Aachen - Dressur-Bundestrainerin blickt der Titelverteidgung entspannt entgegen

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Dressur-Bundestrainerin blickt der Titelverteidgung entspannt entgegen

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Ist stets total fokussiert auf ihre Schützlinge: Bundestrainerin Monica Theodorescu schickt ein starkes Team zur Titelverteidigung ins Dressurviereck. Foto: sport/Pressefoto Baumann

Aachen. Dienstagmorgen, 10.30 Uhr in Aachen: Entspannt sitzt Monica Theodorescu am Viereck und schaut sich die Pferde an. Die Vorbereitungen auf den Grand Prix, der am Mittwoch um 9.30 Uhr startet, sind für das deutsche Team abgeschlossen. Mit der Dressur-Bundestrainerin unterhielt sich Helga Raue.

Wie läuft die Vorbereitung?

Theodorescu: Alles bestens. Unsere vier Pferde haben – wie übrigens alle 72 – anstandslos den Vet-Check passiert. Das war ein sehr guter Auftritt, alle Pferde waren wie aus dem Ei gepellt, die Reiter auch. Das ist wichtig, denn ich finde, man gibt dort als Team seine erste Visitenkarte ab, denn auch Richter und Offizielle sind dabei.

Wie sah die letzte Phase der Vorbereitung auf die EM aus?

Theodorescu: Die Reiter und Pferde waren von Donnerstag bis Sonntag bei mir in Sassenberg zur letzten Vorbereitung, Sonntag sind wir nach Aachen gereist. Die Pferde machen alle einen sehr guten Eindruck, haben sehr gut trainiert, aber es gibt immer Details, die man verbessern, kleine Stellschrauben, an denen man drehen kann.

Wie steht es mit Totilas, der in Hagen erstmals wieder am Start war?

Theodorescu: Er hat einen ganzen Schritt nach vorne gemacht, geht wieder gefestigter. Ich habe zusammen mit Matthias Alexander Rath und seinem Coach Sjef Janssen gearbeitet, wir haben gemeinsam die Ritte analysiert, das hat gefruchtet. Und es ist inzwischen auch auf dem Abreiteplatz ein ganz anderes Bild als vor drei Jahren in Hagen. (Anmerk. der Red.: Da war Rath wegen tiefen und eng vor der Brust eingestellten Kopfes – Stichwort Rollkur – in die Kritik geraten.)

Eine sehr gute Entwicklung sieht man bei den Deutschen Meistern, Desperados und Kristina Bröring-Sprehe, die bei Ihnen trainieren.

Theodorescu: Desperados und Kris-tina sind gereift – auch wenn die Entwicklung nie fertig ist. Die beiden haben von Beginn an eine gute Ausbildung genossen. Kris-tina ist nun routiniert, reitet technisch sehr gut und ist fokussiert, eine starke Prüfungsreiterin.

Wiegt der Ausfall von Werths WM-Pferd Bella Rose schwer?

Theodorescu: Es ist schade, aber ich schaue nicht zurück. Wir konzentrieren uns auf Don Johnson, der auch Isabells EM-Pferd 2013 war und inzwischen sehr gefestigt ist. Und Isabell wird garantiert keinen Punkt liegen lassen.

Jessica von Bredow-Werndl und Unee sind die Newcomer im Team.

Theodorescu: Die beiden werden immer besser, und die Kurve zeigt noch nach oben. Jessica hat im Winter beim Weltcup überzeugt, da hat das Paar viel Routine gewonnen. Unee ist sehr zuverlässig, und die beiden zusammen bieten ein schönes Bild. Es sieht überhaupt gut aus, die gut sitzenden Damen auf den eleganten Hengsten, die Dynamik und Ausstrahlung demonstrieren.

Wie sieht die Reihenfolge aus?

Theodorescu: Am Mittwoch werden Jessica und Isabell reiten, am Donnerstag Matthias und Kristina – das ist die logisch Abfolge nach den vorangegangenen Leistungen.

Und wie beurteilen Sie die Konkurrenz in Aachen?

Theodorescu: Um die Konkurrenz kümmere ich mich nicht. Jeder muss erst mal reiten, und am Ende haben wir ein Ergebnis (lacht). Wir sind Titelverteidiger, und ich bin total fokussiert auf unsere Reiter.

Aber natürlich nicht blind . . .

Theodorescu: Die Briten mit Valegro sind sehr stark. Valegro ist ein geniales Pferd, er und Charlotte Dujardin sind ein geniales Paar. Aber auch den beiden darf kein Fehler passieren. Wir wollen den Abstand zu Valegro verkleinern.

Was macht Valegro so genial?

Theodorescu: Er kommt dem Ideal eines Dressurpferdes sehr nahe. Gebäude, Größe, Proportionen gepaart mit der Dynamik, die dieses Pferd hat, der Energie, die Charlotte perfekt umsetzt. Das sieht immer harmonisch aus. Valegro fallen die Anforderungen relativ leicht, er hat keine Schwächen, ist athletisch und trotzdem locker. Aber auch er muss gearbeitet werden, von alleine tut es kein Pferd.

Am Montag durfte jede Nation zur Probe ins große Viereck im Hauptstadion. Gab es Probleme?

Theodorescu: Der Test war sehr gut, Alle Pferde fühlten sich wohl. Jede Nation hatte 30 Minuten Zeit. Wir haben die geteilt, 7,5 Minuten pro Paar und haben in der Zeit ernsthaft den Auftritt geprobt. Es gibt Sicherheit, wenn das funktioniert.

Sie sind ja championatserfahren. Ist eine Heim-EM anders?

Theodorescu: Sie ist sehr besonders. Eine EM in Deutschland, und dann auch noch in Aachen, wo ich mich von Kindesbeinen an wohlgefühlt habe. Die EM ist ein Highlight, die Organisation perfekt. Wir sind im gleichen Stall wie immer und fühlen uns zu Hause.

Und? Sind Sie schon nervös?

Theodorescu: (lacht) Nach dem Vet-Check hat es zu kribbeln begonnen, damit ist die EM offiziell für uns gestartet. Ich war nie ein Nervenbündel, aber als Trainerin bin ich nervöser. Man kann ja nichts mehr machen, wenn das Paar im Viereck ist. Als Reiterin musste ich mich ja nur auf mich und mein Pferd konzentrieren.

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