Aachenerin Amélie Marseille startet bei Segel-DM

Von: Tyrone Schwark
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Startet mit ihrem eigenen Boot bei der Deutschen Meisterschaft in Flensburg. Dafür hat sie viele Stunden auf dem Rursee trainiert. Foto: Oliver Marseille
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Hat große Ziele mit ihrem neuen Hobby: Amélie Marseille. Foto: T. Schwark

Aachen. „In der Schule lernt man nicht nur für die nächste Klausur, sondern fürs Leben.“ Ein Zitat, das wohl fast jeder in seiner Schulzeit mindestens einmal gehört hat. Das dies jedoch nicht nur für Mathematik, Geschichte und Politik gilt, zeigt die Aachenerin Amélie Marseille.

Die 15-Jährige hat während einiger Schulcamps ein neues Hobby für sich entdeckt: das Segeln. Derzeit kämpft sie im hanseatischen Travemünde mit den Wellen, um für ein besonderes Event zu trainieren. Ab dem Dienstag hisst sie nämlich bei der Deutschen Meisterschaft ihr Segel – in der A-Klasse.

Amélie hat trotz ihrer jungen Jahre bereits viele Sportarten ausprobiert. Eins hat sie jedoch immer wieder gestört: „Ich möchte Spaß am Sport haben, oft waren meine Trainer zu hart mit uns. Bei einem war es sogar so schlimm, dass jedes mal jemand weinen musste.“ Unter solchen Erfahrungen wollte sie einen Schlussstrich ziehen. Mit Erfolg.

Aufmerksam geworden

Anfänglich segelte sie beim Schwammenaueler Segel-Club auf dem Rursee. „Das Ganze aber nur, wenn ich Lust dazu hatte“, sagt sie. Schnell wurde allerdings ein Jugendtrainer auf ihr Talent aufmerksam. „Die Betreuer dort waren sehr nett und haben mich wirklich unterstützt und nicht nur gescheucht.“ Ihre ersten Regatten gewann sie relativ schnell. Mit einem geliehenen Boot vom Verein. Heute startet sie mit ihrem ganz eigenen Boot. Das hat sie von ihren Eltern geschenkt bekommen.

Ohne jegliche Unterstützung wäre die Ausübung ihres Hobby nicht möglich. „Ich habe meine Eltern so oft gefragt, ob das okay für sie ist“, sagt sie. „Erst habe ich gedacht, sie denken, dass ich das nur mache, weil mein Vater auch während des Studiums gesegelt hat.“ Denn es ist schließlich auch ein teures Hobby: Allein ihr Segelboot hat 1200 Euro gekostet – und das, obwohl es bereits gebraucht war.

Wenn Amélie aber über das Segeln spricht, merkt man ihr an, dass es wohl bereits mehr als ein Hobby ist. Schnell philosophiert sie über den Vorteil teurer Boote, schweift über die Besonderheiten des Wellengangs ab und versucht dann zu erklären, warum es wichtig ist, viel über das Segeln zu lesen.

Ehrgeiz wurde geweckt

Trotz vieler Pokale in ihrem Zimmer und der Teilnahme an der DM in Flensburg bleibt sie ihrem Grundsatz treu: „Ich möchte dort mit Spaß segeln.“ Allerdings wurde auch ihr Ehrgeiz geweckt: „Ich möchte auch ein wenig lernen, mich besser durchzusetzen und ein paar Konkurrenten hinter mir lassen.“

Dabei denkt sie schon viel weiter. Amélie hat mehr im Kopf, als nur Titel und Pokale: „Mein größter Traum ist es, einmal um die ganze Welt zu segeln.“ Ein großer Traum für eine kleine Seglerin.

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