Aachen - Aachen zum EM-Start in Topform

Aachen zum EM-Start in Topform

Von: Anja Clemens-Smicek
Letzte Aktualisierung:
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Zum Start der Reit-EM gab es eine perfekt choreografierte Hengst-Quadrille. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Aufregung? Nein, davon ist wenige Stunden vor der großen Show weder bei Stadtsprecher Bernd Büttgens noch bei Uwe Brandt, Intendant des Aachener Grenzlandtheaters, viel zu spüren. Dabei hatten beide im Vorfeld ein nicht gerade kleines Versprechen abgegeben.

„Wir wollen die Besucher in der Soers von Anfang an ins Boot holen und die Europameisterschaft neu erlebbar machen.“ Worte, an denen sich Brandt – verantwortlich für die Inszenierung der Eröffnungsfeier – und Moderator Büttgens am Dienstagabend messen lassen mussten. Doch schnell ist klar: Der Aachen-Laurensberger Rennverein hätte kein besseres Duo finden können, um die gut 40.000 Besucher auf zwölf Tage sportliche Höchstleistungen, fünf Disziplinen, 475 Reiter, 30 Nationen und 13 Goldmedaillen einzustimmen. Emotional, spektakulär, überraschend – so kommt die Show daher, die einen Bogen spannt über mehr als ein Jahrhundert Reitsportgeschichte in Aachen.

Da ist die Erinnerung an das Jahr 1898, als der Aachen-Laurensberger Rennverein aus der Taufe gehoben wurde. Damals, als sich die Bauern in der Soers trafen und auf ihren Kaltblütern wilde Rennen veranstalteten. Reiter und zahllose Statisten machen diese Szenen auf dem Rasen des Sprungstadions wieder lebendig. „Eine kleine Zeitreise, die erzählen soll, wie alles begann und warum es heute so ist“, kündigt Büttgens eine „berauschende Bilderwelt“ an. Es sei eine besondere Herausforderung, alle Zuschauer auf den einzelnen Tribünen zu unterhalten, meint Büttgens. Das gelingt perfekt. In jedem Winkel des Stadions passiert etwas. Hier eine Demonstration von Reiterinnen im Damensattel, dort ein Tandemspringen. Videoeinspieler auf der Großbildleinwand von Menschen, die von ihrer Liebe zum Turnier erzählen, wechseln sich ab mit historischen Bildern.

Kurzweilig, vor allem aber emotional gestaltet Brandt den zweiten Teil der Eröffnungsfeier, der unter dem Motto „Special Moments“ steht. Die Großen des Reitsports geben sich ein Stelldichein, an der Stätte, an der sie einst ihre größten Erfolge feierten.

„Gänsehaut“, verspricht Büttgens, und die hat das Publikum, als die Kutschen einfahren. Hans Günter Winkler (an der Seite von Nadine Capellmann), der vor 60 Jahren in der Soers seinen ersten Weltmeistertitel holte, bekommt als erster stehende Ovationen. Er darf ebenso wenig fehlen wie der viermalige Weltmeister im Kutschenfahren, Michael Freund, oder das Urgestein Willibert Mehlkopf. Viele Aachener erinnern sich noch an Mehlkopfs Auftritt 1985, als er auf dem Fuchswallach Wabbs im Mächtigkeitsspringen 2,30 Meter überwand.

Fehlen dürfen auch nicht Vater und Sohn Nelson und Rodrigo Pessoa, die beiden Springlegenden aus Brasilien, die sich 1994 ein unvergessenes Stechen geliefert hatten. Oder die einstigen Konkurrentinnen Isabell Werth und Anky van Grunsven aus den Niederlanden, die beide 2006 in Aachen einen Weltmeistertitel erringen konnten. Paul Schockemöhle und der Belgier Jos Lansink erinnern an ihre Siege in der Soers, ebenso wie Meredith Michaels-Beerbaum und ihr Mann Ludger Beerbaum.

Dass Ursula von der Leyen – in der Gardeuniform des niedersächsischen Landgestüts Celle – nicht nur Soldaten befehligen kann, sondern auch Pferde im Griff hat, stellt sie als Teilnehmerin der großen Quadrille der zehn deutschen Landgestüte unter Beweis: 68 Hengste und deren Reiter führen dem Publikum ein imposantes Schaubild vor. Obligatorisch die Ansprache von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Doch in Aachen geht kein Pferd in der Bahn, ohne dass die Glocke geläutet wird. Und so hat die junge Hanna die Ehre, auf ihrem Pony ins Stadion einzureiten und die Glocke zu läuten. Auf den Einzug von Reitern aller 30 Nationen, untermalt von einer eigens komponierten Hymne, folgt ein fulminantes Finale: Reiter aus ganz NRW symbolisieren die fünf Disziplinen. Und eine Stuntgruppe sorgt für das farbgewaltige Schlussbild, das die vier (Aachener) Elemente symbolisiert: Wasser, Luft, Feuer – ja, und Pferd natürlich.

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