schupp
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Nur Außenseiter? Edward Gal und Undercover. Foto: sport/Rau

Aachen. Zwei Namen sind in aller Munde: Valegro und Totilas. Der eine ist amtierender Welt- und Europameister sowie Olympiasieger 2012, der andere ist das vielleicht berühmteste Dressurpferd. Denkt man an die Einzel-Medaillen werden allenfalls Desperados noch Chancen zugerechnet, aus dem Zwei- einen Dreikampf zu machen.

„Valegro und Charlott Dujardin sind die Top-Favoriten“, unterstreicht Ton de Ridder, Dressurausbilder aus Aachen. „Valegro ist in allen Lektionen top und für mich das kompletteste Pferd. Er hat keine Schwäche: Schritt und Trab sind sehr gut, Piaffen und Passagen überragend, die Wechsel mit viel Ausdruck gesprungen.“

Nur 2014 beim CHIO Aachen überzeugte er nicht: „Normalerweise verwandelt Thomas Müller auch jeden Elfmeter, nur zuletzt hat er wie ein Anfänger geschossen“, verdeutlicht de Ridder diese Ausnahme mit einem Beispiel. „Vielleicht war Valegro da noch nicht genug auf die Saison vorbereitet. Ganz sicher wird dem guten Team um ihn herum mit Trainer Carl Hester das nicht ein zweites Mal passieren.“

Begeistert zeigt sich der 59-Jährige von Desperados und Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage), Team-Europa- und Weltmeister: „Das Paar hat sich noch deutlich gesteigert – und ich denke, da ist sogar noch Luft nach oben“, so de Ridder. „Desperados wird immer besser, immer losgelassener und durchlässiger. In der Zusammenarbeit mit Bundestrainerin Monica Theodorescu hat der Hengst noch einen Sprung nach vorne gemacht. Das Paar sehe ich auf dem Treppchen.“

Und Totilas? „Ich habe ihn beim Comeback in Hagen gesehen, da hat Matthias Rath noch nicht alles riskiert und trotzdem über 80 Prozent bekommen“, ist de Ridder von dem schwarzen Hengst begeistert. „Totilas hat eine großartige Ausstrahlung und jede Möglichkeit, nach vorne zu reiten.“ Die fehlende Wettkampfpraxis könnte aber ein Problem werden. „Ihm fehlt der Turnierrhythmus. Im Aachener Hauptstadion herrscht eine ganz andere Atmosphäre als sonst auf den Dressurplätzen. Aber ich denke, sein Trainer Sjef Janssen wird ihn schon entsprechend darauf vorbereitet haben.“

Doch dass die drei Top-Pferde die Einzelmedaillen unter sich ausmachen, sieht de Ridder nicht in Stein gemeißelt. „Undercover präsentiert sich immer besser. Das ist immer so bei Edward Gal, er hat eine gute Strategie, baut das Pferd wie bei einer Pyramide in Richtung EM auf“, sieht de Ridder seinen niederländischen Landsmann mit vorne. „Undercovers Piaffen sind in Ausdauer und Fleiß einfach überragend. In der Losgelassenheit und im Raumgriff beim Schritt offenbart er aber Schwächen.“

Erst elf Jahre ist Deja, neues Top-Pferd des Schweden Patrick Kittel. „Eine tolle Stute, die noch etwas Zeit braucht. Aber in Rio 2016 wird es so weit sein“, so der Ridder, der aber auch die Belgierin Fanny Verliefden mit Annarico im Auge hat. „Vielleicht nicht für ganz vorne, aber mit Platz 4 hat das Paar uns in der Kür in s‘Hertogenbosch überrascht. Es war erst der vierte Grand Prix der beiden, und sie kamen mit einer sehr guten Leistung um die Ecke. Vielleicht überrascht ja auch bei der EM mal ein anderes Paar.“

Und mit einer Reiterin muss man überhaupt immer rechnen. De Ridder: „Isabell Werth ist eine Kämpferin, die schon für so manche Überraschung gut war.“

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