Zweitliga-Wettrüsten bleibt in Winterpause aus

Von: dpa
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Gerald Asasmoah
Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah nimmt Fürth am Training des Fußball-Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth teil. Die großen Clubs im Fußball-Unterhaus üben sich in Bescheidenheit. Klangvolle Namen sucht man unter den Winter-Zugängen des Spitzenquintetts in der 2. Bundesliga fast vergeblich - mit einer Ausnahme: Die fränkischen Aufstiegsträumer von Greuther Fürth haben in der Winterpause Asamoah aus der Versenkung geholt und hoffen in den restlichen 1350 Saisonminuten auf einen zweiten Frühling des Angreifers. Foto: dpa

München. Die großen Clubs im Fußball-Unterhaus üben sich in Bescheidenheit. Klangvolle Namen sucht man unter den Winter-Zugängen des Spitzenquintetts in der 2. Bundesliga vergeblich - mit einer Ausnahme.

Die fränkischen Aufstiegsträumer von Greuther Fürth haben in der Winterpause den ehemaligen deutschen Nationalspieler Gerald Asamoah aus der Versenkung geholt und hoffen auf einen zweiten Frühling des Angreifers. „Mike Büskens hat mich für dieses Projekt unheimlich begeistert”, schwärmt der 33-Jährige. Die neue Attraktion der Liga ist er schon jetzt.

Ansonsten vertrauen die Aufstiegsanwärter vor allem ihrem bewährten Personal. Etat-König Eintracht Frankfurt verstärkte mit dem in Freiburg aufs Abstellgleis geratenen Heiko Butscher zumindest seine Defensive, den erhofften Wechsel des Wolfsburger Stürmers Patrick Helmes musste Trainer Armin Veh hingegen abschreiben. „Was da aufgerufen wird, ist nicht machbar für uns”, beklagte sich der Coach über die Ablöseforderungen der Niedersachsen.

Dabei könnte der Zweitliga-Dritte eine personelle Auffrischung vorne gut gebrauchen. Erwin Hoffer und Rob Friend sind nicht gerade in Topform, Theofanis Gekas verabschiedete sich für knapp 350 000 Euro Ablöse in die Türkei (Samsunspor), Mohamadou Idrissou fehlt noch verletzt und fällt zum Auftakt wohl aus. „Wenn Idrissou rechtzeitig zurückkommt, ist es nicht dramatisch. Aber wenn nicht, haben wir ein echtes Problem”, kommentierte Veh die Situation.

Für Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf war Wettrüsten keine Option - warum auch, nach nur einer Niederlage bis Weihnachten. Durch die Verpflichtungen des beim 1. FC Köln aussortierten Mittelfeldläufers Adam Matuschyk und Stürmer Timo Furuholm (Finnland) wollen die Rheinländer den internen Konkurrenzkampf immerhin nochmals beleben. „Kein sogenannter Stammspieler sollte sich sicher fühlen”, verdeutlichte Trainer Norbert Meier, der seinen Vertrag bis 2014 verlängerte. Matuschyk (22), der sich noch fürs polnische EM-Team bewerben will, macht keinen Hehl aus seinen Erwartungen: „Ich will mit der Fortuna das Saisonziel erreichen: den Aufstieg.”

Der Tabellenvierte FC St. Pauli holte nur einen Neuen - für eine Position, auf der er eigentlich schon gut besetzt ist. Im Tor dürfte Philipp Heerwagen (ausgeliehen vom VfL Bochum) kaum Chancen auf den Stammplatz haben. Die Kiezkicker verpflichteten den 28-Jährigen nach der Verletzung von Stammkeeper Philipp Tschauner eher als Notnagel, das Vertrauen als Übergangs-Nummer 1 dürfte Trainer André Schubert in Benedikt Pliquett setzen.

Das Überraschungsteam vom SC Paderborn, nur drei Zähler hinter Düsseldorf, holte zwei Talente. Bei den Kellerteams tat sich im Winter mehr. Gleich zwei Teams bedienten sich aus dem Reservoir des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern. Der Drittletzte FSV Frankfurt holte drei Neue, darunter leihweise die Pfälzer Ilijan Micanski und Chadli Amri. Der FC Ingolstadt schlug gleich fünfmal zu und sicherte sich neben Florian Heller (Mainz) sowie Paulis Ralph Gunesch auch die Dienste von Lauterns Adam Nemec. „Ich bin froh, dass im Winter so gute Spieler auf dem Markt waren”, sagte Trainer Tomas Oral.

Auch der Vorletzte Hansa Rostock und das Schlusslicht aus Karlsruhe schlugen kräftig zu. Den prominentesten Namen aber lockte Alemannia Aachen in den Abstiegskampf: Albert Streit. Neben dem Klassenverbleib dürfte der 31-Jährige auch darauf aus sein, seinen ramponierten Ruf aufzupolieren. Bei Schalke 04 hatte Streit im Januar 2008 einen lukrativen Vertrag unterschrieben und denselben bis Ende 2011 ausgesessen, nachdem er 2009 aus dem Kader verbannt worden war. Diesmal geht sein Club kein großes Risiko ein: Die Zusammenarbeit ist bis zum Saisonende befristet.

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