Aachen - Lospech: Medaillen-Traum für Max Keller platzt

Lospech: Medaillen-Traum für Max Keller platzt

Von: Lars Brepols
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Nach einem Cut über dem rechten Auge musste der Aachener Boxer Max Keller (blaues Trikot) im Kampf gegen Kamschibek Kunkabajew mit vier Stichen genäht werden. Foto: Torsten Helmke

Boxen Aachen. Für Max Keller ist die Box-WM bereits beendet, bevor es am Wochenende so richtig losgeht und die Medaillen verteilt werden. Doch der Aachener Ausnahmesportler wird trotz seines Aus‘ im Achtelfinale bis Sonntag in Hamburg bleiben, um seine Kollegen aus dem deutschen Team zu unterstützen und um „Boxsport auf Weltklasseniveau zu sehen“, wie es der 25-Jährige formuliert.

Dabei geht Keller davon aus, dass sich im Superschwergewicht am Ende Kamschibek Kunkabajew den Weltmeister-Titel sichern wird. „Wenn ich auf irgendjemanden setzen müsste, würde ich ihn wählen. Es war natürlich unglücklich, dass ich direkt gegen ihn boxen musste“, hadert Keller noch immer mit der für ihn unglücklichen Auslosung.

Nach einem Freilos in der ersten Runde musste der Boxer vom PTSV Aachen direkt im Achtelfinale gegen den Kasachen antreten. Am Ende werteten die Punktrichter den Kampf 5:0 für den Vize-Asienmeister. „Das Urteil in der Höhe konnte ich nicht ganz nachvollziehen, aber dass alle Punktrichter ihn am Ende vorne gesehen haben, dafür hatte ich dann doch Verständnis“, zeigt sich Keller als fairer Verlierer.

Cut an der Augenbraue

Weniger Verständnis hatte der Psychologie-Student für die Entscheidung des Ringrichters in der zweiten Runde. „Da hat mich einer der vielen ungeahndeten Kopfstöße an der Augenbraue getroffen und einen Cut verursacht“, verdeutlicht Keller. Durch die Blutung sei seine Sicht stark eingeschränkt gewesen, und er habe nur noch reagieren können, sagt der 109 Kilogramm schwere Athlet. „Wir haben die Wunde dann in der Pause mit vier Stichen genäht. Und in der letzten Runde habe ich dann noch einmal alles auf eine Karte gesetzt“, berichtet Keller, der den erfahrenen Kasachen durch seinen offensiven Boxstil zwar kurzzeitig aus dem Gleichgewicht, jedoch nicht mehr zu Fall bringen konnte.

„Mit meiner kämpferischen Leistung bin ich insgesamt aber zufrieden. Auch mein Trainer Gregory Tolkovets hatte hinterher nur lobende Worte für mich. Ich kann erhobenen Hauptes aus dem Turnier gehen“, sagt Keller, der nach dem Turnier in der Hansestadt erst einmal im Urlaub in Österreich abschalten und im Anschluss an seiner Masterarbeit weitertüfteln will. „Die letzten Monate waren Training am Limit mit fünf Trainingslagern und drei Einheiten am Tag. Der Körper und der Kopf brauchen jetzt Ruhe“, sagt Keller, der die Boxhandschuhe in den kommenden Wochen erst einmal beiseite legen will.

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