Leichtathletik: Getrübte Bilanz für die Athleten

Von: Wolfgang Birkenstock
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Speerwerfer Sebastian Meyer von der DJK Frankenberg 1912 Aachen erreichte mit seinem ersten Versuch in der U 20 auf 55,99 Meter gerade so das Finale der besten Acht. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Persönliche Bestzeit: Max Nores von der Aachener TG lief die 5000 Meter in 15:21,83 Minuten.

Aachen. Das war nicht unbedingt das Wochenende der Läufer, Werfer und Springer aus der Kaiserstadt. „Die Aachener Leichtathletik ist ein bisschen gerupft worden“, formuliert es ATG-Trainer Peter Lindner. Und spricht dabei auch ein wenig für die anderen Vereine.

Die erfolgreichsten Akteure bei den Deutschen Jugendmeisterschaften waren Max Nores und Sebastian Meyer, die im Ulmer Donaustadion jeweils auf Platz acht landeten. Nores immerhin mit persönlicher Bestzeit.

Auch Beauty Somuah konnte die Bilanz nicht aufhellen. Die Aachenerin im Trikot des ASV Köln, vor den Titelkämpfen mit 11,79 Sekunden Deutschlands Schnellste in der U 18 über 100 Meter und mit den entsprechenden Ambitionen angereist, musste auf das Sprintfinale in Ulm verzichten. Zuvor hatte sie ihren Vorlauf in 12,08, den Zwischenlauf in 11,95 Sekunden, gewonnen.

„Sie war vom Kopf her schon relativ platt nach der U 18-WM in Nairobi“, sagt ihr Trainer Tobias Rüttgers. „Aber dennoch eigentlich in ganz guter Form. Sie hat sich etwas krank gefühlt am Wochenende.“ Daher habe sie das Finale nicht laufen wollen. Der Titel ging bei einem ordentlichen Rückenwind von 3,7 Metern pro Sekunde in 11,66 Sekunden an die Cloppenburgerin Talea Prepens, die Somuah mit ihrer Zwischenlaufzeit von 11,76 Sekunden auch an der Spitze der deutschen Bestenliste ablöste.

Keine Steigerung mehr

Speerwerfer Sebastian Meyer von der DJK Frankenberg 1912 Aachen, der in diesem Jahr schon knapp an die 60 Meter herangeworfen hat, erreichte mit seinem ersten Versuch in der U 20 auf 55,99 Meter gerade so das Finale der besten Acht, konnte sich danach aber nicht mehr steigern.

In der gleichen Altersklasse hatte sich Max Nores sowohl über 1500 als auch über 5000 Meter für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Anstatt sich für eine der Strecken zu entscheiden, ging er über beide Distanzen an den Start.

Zunächst lief er am Freitagabend, zum Ende des ersten Wettkampftages in Ulm, über 5000 Meter in 15:21,83 Minuten auf Rang acht. Bestzeit für den Läufer der ATG. Im 1500-Meter-Vorlauf am folgenden Tag musste er dem schnellen Rennen über die lange Distanz wohl doch Tribut zollen, in 4:08,48 Minuten verpasste er den Finaleinzug um eine gute Sekunde. Nores ist diese Strecke in diesem Jahr schon in 4:01,54 Minuten gelaufen.

Für seine beiden Vereinskollegen Nils Langemeyer und David Salama war ebenfalls bereits nach dem Vorlauf Schluss. Salama sei die 400 Meter bei den NRW-Meisterschaften viel zu schnell losgesprintet, so Trainer Lindner, das habe sich nicht wiederholen sollen. Doch in Ulm passierte genau das Gegenteil. „Ich bin viel zu langsam angegangen“, so Salama nach dem Auftritt bei seinen zweiten Deutschen Meisterschaften.

Nach 51,79 Sekunden war er im Ziel. Gerade einmal 0,07 Sekunden fehlten zum Finaleinzug in der U 18. „Ich bin an die erste Hürde falsch herangelaufen, das zog sich dann durch das ganze Rennen“, sagt Nils Langemeyer. Dafür, dass er jedes Hindernis mit dem falschen Bein überquert habe, so Lindner, „hat er sich noch relativ tapfer durchgekämpft.“

Wie das mit der ersten Hürde passieren konnte, dafür hat der Trainer noch keine Erklärung. Nach 57,09 Sekunden war Langemeyer über 400 Meter Hürden im Ziel. Mit einer Zeit von 55,60 Sekunden hätte er sich für das Finale der U 20 qualifiziert. Das wäre Saisonbestzeit für den ATG-Langsprinter gewesen.

Auch Inga Reul von der DJK Rasensport Aachen-Brand musste nach dem Vorlauf auf der gleichen Strecke ihre Spikes einpacken. Auf der mit zehn Hürden gespickten Stadionrunde wurde sie in der U 20 in 64,60 Sekunden gestoppt. 62,91 Sekunden waren für das Erreichen des Endlaufes notwendig. Eine Zeit, die Reul in diesem Jahr bereits einige Mal gelaufen ist. „Sie war in Topform“, betont Peter Lindner.

Aber wie Beauty Somuah hatte auch ATG-Läuferin Carolin Führen Pech, dass ihr ausgerechnet am DM-Wochenende die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung machte.

Über 1500 Meter Hindernis der U 18 ging ab der Hälfte des Rennens nicht mehr viel. In 5:42,30 Minuten wurde sie Elfte. Die beiden U 20-Sprintstaffeln aus der Kaiserstadt, die der ATG und der StG Regio Aachen, hatten sich just mit exakt der gleichen Zeit von 43,77 Sekunden gerade so für die Titelkämpfe qualifiziert. In Ulm war für Nils Schidlowski, Joep Merx, Jannis Wolff und Lukas Frings schon nach dem missglückten ersten Wechsel Schluss.

Die Kollegen von der StG stellten sich etwas geschickter an. Sebastian Meyer, Henrik Fischer, Lennart Gaisbauer und Kaiseng Quach benötigten im Vorlauf über 4 x 100 Meter 44,08 Sekunden, um das Staffelholz einmal um die Stadionrunde zu transportieren. Das Quartett hätte sich auf 43,60 Sekunden steigern müssen, um ins Finale einzuziehen.

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