BW Aachen: Auf Augenhöhe gespielt, aber das Pech gepachtet

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
14987528.jpg
Musste sich dem Doppel Jan-Lennard Struff/Tim Pütz im Champios Tiebreak hauchdünn geschlagen gegen: Aachens belgisches Daviscup-Duo Joris De Loore (vorne) und Ruben Bemelmans. Foto: Uwe Jaeckel

Aachen. Was einst der ehemalige Bayern-Fußballprofi Jürgen Wegmann zum Besten gab, ist längst ein geflügeltes Wort geworden: „Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.“ Kann man immer mal wieder anwenden, den eigentlich verkorksten Spruch. Er trifft momentan etwa auf Tennis-Bundesligist Blau-Weiss Aachen zu.

Dieser kassierte am Sonntag gegen den TC BW Halle im dritten Saisonspiel mit 2:4 die dritte Niederlage. Die Matches fanden zum Großteil auf Augenhöhe statt. Es nutzte nichts.

Am Ende der meisten entscheidenden Ballwechsel hatten die Gäste das Glück auf ihrer Seite, trafen die Linie, das Netz oder es gelangen unerreichbare Passierbälle. Auf der anderen Seite landeten sie Millimeter im Aus, blieben im Netz hängen oder wurden perfekt returniert. So wanderten zahlreiche Punkte auf das Konto der Gäste, die einen 0:2-Rückstand nach den ersten beiden Einzeln drehten.

Dennoch zeigten die Blau-Weiss-Profis, dass sie in die Liga gehören. „Wir haben eben nur zu viele Chancen liegengelassen gegen eine Mannschaft, deren Spieler von der Papierform her in der Weltrangliste wesentlich höher angesiedelt sind als unsere“, war Aachens Trainer Alex Jakubec mit den Leistungen einverstanden, mit dem Ergebnis natürlich nicht: „Es ist schon ein bisschen ärgerlich, dass wir in manch entscheidender Situation nicht konsequent und präzise genug waren.“

In den Einzeln legten Joris De Loore, Aachens Nummer 2, und Yannik Mertens an Nummer 4 zwei Siege für die Gastgeber vor. De Loore, Nummer 199 der Weltrangliste, gelang in seinem dritten Einzel der Saison sein dritter Sieg. Da stimmte so gut wie alles gegen Jan-Lennard Struff, die Nr. 53 in der Tenniswelt. Struff widerfuhr im Champions Tiebreak beim Stande von 7:7 ein Doppelfehler. Er donnerte seinen Schläger auf den Boden. Das passierte ihm erneut, als er 8:9 zurücklag und zum Matchball für De Loore servierte – 8:10, Aus. Wieder schmiss er sein Spielgerät wütend auf die rote Asche, um es dann über den vier Meter hohen Zaun ins Naturschutzgebiet hinter dem Klub zu befördern. Die Balljungen waren um eine Trophäe reicher – dank schlechten Benehmens eines schlechten Verlierers.

Derselbe De Loore, Aachens bislang bester Spieler in der Meisterschaftsrunde, erlebte umgekehrt an der Seite von Ruben Bemelmans, seinem belgischen Daviscup-Kollegen (spielen im September das Halbfinale gegen Australien), jenes „Wegmann-Trauma“, als sie gegen Struff/Tim Pütz ein ganz starkes Doppel mit 6:7 (7:9) und 5:7 abgeben mussten – ihre Schläger nahmen keinen Schaden.

Ergebnisse: Ruben Bemelmans - Robin Haase 6:7 (5), 3:6, Joris De Loore - Jan-Lennard Struff 6:3, 4:6, 10:7, Yannik Reuter - Tim Pütz 3:6, 3:6, Yannik Mertens - Thiemo de Bakker 7:6 (5), 2:6 10:7, Bemelmans/De Loore - Struff/Pütz 6:7 (7), 5:7, Mertens/Sander Gille - Haase/de Bakker 3:6, 3:6

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert