Lukas Achterberg ist ein Kämpfer, der auf seine Schnelligkeit setzen kann

Von: Benjamin Jansen
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Mit Beinen, Fäusten und Ellbogen: Beim Muay-Thaiboxen ist all das erlaubt. Sechsmal in der Woche trainiert Lukas Achterberg (rechts) mit Coach Lukas Guz. Foto: Benjamin Jansen

Muay-Thaiboxen Alsdorf. Für seinen ersten Kampf im Oktober 2015 hätte Lukas Achterberg sich einen anderen Ausgang gewünscht. Es ist nicht so, dass das Debüt des Zwei-Meter-Hünen mit einer Niederlage endete; im Gegenteil: Achterberg schickte seinen Gegner vorzeitig auf die Bretter. Dass der Muay-Thaiboxer aus Alsdorf nicht gänzlich zufrieden war, hatte einen simplen Grund.

„Ich habe drei Sekunden zu lange gebraucht“, sagt Achterberg und lacht. Diese drei Sekunden bedeuteten, dass er über die erste Runde hinausgehen musste und „erst“ in Runde 2 durch K.o. gewann. Vier Kämpfe später lässt sich festhalten: Dieser „Fauxpas“ unterlief kein weiteres Mal.

Ob Europäische Muay-Thai-Liga, NRW-Landesmeisterschaft oder Europameisterschaft: Achterberg, 21 Jahre alt, brauchte nie länger als drei Minuten (eine Runde), um den Ring als Sieger zu verlassen. Sein jüngster Coup liegt gerade einmal einen Monat zurück. In der Gewichtsklasse bis 91 Kilogramm sicherte sich Achterberg den EM-Titel in der B-Klasse. „Es war schon verdammt cool, seine Nation bei so einem Turnier vertreten zu dürfen“, sagt der 21-Jährige stolz. Um den Titel zu sichern, war genau ein Kampf nötig. Er besiegte seinen starken türkischen Kontrahenten Mehmet Ugurlu, natürlich durch (Technischen) K.o. in Runde 1.

Dass Achterberg in Paris nicht mehr Kämpfe bestreiten musste, hat viel mit seiner Gewichtsklasse zu tun. „Beim Thaiboxen spielt sich das Hauptgeschehen in der Klasse bis 70 Kilo ab“, erklärt Achterbergs Trainer Lukas Guz. In der Klasse bis 91 Kilo gibt es dagegen kaum Gegner. Vor den Europameisterschaften absolvierte der Alsdorfer nur vier Kämpfe, „aufgrund seiner Leistungen haben wir gemeinsam mit dem Verband entschieden, dass Lukas sich in Paris beweisen darf“, erklärt Guz.

Offiziell kämpft Achterberg noch in der C-Klasse, bei der EM trat er jedoch in der B-Klasse an. Und das überaus erfolgreich. Dennoch soll Achterberg auch in Zukunft in der C-Klasse antreten, „wir wollen ihn nicht verheizen“, erklärt sein Trainer. Der Höhenflug seines Schützlings wurde im vergangenen Jahr allerdings kurzzeitig ausgebremst, als ihn ein Bandscheibenvorfall zu einer Trainings- und Wettkampfpause zwang.

Erst vor drei Jahren hat Achterberg das Thaibox-Training aufgenommen, vorher hat er Fußball gespielt. Als Torwart war er ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs, er schaffte es sogar in die Kreisauswahl. „Aber irgendwann habe ich die Lust verloren.“ Da war er ungefähr 15 Jahre alt, mit 18 fand er schließlich den Weg zum Thaiboxen. Schnell fand er Gefallen an der komplexen Sportart, die den Einsatz der Beine, Fäuste und Ellbogen zum Kämpfen erlaubt.

Mittlerweile ist er das Aushängeschild des „Tough Gym Alsdorf“, dort trainiert er täglich zwei Stunden mit seinem Trainer, der auch der Inhaber der Kampfsportschule ist. Nur sonntags gönnt er sich eine Auszeit. „Er ist sehr fleißig“, sagt Guz über seinen Schützling und ergänzt: „Er bringt alles mit, was man als Thaiboxer braucht: Talent, Ehrgeiz, Herz.“

Mit blauem Auge zur Arbeit

Manchmal hinterlässt das Training auch Spuren. „Es ist schon vorgekommen, dass ich mit einem blauen Auge zur Arbeit gekommen bin – allerdings ist das eher die Ausnahme“, sagt Achterberg, der zurzeit in Geilenkirchen eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann absolviert. Bis 17 Uhr arbeitet der 21-Jährige in der Regel, um 18 Uhr geht‘s ins Gym. Dieses straffe Programm will Achterberg auch in den nächsten Wochen und Monaten durchziehen, um im kommenden Jahr optimal auf die Weltmeisterschaft im mexikanischen Cancún vorbereitet zu sein. Für die hat er sich durch den EM-Sieg qualifiziert.

Sollte er da das Finale erst in der zweiten Runde für sich entscheiden, dürfte sich die Enttäuschung garantiert in Grenzen halten. „Denn da werden einige Kracher dabei sein“, sagt Achterberg und lacht.

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