Aachen - Das Hauen und Stechen um die begehrten Plätze

Das Hauen und Stechen um die begehrten Plätze

Von: luk
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Ein letzter Test: Michael Jung, hier bei seinem Ritt auf Sam beim CHIO 2014, ist auch dieses Jahr in der Aachener Soers am Start – und will sich für die im September stattfindenden Europameisterschaften in Schottland empfehlen. Foto: dpa
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Die Qual der Wahl: Bundestrainer Hans Melzer schaut in Aachen auf die Leistung von neun Vielseitigkeitsreitern. Foto: Weinberger

Aachen. Wenn die Vielseitigkeitsreiter ihre Wettbewerbe austragen, wird Hans Melzer wieder ganz genau hinschauen. Das muss so sein, Melzer ist Bundestrainer. Und auch wenn es für die Vielseitigkeitsreiter Donnerstag und Freitag nicht um Medaillen geht, ist der Wettkampf für Melzer und die neun deutschen Starter wichtig, er ist die letzte Sichtung vor der Europameisterschaft im schottischen Blair Castle im September.

Die Starter sind die Kandidaten für die sechs EM-Plätze. Melzer stellt sie vor. Dass sich der Bundestrainer auf Sandra Auffarth verlassen kann, das weiß Melzer schon ziemlich lange. Wenn es um etwas geht, dann ist Auffarth da, „sie ist eine absolute Siegreiterin“, sagt er, nervenstark, immer topfit. Das hat Auffarth, 28, schon letztes Jahr bewiesen, als sie in Caen Doppelweltmeisterin wurde. Und auch in Aachen traut der Bundestrainer ihr den Sieg zu.

Bei Niklas Bschorer ist das ein bisschen anders, er ist das, was man einen Newcomer nennt. Bschorer, 20, ist bei den Junioren nie besonders in Erscheinung getreten. Seitdem er aber in England lebt und trainiert, „hat er einen Riesenschritt gemacht“, sagt Melzer. Nun soll sich das Talent erstmals in Aachen beweisen.

Andreas Dibowski ist so ziemlich das Gegenteil von einem Newcomer, er ist ein Routiniers. Und Dibowski, 49, spiele diese Erfahrung auch aus. „Andreas überlässt nichts dem Zufall“, sagt Melzer. „Er ist ein sehr kopfgesteuerter Reiter.“ 2009 hat Dibowski in Aachen gewonnen, und auch nun sei sein Pferd Butts Avedon in guter Form.

Bettina Hoy, 52, steht seit längerer Zeit noch mal auf einer Longlist für ein Championat. Ihre Stärke sei die Ausgeglichenheit in allen Disziplinen, „und auch ihr Pferd hat sich sehr gut entwickelt“, sagt der Bundestrainer.

Wenn Melzer etwas über Michael Jung erzählen soll, sagt er: „Da muss ich eigentlich nichts sagen.“ Er lächelt, und dann sagt der Bundestrainer doch noch etwas. Michael Jung, der sei ein „Jahrhunderttalent“, der reite „wie von einem anderen Stern“ – und natürlich sei er ein „Siegkandidat“ für Aachen. Jung, 33, ist mit zwei Pferden am Start. Takinou ist für das Einzel gedacht, für die Mannschaft hat Jung Halunke mitgebracht.

Ingrid Klimke geht ebenfalls mit zwei Pferden an den Start – auch sie hat Melzer für einen Platz ganz weit vorne auf dem Zettel. Klimke, 47, sei vor allem in der Dressur „eine Bank“, sagt Melzer. „Das Talent hat sie wohl von ihrem Vater in die Wiege gelegt bekommen.“ Reiner Klimke war Olympiasieger und Weltmeister in der Dressur.

Mit Claas Hermann Romeike hat Melzer einen zweiten ganz jungen Reiter im Team. Im Gelände und vor allem im Springen hat Romeike, 22, sein Talent schon bewiesen, „in der Dressur ist noch ein bisschen Luft nach oben“, sagt Melzer. Der erste Start in Aachen soll bei der Entwicklung helfen.

Dirk Schrade, 37, ist schon länger dabei, er startete auch bei der WM 2014 und der EM 2013. Und schon damals sattelte er den Wallach Hop and Skip, der mittlerweile zwar schon 15 Jahre ist, „aber immer noch topfit“, sagt der Bundestrainer. „Ein sehr gutes Pferd!“

Peter Thomsen darf man einen alten Hasen nennen. Er war schon bei vielen, vielen Turnieren dabei, und Thomsen, 54, will auch bei der EM dabei sein. Die Chancen stehen gut, „seine Form und die seines Pferdes passen“, sagt Melzer. Zuerst, und das gilt für alle, muss sich aber auch Thomsen in Aachen beweisen.

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