Beatriz Ferrer-Salat geht für Spanien und Aachen an den Start

Von: rau
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Eine Spanierin mit einem Standbein in Aachen: Beatriz Ferrer-Salat, hier mit ihrem Top-Pferd Delgado. Foto: sport/Pressefoto Baumann
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Mit zwei Schützlingen bei der EM vertreten: Der Aachener Trainer Ton de Ridder. Foto: Holger Schupp

Aachen. Von Druck ist bei Beatriz Ferrer-Salat nichts zu spüren. Die Spanierin, ohnehin eine Sympathieträgerin, lacht mit der Sonne um die Wette. Sonne ist sie aus ihrer südlichen Heimat ja gewohnt, und Druck als langjährige Championats-Reiterin in Diensten ihres Heimatlandes ebenfalls.

Bei der EM 2015 in Aachen muss sie quasi einen doppelten Druck tragen: Zeitweise Wahl-Aachenerin und von einem Aachener Trainer, Ton de Ridder (Hof Roßheide), betreut, ist sie – mangels „eingeborener“ Starter – quasi eine Lokalmatadorin. Ebenso wie bei den Springreitern Denis Lynch, der zwar in Irland geboren wurde und auch für sein Heimatland startet, aber seit gut zwei Jahren in Eschweiler auf der Anlage von Helena und Tim Stormanns stationiert ist.

Beatriz Ferrer-Salat lacht: „Ich kenne Aachen gut. Das Aachener Turnier ist das Mekka des Reitsports. Dass hier die EM stattfindet, macht sie zu etwas Besonderem. Ich freue mich, hier zu sein.“ Anders als viele Reiter, die nur den Weg vom Hotel zum Turnierplatz und zum nächsten Italiener, wahlweise auch Steakhaus, kennen, hat die 49-Jährige auch die Aachener Innenstadt kennengelernt. Zeitweise hatte sie bei Dressur-Olympiasiegerin Nadine Capellmann, die als echte Aachenerin die EM verpasste, zwischen Aachen und Würselen gewohnt und bei Ton de Ridder in Oberforstbach trainiert. „Vor allem die Altstadt ist sehr schön, sie hat eine besondere Atmosphäre“: Die Spanierin, die längst fließend Deutsch spricht, kehrt immer wieder gerne zurück.

Die Spanierin ist championatserfahren: Bei den Weltreiterspielen im spanischen Jerez de la Frontera 2002 gewann sie Team-Bronze und Einzel-Silber – hinter Doppel-Weltmeisterin Nadine Capellmann. Bei den Olympischen Spielen 2004 folgte Silber hinter den Deutschen und Bronze im Einzel. 2008, bei Olympia in Hongkong, blieb sie ohne Medaille. „Einen Platz unter den ersten sechs. Fünfter, Sechster könnte unser Team werden, ich bin realistisch“, sagt Ferrer-Salat. Ein Platz unter den ersten sechs würde gleichzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro bedeuten – da wollen alle Reiter hin. Nur Deutschland, Großbritannien und die Niederlande sind bereits qualifiziert. „Alle Reiter und Pferde sind gut drauf“, ist Ton de Ridder, der auch die Schweizerin Marcela Krinke-Susmelj betreut, optimistisch. Die spanische Equipe komplettieren Morgan Barbancon Mestre, die unlängst Capellmanns Top-Pferd Girasol mit Blick auf Rio erwarb, auf Painted Black, José Antonio Garcia Mena mit Norte Lovera und José Daniel Martin Dockx mit Grandioso.

Ihr Top-Pferd Delgado, einen 14-jährigen Hannoveraner, reitet Ferrer-Salat, seit er sechs Jahre alt ist. „Piaffe und Passage sind seine Stärken“, sagt die 49-Jährige, und de Ridder ergänzt: „Alle Grundgangarten sind gut. Dieses Pferd in Kombination mit einer nervenstarken Reiterin, das passt gut.“ Zuletzt überzeugte er beim internationalen Turnier in Hagen. „Da haben wir sehr schöne Komplimente für die Auftritte und das Abreiten bekommen“, freut sich der Aachener Dressurausbilder, der seinem Schützling den Sprung in die Kür am Sonntag, für die sich nur die besten 15 Dressurreiter qualifizieren, zutraut. Für diese hat ein spanischer Freund Beatriz Ferrer-Salat eigens eine Musikkomposition gemacht. „Sehr schön“, urteilt de Ridder, „und mal was ganz anderes. Mittlerweile stört es oft, wenn die Musik nur powert, statt den Ritt zu untermalen. Diese untermalt ihn sehr schön.“

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