Broichweiden - Kein Wochenende für schwache Nerven

Kein Wochenende für schwache Nerven

Von: Benjamin Jansen
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So sehen Sieger aus: Die Mannschaft von BTB Aachen setzte sich im Siebenmeterwerfen durch und sicherte sich zum ersten Mal den Pokal. Foto: Martin Ratajczak, Benjamin Jansen
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Kein Durchkommen: Pascal Schröder (2. v. r.) bleibt hier in der Hintermannschaft von BTB Aachen hängen. Foto: Martin Ratajczak, Benjamin Jansen

Handball Broichweiden. Bernd Schellenbach gab vor dem Turnier eine Prognose ab, und mit dieser Prognose lag er nicht ganz falsch. Im Gegenteil. Der Trainer des Stolberger SV sagte: „Wir haben eine sehr gute Mannschaft und sind für alle Teams ein gefährlicher Gegner.“ Das war noch untertrieben.

Seine Truppe, als Landesligist das klassentiefste Team bei der elften Auflage des EWV-Cups, stellte den Birkesdorfer TV, Schwarz-Rot Aachen und den belgischen Vertreter, die KTSV Eupen, nicht nur vor Probleme; sie sorgte sogar dafür, dass diese drei Teams nach der Vorrunde die Heimreise antreten durften. Und das war nicht die einzige Überraschung, die sich an diesem Wochenende in der Halle an der Parkstraße zugetragen hatte.

Denn mit dem Verbandsligisten VfL Bardenberg qualifizierte sich ebenfalls eine Mannschaft für das Halbfinale, die nicht zum direkten Favoritenkreis gehörte. Sehr zum Leidwesen von Gastgeber TV Weiden: Der Vorjahressieger schied bereits in der Vorrunde aus, und so fand sich nur ein Weidener Verein im Halbfinale wieder: Westwacht Weiden.

Dass es bei der Ermittlungen der Finalisten keine Überraschungen gab, hatte viel mit Kondition zu tun, aber vor allem mit Erfahrung. Oder wie Bardenbergs Trainer Andreas Heckhausen es formulierte: „Wir hatten ein bisschen zu viel Respekt vor der Westwacht.“ Dennoch zog sich der VfL gegen den Oberligisten achtbar aus der Affäre (11:14). Das galt auch für den Stolberger SV, der dem Turnierfavoriten BTB Aachen in der Anfangsphase ordentlich Paroli bot. Beim Stand von 7:6 verschärften die Aachener aber das Tempo und zogen – angeführt von einem starken Philipp Wydera, der allein im Halbfinale sieben Treffer erzielte – auf 16:10 davon. Am Ende konnten die Stolberger nur noch Ergebniskosmetik betreiben (16:12).

Im Finale schenkten sich die beiden ambitionierten Oberligisten keinen Meter, zu Beginn jagte eine Zwei-Minuten-Strafe die nächste. In Überzahl gelang es Westwacht Weiden nicht, einen Treffer zu erzielen und so ging BTB Aachen – in Unterzahl – mit 4:2 in Führung. Das hatte viel mit konsequenter Chancenverwertung zu tun, aber vor allem mit dem überragenden Aachener Keeper Niclas Elsen, der mit mehreren starken Paraden sein Team auf Kurs hielt und später zum „Spieler des Finales“ gewählt wurde (siehe EWV-Cup-Splitter).

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, die Führung wechselte hin und her. Sieben Sekunden vor dem Ende vergab ausgerchnet der Aachener Wydera, der beste Torschütze des Turniers, beim Stand von 9:9 die große Chance, sein Team zum Sieg zu werfen, und so musste das Siebenmeterwerfen die Entscheidung bringen.

Zum Matchwinner avancierte aber nicht nur Elsen, der direkt den ersten Siebenmeter parierte. Beim vierten Weidener Versuch ließ der 21-Jährige seinem Teamkollegen Benedikt Schüler zwischen den Pfosten den Vortritt; eine gute Entscheidung, denn der zweite Aachener Keeper entschärfte den Wurf von Timo Wolff. Dass Westwacht-Keeper Tobias Bayer ebenfalls einen Versuch vereitelte, fiel da nicht weiter ins Gewicht, da alle anderen Aachener sich keine Blöße gaben.

„Nachdem wir in der Vergangenheit häufig knapp gescheitert sind, ist es umso schöner, dass wir uns heute den Titel gesichert haben“, erklärte BTB-Coach Martin Becker sichtlich zufrieden. Auch Organisator René Matt freute sich über ein „durchweg gelunges Turnierwochenende“, das rund 350 Zuschauer besucht hatten. Überraschungen inklusive.

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