1973: Gold für Dr. Reiner Klimke

1973: Gold für Dr. Reiner Klimke

Von: pa
Letzte Aktualisierung:
10646411.jpg
Ein strahlender Doppel-Sieger: Dr. Reiner Klimke holt auf Mehmed Gold im Einzel und freut sich mit Liselott Linsenhoff (rechts) über den Titel mit der Equipe. Foto: Archiv ALRV

Der Sonderstempel wird immer noch hochgehandelt: Die Briefe – damals noch sehr verbreitet – wurden 1973 an einem schönen Juni-Tag mit dem Hinweis „AACHEN 30.6.-8.7. 1973 Großer Preis v. Europa Dressur- Europameisterschaft“ versehen.

Eine gesuchte Rarität. In den Briefen hätte man die Geschichte von Dressurreiter Dr. Reiner Klimke für die Freunde und die Verwandten beschreiben können.

Eigentlich wollte der es in der nacholympischen Saison ruhiger angehen lassen. In seiner Kanzlei wartet auf den Notar und Rechtsanwalt, Fachgebiet Scheidungen, ausreichend Arbeit. Aber so ein Championat in der Heimat ist dann doch immer eine verlockende Geschichte.

„Ich hatte mich an sich nicht für die Mannschaft beworben. Aber jetzt habe ich mich regelrecht reingesiegt durch die Siege in Hamburg und Wiesbaden. Jetzt gibt es kein Zurück mehr“, hatte er zu Turnierbeginn gesagt.

Klimke beendet das Turnier in der Soers ziemlich überraschend als zweifacher Europameister. In der Mannschaft siegt er mit Karin Schlüter und Liselott Linsenhoff. „Damit habe ich nie und nimmer gerechnet“, bilanzierte der 36-Jährige am Ende des Turniers, für das er als Ersatz für den verletzten Josef Neckermann nominiert worden war. „Von der Papierform waren meine Gegner eher besser.“

Die Wahrheit liegt auch bei den Dressurreitern auf dem Platz. Und da waren Klimke und der 12-jährige Hannoveraner Mehmed einfach unschlagbar. Für das Paar war der Triumph in Aachen sichtlich eine Genugtuung.

„Mehmed hat sich in den letzten Jahren schwer hochdienen müssen, aber heute hat er bewiesen, dass er viel besser ist als sein Ruf“, sagte Klimke. Der Sieg gehe zu mindestens 60 Prozent auf das Pferd.

40 000 Zuschauer sympathisierten vielleicht stärker mit der Schwedin Ulla Hakonson auf ihrem Ajax, die Juroren hatten eine andere Idee. Ihr Urteil war eindeutig. „Über Richter spricht man nicht“, grinste der Jurist Klimke am Ende des Tages.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert