Dem TK Kurhaus gelingt das Comeback

Von: Benjamin Jansen
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Champions Tiebreak gewonnen, Spiel gedreht: Cedrik-Marcel Stebe (vorne) und Dominik Meffert überzeugten im „Herzinfarkt-Doppel“ mit Nervenstärke. Foto: Benjamin Jansen

Tennis Aachen. Vor dem Spiel gegen den amtierenden Meister Gladbacher HTC gab es eine klare Ansage des Trainers. „Sollten wir heute in den Champions Tiebreak gehen, dann gehen wir auch als Sieger vom Platz“, hatte Dominik Meffert seinen Spielern mit auf den Weg gegeben.

Das war zugleich auch eine mutige Prognose, wenn man bedenkt, dass der TK Kurhaus Aachen zuletzt vier Mal in Folge im Entscheidungssatz den Kürzeren gezogen hatte. Mefferts „Dienstanweisung“ wurde am Sonntag zwar nur in den beiden Doppeln umgesetzt, aber genau die brachten die Entscheidung. Vor 800 lautstark jubelnden Zuschauern setzte sich das Lambertz-Team im Kurpark mit 4:2 gegen Gladbach durch.

Im Vorjahr stand das Duell noch im Zeichen der Meisterschaft. Daniel Gimeno-Traver hatte mit seinem gewonnenen Einzel gegen Matthias Bachinger für die Entscheidung im Titelkampf gesorgt. Auf der Zielgeraden hatte Gladbach die Meisterschaft gefeiert, Kurhaus war auf Platz vier abgerutscht.

Der Spanier, der verletzungsbedingt in der Weltrangliste auf Platz 426 zurückgefallen ist, eröffnete die Partie – und brachte die Gladbacher in Führung. Danach sah es im ersten Satz allerdings nicht aus: Maximilian Marterer hatte die Partie im Griff und sich nach einem Break-Festival mit 6:3 durchgesetzt. Im zweiten Durchgang erhöhte Gimeno-Traver mit platzierten Vorhandschlägen den Druck, und die Fehlerquote stieg bei Marterer; der Champions Tiebreak musste die Entscheidung bringen.

Ob Marterer an die Worte seines Trainers gedacht hat, ist nicht überliefert. Am Ende musste er sich knapp mit 8:10 geschlagen geben. Meffert verfolgte das zweite Herreneinzel nicht, da er zeitgleich auf dem Nebenplatz spielte. Matthias Bachinger hatte sich nach seinem Sieg am Samstag beim ITF-Turnier im italienischen Bozen erschöpft abgemeldet, und so wurde aus dem Trainer wieder ein Spielertrainer. Meffert hielt das Spiel gegen den Polen Kamil Majchrzak lange offen, da der 36-Jährige aber in beiden Sätzen in der Schlussphase ein Break kassierte (5:7, 4:6), lagen die Aachener 0:2 hinten. „Genau dieses eine Break war Kamil auch besser“, gab Meffert unumwunden zu.

Frühes Break

Cedrik-Marcel Stebe kassierte das erste Break früher, um genau zu sein: direkt im ersten Aufschlag-spiel. Zwischenzeitlich führte der Kasache Aleksandr Nedovyesov sogar 5:2. Stebe kämpfte sich aber in die Partie zurück, während Nedovyesov mit den Schiedsrichterentscheidungen haderte. Den ersten Satz holte sich Stebe im Tiebreak, im zweiten Durchgang ließ der 26-Jährige den Kasachen nicht mehr ins Spiel kommen (6:3). „Cedrik hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und hinten raus eine ganz starke Leistung gezeigt“, freute sich Meffert darüber, dass Stebe den Rückstand verkürzte. Der wiedergenesene Steve Darcis hatte ebenfalls Startschwierigkeiten, wehrte zu Beginn aber reihenweise Breakbälle ab. Jan Satral biss sich an dem Belgier die Zähne aus – und kassierte seinerseits das vorentscheidende Break zum 2:3. Darcis bekam immer mehr Sicherheit in seine Schläge und sicherte sich den ersten Satz (6:3.). Um dem Champions Tiebreak aus dem Weg zu gehen, gelang Darcis kurz vor dem Ende des zweiten Durchgangs das entscheidende Break zum 7:5. Die „Herzinfarkt-Doppel“, wie Teamchef Alex Legsding sie später nennen sollte, sorgten für das perfekte Aachener Comeback: Darcis/Marterer behielten gegen Satral/Tim Sandkaulen die Nerven und sicherten sich den Champions Tiebreak mit 10:7. Mit dem selben Ergebnis schickten Meffert/Stebe die Gladbacher Nedovyesov/Roman Jebavy auf den Heimweg.

Ergebnisse: Steve Darcis - Jan Satral 6:3, 7:5, Maximilian Marterer - Daniel Gimeno-Traver 6:3, 3:6, 8:10, Cedrik-Marcel Stebe - Aleksandr Nedovyesov 7:6 (3), 6:3, Dominik Meffert - Kamil Majchrzak 5:7, 4:6, Darcis/Marterer - Jan Satral/ Tim Sandkaulen 3:6, 7:5, 10:7, Stebe/Meffert - Nedovyesov/Roman Jebavy 5:7, 7:5, 10:7

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