Aachen - Anne-Grethe Jensen holt 1983 überlegen Dressur-Gold

Anne-Grethe Jensen holt 1983 überlegen Dressur-Gold

Von: sch
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Eine Amazone schlägt die Männer: Anne-Grethe Jensen (von links), Dr. Reiner Klimke, Uwe Sauer und Herbert Krug. Foto: Archiv ALRV

Aachen. Die Bilanz war tadellos. Sowohl 1967 als auch 1973 hatten Dr. Reiner Klimke im Einzel und die deutsche Equipe in der Mannschaftswertung die Goldmedaillen abgeholt. Nun kam die Dressur-Europameisterschaft zum dritten Mal nach Aachen, Ende Juni 1983 – und die schöne Serie der gastgebenden Nation riss. Es sollte der Beginn des Aufstiegs einer jungen Dänin sein.

Eine kleine Überraschung hatte man Anne-Grethe Jensen schon zugetraut. Dass die 31-Jährige aber den Titel – dazu noch so überlegen wie niemand zuvor – gewinnen würde, das hatte keiner erwartet. Als dritte Starterin im Zwölferfeld des Grand Prix Spécial hatte sie auf dem zehnjährigen Ausnahmehengst Marzog eine so gute Vorstellung geliefert, dass schon früh klar war: Ihre Konkurrenten mussten Außerordentliches leisten, um noch an ihr vorbeizuziehen. Sämtliche Lektionen und selbst die Übergänge zwischen den Übungen höchsten Schwierigkeitsgrades gelangen Jensen nahezu makellos. Außer ein bisschen mehr Pep fehlte nichts.

Genau da wollte Dr. Reiner Klimke einhaken und ritt „auf Angriff“. Das ging jedoch nur bis zur ersten Piaffe gut; Ahlerich entwickelte zudem ganz eigene, im Programm nicht vorgesehene Bewegungsvorstellungen. Die ungewohnt schwache Leistung wurde von der Jury noch einigermaßen wohlwollend beurteilt – vielleicht war es der Weltmeister-Bonus. Am Ende herrschten aber klare Verhältnisse: 136 Punkte Vorsprung für Anne-Grethe Jensen, 1501:1365 gegen Klimke.

Dahinter holte Uwe Sauer auf Montevideo die Bronzemedaille, die Plätze vier und fünf belegten Herbert Krug auf Muscadeur und Titelverteidiger Dr. Uwe Schulten-Baumer, mit seiner Olympia-Hoffnung Madras eine weitere Enttäuschung neben Klimke. Immerhin hielt sich die Equipe mit großem Vorsprung gegenüber Dänemark schadlos und setzte eine gute Tradition fort: auch dieser EM-Mannschaftstitel ging an die Bundesrepublik Deutschland. Die starke Beteiligung 1983 insgesamt (elf Mannschaften) gefiel dem Berichterstatter: „Der Dressur kann nur nützen, wenn sie nicht mehr nur Angelegenheit einer schmalen, unrepräsentativen Elite ist.“

Anne-Grethe Jensen wurde in diesem Sommer nach Liselott Linsenhoff, der Schweizerin Christine Stückelberger und Elisabeth Theurer (Österreich) als vierte Amazone Europameisterin. Innerhalb von wenigen Monaten hatte sich die Dänin aus der zweiten Reihe nach ganz vorne gearbeitet. In der Soers startete eine Karriere, die Jensen drei Jahre später als erste Weltcup-Siegerin und Weltmeisterin krönen sollte.

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