Rekord weg: Beim Internationalen Schwimmfest zu lange getaucht

Von: Helga Raue
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Da strahlt er noch nach der besten Zeit seiner Karriere in 23,68 Sekunden über 50 Meter Rücken: Doch der Brasilianer Nelson da Silva Junior wurde disqualifiziert, da er zu weit tauchte. Foto: Andreas Steindl
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Über 40 x 50 Meter Lagen für den ASV 06 auf der Bruststrecke unterwegs: Jan Odenkirchen.

Schwimmen Aachen. „Es ist immer wieder toll, hier zu starten. Aber auch eine Herausforderung, denn das Wasser ist schnell.“ Ben Schwietert grinste breit, denn der Vorjahressieger über 200 Meter Freistil sicherte sich auch 2017 den Sieg über diese Distanz beim Internationalen Schwimmfestival in der Aachener Osthalle.

In 1:46,06 Sekunden siegte der 20-Jährige vor Poul Zellmann (Essen/1:46,20) und war doppelt zufrieden: „Aachen ist für uns enorm wichtig, denn neben dem Meeting am Wochenende in Amsterdam ist es die Qualifikation für die Kurzbahn-EM im Dezember in Kopenhagen.“ Und den ersten Schritt zur Nominierung hat Schwietert in Aachen gemacht.

Wie gewohnt waren die Niederländer auch zur 48. Auflage des Wettkampfes in der 25-Meter-Halle mit einem Top-Team angereist. Besonders erfreulich aus Sicht der Gastgeber: Auch die deutschen Schwimmer waren mit einem starken Feld vertreten, vor allem Essen und Dortmund hatten starke Athleten nach Aachen entsandt, die sich hier auf die Kurzbahn-DM Mitte Dezember in Berlin vorbereiteten.

Neben dem 22-jährigen Zellmann, unter anderem Deutscher Meister über 400 und 1500 Meter Freistil auf der Kurzbahn, der in Aachen die lange Strecke gewann. Oder auch Jessica Steiger (Gladbeck), u. a. Deutsche Meisterin und Rekordhalterin über 200 Meter Brust, die auf den Bruststrecken und über 200 Meter Lagen gegen die starke niederländische Konkurrenz siegte.

„Es ist sehr erfreulich, dass wir so eine starke deutsche Konkurrenz haben. Wir sind in diesem Jahr richtig gut besetzt, wobei die Niederländer natürlich wie immer das stärkste Team stellen. Das ist auch ein Kompliment für unser Festival“, freute sich Jochen von Arnim vom Ausrichter Aachener Schwimmverein 06, der das ISF gewohnt souverän ausrichtete.

Im Blickpunkt stand vor allem der Brasilianer Nelson da Silva Junior, der zwar in den USA lebt, aber seit 2009 dem Nationalteam seines Landes angehört. Über 50 Meter Rücken schwamm der 30-Jährige schon im Vorlauf einen Festivalrekord in 24,23 Sekunden. Den pulverisierte er dann abends im Finale mit 23,68 Sekunden, was auch für ihn eine persönliche Bestzeit bedeutete.

Doch der Brasilianer wurde disqualifiziert, da er nach dem Wenden länger als die erlaubten 15 Meter tauchte. „Das ist sehr schade, ich war so glücklich mit meinem Wettkampf und der Zeit“, ärgerte sich der sympathische Schwimmer, der sich mit dem Sieg und einem Festivalrekord in 52:45 Sekunden über die 100 Meter Rücken tröstete.

„Ich würde gerne wiederkommen“

„Das ist ein schönes Meeting, ich würde sehr gerne im nächsten Jahr wiederkommen und über die 50 Meter gewinnen.“ Da Silva ist momentan auf Welttournee, Vor Aachen schwamm er beim Weltcup in Hongkong und Doha, jettete von Bulgarien in die Kaiserstadt und von hier aus weiter nach Tschechien und Norwegen. „Am 22. November geht es dann mal wieder nach Hause“, freut sich der Brasilianer, der sich nächstes Jahr noch einmal für die WM qualifizieren möchte, das Karriereende aber ebenfalls schon im Blick hat.

Davon ist sein Landsmann Mateus Naves Brigido weit entfernt. Der 21-Jährige, der in Aachen studiert, ist momentan der erfolgreichste Schwimmer der Gastgeber. „Mateus hat das Finale über 100 Meter Schmetterling nur um eine halbe Sekunde verpasst“, bedauerte ASV-Cheftrainer Michael Seeger, denn „normalerweise kann er sogar eine gute Sekunde schneller schwimmen.“ Trotzdem war Seeger zufrieden, schließlich ist der junge Brasilianer kürzlich erst von einem sechswöchigen Heimaturlaub zurückgekehrt.

Zufrieden war er auch mit den Leistungen seiner anderen Schützlinge, die erst seit vier Wochen im Training sind. „Sie messen sich hier mit Nationalteam-Athleten und Top-Schwimmern, da waren keine Finalteilnahmen zu erwarten. Aber durch die Bank gab es gute Zeiten, sogar eine ganze Reihe Bestzeiten. Vom Trainingszeitpunkt her bin ich mit den Leistungen zufrieden, vor allem mit Blick auf die NRW-Meisterschaften im November und die Kurzbahn-DM im Dezember sind wir im Soll.“

Das sah Stephan Zehrer genauso. „Wir haben uns gut verkauft, waren teilweise sogar besser als gedacht“, verwies der Trainer der SG Euregio Swim Team auf den aktuellen Trainingsstand. Hoffnungen hatte die SG auf Vera Niemeyer, im vergangenen Jahr Dritte über 800 Meter Freistil, gesetzt, die diesmal in 9:37,86 Minuten aber nur 15. wurde.

„Vera hat sich auf das 24-Stunden-Schwimmen in Göppingen vorbereitet“, so Zehrer. „Die ersten 200, 300 Meter liefen super, dann ist sie eingebrochen und musste der geänderten Vorbereitung Tribut zollen.“ Über die 1500 Meter, die Zellmann in 14:49,35 Minuten gewann, hinterließ aber ihr Vereinskollege Lukas Bücker in 16:29,69 Minuten als Achter einen guten Eindruck.

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