100 Kilometer: André Collet freut sich auf „kleines Abenteuer“

Von: Niklas Zehbe
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Mit Printen im Gepäck ins Reich der Mitte: André Collet startet am Samstag beim „Fuxian Lake Highland Ultramarathon“. Foto: Birkenstock

Ultramarathon Aachen. André Collet hat schon einiges in seiner Karriere erlebt. Im vergangenen Jahr gewann er über 100 Kilometer den WM-Titel in seiner Altersklasse; persönliche Bestzeit und deutscher Rekord inklusive. Die gleiche Distanz um den größten Süßwasser-See Chinas zu laufen, ist aber selbst für den erfahrenen Läufer ein echtes Highlight: „Das wird ein kleines Abenteuer.“

In 1700 Metern Höhe liegt der Fuxian-See in der Provinz Yunnan. Eine hüglige Strecke, Temperaturen um die 23 Grad Celsius und etwa 87 Prozent Luftfeuchtigkeit erwarten den zweimaligen Deutschen Meister über die 100-km-Distanz bei seinem letzten Lauf im Kalenderjahr 2017.

Unter erschwerten Bedingungen bildet der „Fuxian Lake Highland Ultramarathon“ den Abschluss einer – aus seiner Sicht – „katastrophalen Saison“. Die war geprägt von zahlreichen Verletzungen, die Collet immer wieder zurückwarfen: Probleme mit dem hinteren Oberschenkel, Wadenbein, Kniegelenk – „nahezu meine gesamte Beinmuskulatur war beeinträchtigt“, sagt der 46-Jährige rückblickend. Nicht nur deshalb werde er sich im Rennen zurückhalten: „Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit wird man sehr langsam laufen müssen. Viele Läufer werden sich verheizen.“

Einen Platz unter den ersten 20 bis 30 Läufern will Collet am kommenden Samstag erreichen. Viele der Top-100-Läufer weltweit sind nach China eingeladen worden, zudem laufen 500 Chinesen mit. Seine Einladung hat Collet erst vor wenigen Wochen erhalten. Die Vorbereitung auf den Lauf sei deshalb nicht ideal gewesen. „Ich hatte ursprünglich schon einen Palma-Marathon gebucht“, erinnert sich Collet. Dass der 46-Jährige dennoch ins Reich der Mitte reist, hat mehrere Gründe: „Auch wenn es keine Europa- oder Weltmeisterschaft ist, nehme ich den Wettkampf sehr ernst.“

Zudem sind Top-Athleten aus Japan, Schweden oder eben Deutschland von den chinesischen Gastgebern zu einer Sportlergala eingeladen worden, Hotel- und Flugkosten werden übernommen. Collet freut sich über diese „tolle Wertschätzung und Anerkennung unserer Leistung“. Für die Gastfreundschaft revanchieren möchte sich der Aachener mit einem regionalen Mitbringsel: einer Packung Printen, die das Symbol seines Vereins, der Aachener Turn-Gemeinde, zieren soll.

Nach China begleiten wird ihn neben den deutschen 50-km-Läufern Carsten Stegner und Alexander Dautel auch seine Frau Beate. Mit ihr wird er im Anschluss an den Wettkampf noch einige Tage im Land der aufgehenden Sonne verbringen. „Bei kleineren Beschwerden kann meine Frau mich massieren. Ansonsten hoffe ich auf einen guten Akupunkteur vor Ort“, scherzt Collet.

Auch aufgrund der körperlichen Anstrengung könnte der Lauf um den Fuxian-See eines seiner letzten Rennen werden. „Mein Körper fährt bei jedem Lauf Achterbahn. Der Aufwand wird dementsprechend immer heftiger und ich muss mich immer häufiger zum Laufen aufraffen“, hat Collet bemerkt.

Die kommende Weltmeisterschaft in Kroatien werde definitiv seine letzte sein. Unter anderem mit Florian Neuschwander und Benedikt Hoffmann im fünfköpfigen deutschen Team sei die Goldmedaille das klare Ziel. „Das ist absolut realistisch. Drei unserer Läufer schaffen die 100 Kilometer in unter 6:50 Stunden“, ist Collet zuversichtlich, eine vordere Platzierung mit dem Team zu erreichen. Für ihn wäre es jedenfalls „noch toller als der Sieg in meiner Altersklasse“.

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