Aachen - Dressur-Championat 1967: Dr. Reiner Klimke und Dux gewinnen das Einzel

Dressur-Championat 1967: Dr. Reiner Klimke und Dux gewinnen das Einzel

Von: sch
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Europameister mit der Equipe 1967: Kurt Capellmann (von links), Josef Neckermann, Dr. Reiner Klimke und Harry Boldt. Foto: Archiv ALRV

Aachen. Die Springreiter hatten schon sechs Jahre zuvor erstmals ihren Europameister ermittelt, seit 1963 richtet der Weltverband FEI auch ein kontinentales Championat in der Dressur aus. Bei der Premiere in Kopenhagen durften die Teilnehmer noch auf zwei Pferden starten, der Schweizer Henri Chammartin gewann Gold und Bronze und verteidigte seinen Titel zwei Jahre später an gleicher Stelle auf Wolfdietrich.

Und dann erlebte die Aachener Soers, zuvor schon dreimal Schauplatz der Springreiter-EM, zum ersten Mal eine Europameisterschaft in der Dressur.

Eine wahre Mammutveranstaltung ging da 1967 durch das Viereck, mit einem großen Starterfeld, Prüfungen über zehn Stunden und insgesamt elf Tage. Und beide Titel blieben im Lande: Nachdem Dr. Reiner Klimke, Harry Boldt und Josef Neckermann um Equipe-Chef Kurt Capellmann bereits Gold in der Mannschaftswertung geholt hatten (wie schon zwei Jahre zuvor in Kopenhagen, diesmal vor der Sowjetunion und der Schweiz) und eine lange deutsche Siegesserie einläuteten, triumphierte Klimke auch im Einzel.

Der Sieg auf Dux fiel mit vier Punkten Vorsprung gegenüber dem Russen Iwan Kisimow auf Ichor knapp aus. Harry Boldt und Remus gewannen Bronze. Die „Aachener Volkszeitung“ berichtete über die Entscheidung vom 5. Juli: „Das Konkurrenzverhältnis zwischen Klimke und Kisimow wurde bei der Massierung schwieriger Lektionen in der gedrängten Stechaufgabe noch deutlicher als in der Hauptaufgabe.“ Hier der „großrahmige und kalibrige Fuchswallach Dux“, dort Ichor, der die Piaffen und Passagen „in besonders lebendiger und taktreiner Fußfolge“ absolvierte. Die Entscheidung des Richterteams zugunsten des deutschen Paares sollte „als Bekenntnis zu einer orthodoxen Grundausbildung des Pferdes, die im Sinne der klassischen Prinzipien der Reitkunst einer exakten Aufgabenerfüllung auf der Grundlage ungenügender ganzkörperlicher Gymnastizierung des Pferdes stets vorzuziehen ist“, interpretiert werden. Und so hätte die Jury „dem eigentlichen Sinn der reiterlichen Dressur einen wesentlichen Dienst“ erwiesen, „wenn auch der irreführende Begriff ,Dressur‘ das Gegenteil zu verraten scheint“.

Mit dem Münsteraner Rechtsanwalt Klimke trug sich ein Mann in die Siegerliste ein, der zu einer Dressur-Legende wurde. Allein elf EM-Goldmedaillen holte er.

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