Walheimer Ringer: Nicht geglänzt, aber wieder gewonnen

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
15491595.jpg
Leistet sich keine Blöße: Der Walheimer Zvlad Metreveli (oben) gewinnt gegen Maxime Francois. Foto: Andreas Steindl

Ringen Kornelimünster. Was zählt, sind Siege. Einen weiteren, den vierten in Folge aus bislang fünf Kämpfen, verbuchte Ringer-Bundesligist Eintracht Walheim am Samstagabend in der Sporthalle des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster: 13:11 gewann die Mannschaft von Yaschar Jamali gegen den KV Riegelsberg, der bei einem Unentschieden und vier Niederlagen dagegen weiter sieglos bleibt.

Fünf Siege auf beiden Seiten standen am Ende auf dem Zettel, wobei Walheim vor allem durch das spektakuläre 4:0 von Robin Pelzer gegen Carsten Di Franco nach zehn Fights knapp vorne lag. Dabei reichte die Qualität der Kämpfe mit ein, zwei Ausnahmen bei diesem Erfolg bei weitem nicht an jenen grandiosen 14:8-Sieg gegen Witten genau eine Woche zuvor heran.

Das lag sicher auch am Gegner, der sich nach Kräften wehrte, dessen Kämpfer aber weniger Klasse auf die Matte brachten als eben Witten. So etwas steckt dann an. Das lag aber auch an einem Mattenrichter Jürgen Hoffmann (ASV Rübenach), der viele Kämpfe alles andere als souverän, dafür aber ziemlich theatralisch leitete. So entwickelte sich etwa in der Auseinandersetzung der Superschweren Martin Otto und Serhat Deveci eher ein Geschiebe und Geschubse als ein hochklassiger Ringkampf.

Verwunderlich, dass Deveci nicht eine einzige Verwarnung erhielt, obwohl er Otto häufig mit Kopfstößen traktierte. Der trug ein richtig heftiges blaues Auge davon, ließ sich aber nicht beirren und gewann 2:0. Bemerkenswert und nicht oft zu sehen im Superschwergewicht: Der Unparteiische ordnete nicht eine einzige Bodenlage für einen der beiden Kämpfer an. Gelegenheit dazu war häufiger gegeben.

„Wir haben gewonnen und einen wichtigen Sieg eingefahren, aber es war eng und nicht so hochklassig wie gegen Witten“, sagte „Spielertrainer“ Yaschar Jamali. „Aber wir haben zwei Punkte mehr auf dem Weg ins Achtelfinale.“ Der 66-Kilogramm-Freistiler steuerte ein 2:0 gegen Kai Burkon bei, sammelte dabei 7:1-Wertungen. Das Glanzlicht des Abends aber setzte Robin Pelzer, der Kölner Neuzugang der Eintracht: Der 71-Kilogramm-Mann hatte Gegner Carsten Di Franco nach 2:20 Minuten am Boden, drehte ihn fast eine Runde weit acht Mal (!) hintereinander am inneren Mattenrand, bekam acht Mal die Zweierwertung und hatte innerhalb weniger Sekunden 16 Wertungspunkte gesammelt – 4:0-Sieg wegen technischer Überlegenheit nach 2:27 Minuten.

„Ich habe ihn unten gehabt, dann war schnell Feierabend“, sagte der Matchwinner. „Mir war als siebtem Kämpfer klar, dass es am Ende eng wird, also wollte ich so viele Punkte wie möglich machen.“ Das gelang mit dieser beeindruckenden Vorstellung. „Ein einziges Mal ist mir das bisher so gelungen wie heute. Das war vor zwei Jahren in der Oberliga. Nach drei Drehern habe ich gemerkt, dass ich durchziehen kann. Das ist gelungen“, freute sich Pelzer, der in Köln die Meisterschule als Mechatroniker in Kälte- und Klimatechnik absolviert.

Neben Jamali, Martin Otto und Pelzer siegten im Eintracht-Trikot auch Zviad Metreveli und in einem ganz starken Kampf Mario Dotsin, während vor allen Mehmed Ramadan im Leichtgewicht enttäuscht. „Von ihm hatte ich mehr erwartet”, sagte Jamali. Ramadan führte mit 8:2 und 12:4-Wertungen, um den Kampf noch mit 12:13 und einem 0:1 abzugeben. Seine Kollegen aber sorgten dafür, dass die Niederlage in diesem ersten Kampf des Abends ohne Folgen blieben.

Teamsprecher Dieter Otto resümierte treffend: „Auch solche Siege bringen Punkte. Nach der Galavorstellung gegen Witten war im Kampf gegen die sehr unbequeme Mannschaft aus Riegelsberg von Anfang an irgendwie der Wurm drin. Es fehlte an diesem Abend irgendwie die Initialzündung. Und auch der Kampfrichter bekleckerte sich nicht eben mit Ruhm.“

Walheim - Riegelsberg 13:11: 57 kg/Freistil (F): Mehmed Ramadan - Kevin Müller 0:1; 61 kg/Griechisch-römisch (GR): Stoyan Spasov - Henrik-Lars Schmitt 0:1; 66 kg/F: Yaschar Jamali - Kai Burkon 2:0; 71 kg/GR: Robin Pelzer - Carsten Di Franco 4:0; 75 kg/F: Ahmed Hyusein - Georgiy Zlatov 0:2; 75 kg/GR: Rabbia Khalil - Anthony Tantini 0:4; 80 kg/F: Maximilian Otto - Andreas Skodawessely 0:3; 86 kg/GR: Mario Dotsin - Markus Chmiel 3:0; 98 kg/F: Zviad Metreveli - Maxime Francois 2:0; 130 kg/GR: Martin Otto - Serhat Deveci 2:0

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert