Kurhaus verliert das Spiel, aber erreicht das Ziel

Von: Benjamin Jansen
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Nach einer „bescheidenen Leistung“ im Einzel lieferte Kurhaus-Akteur Philipp Oswald im Doppel eine ganz starke Vorstellung ab. Foto: Wolfgang Birkenstock

Tennis Aachen. Als Matthias Bachinger und Philipp Oswald den zweiten Matchball erfolgreich abgeschlossen hatten, ließ Alex Legsding seinen Emotionen freien Lauf. Der Teamchef des TK Kurhaus Aachen sprintete mit hochgerissenen Armen auf den Center Court, um seine beiden Doppelspieler als erster Gratulant in Empfang zu nehmen.

Zwar hatte das Lambertz-Team gerade mit 2:4 gegen den Rochusclub Düsseldorf verloren, der zweite Matchpunkt reichte am Sonntagnachmittag aber, um Platz drei am letzten Spieltag der Tennis-Bundesliga zu verteidigen. „Ich habe mich selten so über eine Niederlage gefreut“, teilte Legsding den rund 750 Zuschauern im Kurpark mit, die in den Minuten zuvor ein spannendes Doppel erlebt hatten.

Es war der gelungene Abschluss einer turbulenten Saison, die auf kuriose Art mit einem „Erfolg“ des Kurhaus-Teams endete. Oder wie Spielertrainer Dominik Meffert es formulierte: „Das ist ein gefühlter Sieg für uns – obwohl Düsseldorf verdient gewonnen hat.“

Das erste Spiel des Tages hielt keine spektakulären Ballwechsel bereit, da es schon wieder beendet war, bevor es richtig begonnen hatte. Schon beim Warmmachen war deutlich zu sehen, dass Nils Langer mit seiner Adduktorenverletzung zu kämpfen hatte. Zwar nahm der 27-Jährige im ersten Spiel dem Slowaken Filip Horansky den Aufschlag ab, da er sich aber kaum bewegen konnte, kassierte Langer das Re-Break. Nach einem weiteren Aufschlagspiel gab er auf.

Auf dem Nebenplatz hatte auch Philipp Oswald Probleme – allerdings „nur“ mit der Spielweise seines Gegners. Der Österreicher hatte dem druckvollen Spiel von Matwe Middelkoop im ersten Satz nicht viel entgegenzusetzen und verlor 2:6. Im zweiten Abschnitt stellte sich Oswald besser auf die Aufschläge des Niederländers ein und ging höheres Risiko. Das wurde mit einer 4:2-Führung belohnt, aber da der Doppelexperte sein Spiel nicht konsequent durchzog, drehte Middelkoop das Spiel kurz vor Schluss (4:6). „Matwe hat es taktisch richtig klug gespielt. Ich habe es heute nicht geschafft, vernünftig zu retournieren“, erklärte Oswald, der sich eine „bescheidene Leistung“ attestierte.

Das große Ziel, den dritten Platz zu verteidigen, geriet endgültig in Gefahr, als sich Dominik Meffert im Champions Tiebreak mit 4:10 dem Niederländer Wesley Koolhof geschlagen geben musste. Den ersten Satz hatte Aachens Spielertrainer noch im Tiebreak gewonnen, im zweiten Durchgang war er chancenlos (1:6). „Wesley war fitter als ich und hat einfach weniger Fehler gemacht“, bilanzierte Meffert. „Er hat verdient gewonnen.“

Im letzten Einzel gab es ebenfalls einen verdienten Sieger – der diesmal das Kurhaus-Trikot trug. Da Matthias Bachinger die zahlreichen langen Ballwechsel für sich entschied und sehr konstant spielte, setzte er sich mit 6:4, 6:2 gegen Tom Schönenberg durch.

Am Nachmittag stand fest, dass Nils Langer auch das Doppel abschenken musste, und so wurde das zweite Doppel zum Endspiel um Platz drei. Und die Zuschauer, die sich um den Center Court versammelt hatten, sahen ein hochklassiges Spiel zwischen Bachinger/Oswald und Middelkoop/Horatsky. Auf beiden Seiten wurde gut aufgeschlagen, und deshalb war es aus Aachener Sicht umso ärgerlicher, dass ein Doppelfehler von Matthias Bachinger für das vorentscheidende Break zum 5:6 sorgte. Im zweiten Satz entwickelte sich ein Nervenkrimi, ein erfolgreich abgeschlossener Marathonballwechsel brachte dem Kurhaus-Doppel die 3:1-Führung, die nicht mehr aus der Hand gegeben wurde.

Im Champions Tiebreak liefen die Aachener einem 0:2-Rückstand her, der jedoch beim Stand von 6:6 egalisiert wurde. Nach einem Ass zum 9:6 hatte Kurhaus drei Matchbälle, und der zweite sollte den Jubelsturm des Teamchefs auslösen.

Legsdings Saisonfazit: „In Anbetracht der vielen Verletzungen war es eine gute Saison“, bilanzierte der 53-Jährige, richtete den Blick aber bereits nach vorne. „In der neuen Saison müssen wir uns aber so aufstellen, dass wir Ausfälle besser kompensieren können.“

 

Kurhaus Aachen - Düsseldorf: Nils Langer - Filip Horansky 1:2 , Matthias Bachinger - Tom Schönenberg 6:4, 6:2, Philipp Oswald - Matwe Middelkoop 2:6, 4:6, Domink Meffert - Wesley Koolhof 7:6 (3), 1:6, 4:10, Bachinger/Oswald - Horansky/Koolhof 5:7, 6:3, 10:7, Langer/Meffert - Schönenberg/Middelkoop (Aufgabe Kurhaus)

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