Aachen - José Hoffmann und der Erfolg des „Technikfreaks“

José Hoffmann und der Erfolg des „Technikfreaks“

Von: Benjamin Jansen
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Die richtige Technik will gelernt sein: José Hoffmann (Mitte) zeigt dem Brander Basketballnachwuchs, worauf es ankommt. Foto: Benjamin Jansen

Basketball Aachen. Es gibt da diese Geschichte im Leben der ehemaligen Basketballspielerin José Hoffmann, die die Arbeitsweise der heutigen Trainerin maßgeblich beeinflusst hat. 15 Jahre war Hoffmann alt, als sie zur Sichtung des niederländischen Basketballverbandes eingeladen wurde.

Die Tür zur Nationalmannschaft hatte sich für die talentierte Aufbauspielerin geöffnet, kurz vor dem Ziel fiel sie aber zu. „Weil ich ‚nur‘ eine Linkshänderin war und nicht beidhändig“, sagt Hoffmann 40 Jahre später.

Die Enttäuschung hat sie längst überwunden, als Trainerin hat sie daraus sogar ihre Lehren gezogen. „Ich lege sehr viel wert auf Technik. Schon die Kleinsten müssen bei mir mit beiden Händen dribbeln“, sagt die Niederländerin, die seit mehr als 20 Jahren Kinder und Jugendliche beim Brander TV anleitet.

Die Kleinsten, das sind die „Minis“ im Alter von vier bis sieben Jahren, die Hoffmann jeden Samstagmorgen über das Feld scheucht; eine von vielen Gruppen, die die frühere niederländische Zweitligaspielerin trainiert. 14 Stunden pro Woche verbringt Hoffmann in der Halle – nicht eingerechnet ist die Zeit am Wochenende, die die 55-Jährige aufwendet, um die U 12, die U 14 und die weibliche U 16 im Meisterschaftsspielbetrieb zu betreuen.

Dass der Brander Nachwuchs seit vielen Jahren sehr erfolgreich in den oberen Jugendligen unterwegs ist und der BTV im Nachwuchsbereich zu den besten 25 Vereinen in NRW zählt, ist nicht zuletzt auf Hoffmanns kontinuierliche Arbeit zurückzuführen. Oder wie Hans Paffen es formuliert: „José ist die tragende Säule unserer Jugendarbeit“, lobt der Abteilungsleiter für Basketball und Badminton die Arbeit seiner fest angestellten Trainerin.

Schon bei ihrem ersten Verein, dem BC Boemerang im niederländischen Urmond, wurde Hoffmann ins Jugendtraining eingebunden, 1977 war das. „Und seitdem bin ich nicht mehr davon weggekommen.“ Sie erwarb den Mini-Trainerschein und die C-Trainer-Lizenz, absolvierte in Deutschland mehrere Fortbildungen. Nach einem Kreuzbandriss und einem „allerletzten Bänderriss“ beendete Hoffmann 1996 ihre aktive Karriere als Basketballerin, 1997 schloss sie sich dem BTV als Trainerin an.

Um den Basketball-Nachwuchs noch intensiver betreuen zu können, hat Hoffmann 2007 ein Trainingscamp auf die Beine gestellt, das drei Mal im Jahr in Brand stattfindet (Oster-, Sommer- und Herbstcamp). Die Technikschulung steht bei den Camps im Mittelpunkt, denn „wenn ich eine gute Technik habe, kommt alles andere von alleine“, ist Hoffmann, die sich selbst liebevoll als „Technikfreak“ bezeichnet, überzeugt.

Auch Tim Elkenhans und Oleg Legankovas sind bei ihr in die Lehre gegangen. Elkenhans spielt aktuell mit der U19-Mannschaft der Rheinstars Köln in der Nachwuchsbundesliga (und parallel dazu mit dem Männerteam der BG Aachen in der Oberliga), Legankovas hat im Mai seinen Vertrag bei den Bayer Giants Leverkusen um zwei Jahre verlängert.

2013 hatte der Deutsch-Litauer großen Anteil an der Meisterschaft der Leverkusener in der ProB und wurde zum „NBBL-Allstar“-Spiel eingeladen. Der Kontakt zu den beiden talentierten Basketballern ist nie abgerissen, Hoffmann telefoniert auch heute noch mit den beiden ehemaligen Brandern.

Natürlich bringen nicht alle Spieler so viel Talent mit wie Elkenhans und Legankovas, aber das spielt für Hoffmann auch gar keine Rolle. „Mir ist wichtig, dass die Kinder mit Spaß bei der Sache sind“, sagt die 55-Jährige. Besonders am Herzen liegen ihr die Kinder, die es „etwas schwerer im Leben haben“. Der Sport verändere ihre Persönlichkeit und überschüssige Energie lasse sich beim Basketball ohnehin sehr gut nutzen. „Allerdings erwarte ich von allen, dass sie sich gegenseitig mit Respekt behandeln“, legt sie auch im Training großen Wert auf das soziale Verhalten ihrer Schützlinge.

Die Lust an ihrem Job hat José Hoffmann auch nach 40 Jahren noch nicht verloren. Warum? „Weil Kinder, die sich darüber freuen, was sie erreicht haben, mir ein perfektes Feedback geben.“ Und die meisten von ihren Schülern können mittlerweile auch mit beiden Händen dribbeln.

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