Aachen/Köln - Wird Ende Januar der Podolski-Traum wahr?

Wird Ende Januar der Podolski-Traum wahr?

Von: Günter Kirschbaum und Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
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Ab Juli Partner in Köln: Lukas Podolski (links) und FC-Kapitän Milivoje Novakovic.

Aachen/Köln. Keine Personalie hat diesen Winter in Fußball-Deutschland so dominiert wie die mögliche Rückkehr von Lukas Podolski vom FC Bayern zum 1. FC Köln. Der Transfer soll nach Wunsch aller Beteiligten bis Ende Januar perfekt sein. Wir stellen Fakten und Fragen zu diesem Thema, das eine ganze Region bewegt, im Folgenden dar.

Beim Verkauf von Lukas Podolski vor zweieinhalb Jahren hat sich der 1. FC Köln das Recht zusichern lassen, bei einem Wechsel des Stürmers als erster Verein „zugreifen” zu dürfen. Wie ist der Status quo im „Fall Podolski”?

Die Bayern haben Ivica Olic vom Hamburger SV schon als Podolski-Nachfolger zur nächsten Saison verpflichtet. Dann ist der Kroate ablösefrei. Ein Tausch Olic/Podolski schon im Winter ist nicht mehr als eine Spekulation. Denn ohne „Poldis” Zustimmung läuft gar nichts. Und der Spieler will nach Köln, und der FC will seinen „Prinzen” wieder in die Arme schließen. Nur nicht zu jedem Preis. Derzeit ringen die Manager miteinander.

Bayern München fordert zehn Millionen Euro, kann der FC diese Summe aufbringen?

Die zehn Millionen Euro sind exakt die Summe, die die Bayern im Sommer 2006 an den FC überwiesen haben. Schon vor zwei Monaten ist im Kölner Grüngürtel mit spitzem Bleistift gerechnet worden, wo die Schmerzgrenze ist. Und wenn Michael Meier mit einem Ablöseangebot von acht Millionen Euro und einem Vorkaufsrecht an Pedro Geromel in die erste Verhandlungsrunde geht, dürfte allen Beteiligten klar sein, dass das nicht das letzte Wort sein wird. Finanzierbar sind die Podolski-Millionen natürlich nicht allein aus dem Vereinsguthaben. Die wahrscheinlichste Variante ist, dass Hauptsponsor Rewe sich an dem Transfer beteiligt und mit Podolski für seine Supermarkt-Kette werben darf.

Wäre eine Rückkehr aus Sicht des FC überhaupt sinnvoll? Was spricht dafür, was dagegen?

Die Kölner wollen mit Podolski das Gesicht des Vereins liften. Auf dem Weg über die deutsche Spitze auf die europäische Bühne würde die Rückkehr des Nationalspielers zu seinen sportlichen Wurzeln aus FC-Sicht einen Meilenstein darstellen - fürs Kölner Image eine tolle Geschichte. Doch sportlich muss man diese Geschichte mit ein paar Fragezeichen versehen. Könnte Podolski die überbordenden Erwartungen der Fans überhaupt erfüllen? Wenn er nicht umgehend für den FC treffen würde, ginge dieser Zehn-Millionen-Schuss wohl in den Ofen.

Der FC erwies sich in der Hinrunde als ein gut funktionierendes Kollektiv. Besteht die Gefahr, dass Podolski dies „sprengen” würde?

Nein. Podolski war nie ein Alleinunterhalter. Er hat immer nur dann gute Leistungen gebracht, wenn er sich in seinem direkten Umfeld wohl gefühlt hat. Es ist nicht das Ding des 23-Jährigen, sich gegen viele Widerstände durchzusetzen.

Wie sehen die derzeitigen FC-Profis eine mögliche Rückkehr? Nervt sie dieses Thema?

Im FC-Kader ist der Großteil der Spieler davon überzeugt, von einem Lukas Podolski profitieren zu können. Zumal jedem klar ist, dass die Abteilung Angriff so oder so aufgerüstet wird, weil es in diesem Mannschaftsteil so gut wie keine Alternative gibt. Schon bei einem Ausfall von Milivoje Novakovic wird es eng. Das wird man beim ersten Rückrundenspiel gegen Wolfsburg am 31. Januar sehen können, wenn der Kapitän seine Gelb-Rot-Sperre verbüßt.

Dortmund, Bremen, Hamburg, AS Rom: Das Interesse an einer Verpflichtung Podolskis scheint bei einigen Klubs groß zu sein. Wer ist ein ernsthafter Konkurrent des FC?

Emotional hat der FC keine Konkurrenz zu befürchten. Nur wenn sich die Sache zu lange hinzieht, könnte es brenzlig werden. Denn spätestens bis Ende Januar will Podolski die Sache abgewickelt sehen. Derzeit ist Köln noch konkurrenzlos, doch wenn sich Manager Meier nicht in den nächsten Wochen auf die Bayern-Forderung zu bewegt, könnte der Weg des Stürmers im Sommer von München nach Hamburg führen. Dann würde Podolski nur noch zu Auswärtsspielen an den Rhein kommen.
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