Wettskandal: Verl suspendiert Spieler

Von: dpa
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Mönchengladbach. Nachdem im Fußball-Wettskandal Partien des SC Verl in den Fokus der Ermittler geraten sind, hat der Regionalligist zwei Spieler suspendiert.

Das teilte der Club am Dienstag mit. Patrick Neumann und Tim Hagedorn dürfen nicht mehr am Spiel- und Trainingsbetrieb teilnehmen. In Zusammenhang mit den unter Manipulationsverdacht stehenden Spielen von Verl sitzt bereits seit Donnerstag ein 34 Jahre alter Mann aus Lippstadt in Untersuchungshaft.

Der Club hatte am Wochenende Hinweise erhalten, dass bei den Partien bei Borussia Mönchengladbach II (4:3) und gegen den 1. FC Köln II (0:1) Spielmanipulationen versucht worden seien. Verl hat seine Erkenntnisse am Dienstag nach Rücksprache mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Ermittlungsbehörden zu Protokoll gegeben. „Ich hätte niemals erwartet, dass so etwas in Verl passiert. Wir sind alle so angespannt im Moment, dass ich nicht sagen kann, welche Konsequenzen es noch geben wird”, sagte der Vorsitzende Peter Mankartz der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er ließ offen, wie lange die Suspendierungen andauern werden.

Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass ein Mann aus Lippstadt seit vergangenem Donnerstag wegen Betrugsverdachts in zwei Fällen - den beiden Verler Spielen - in Untersuchungshaft sitzt. Das bestätigte sein Rechtsanwalt Hans A. Geisler der dpa. Der Kaufmann aus dem Kreis Soest soll laut Haftbefehl zweimal versucht haben, auf Verler Spieler einzuwirken, um den Spielausgang zu beeinflussen. „Mein Mandant sagt, er hätte zu Verler Spielern überhaupt keinen Kontakt gehabt”, betonte Geisler.

Die beiden Spiele von Verl sind laut Geisler im Haftbefehl aufgeführt. In Gladbach hatte Verl eine 3:0-Führung zunächst aus der Hand gegeben, durch ein Tor in der 89. Minute aber doch noch gewonnen. Ein Eigentor führte zur Niederlage gegen Köln. Die beiden suspendierten Mittelfeldspieler standen in beiden Partien für jeweils 90 Minuten auf dem Feld, das Eigentor gegen Köln erzielten jedoch weder Neumann noch Hagedorn. Verls Trainer Raimund Bertels sprach von einer „ganz schweren Situation”: „Wir werden hier in den kommenden Tagen klar Schiff machen”, sagte er dem Fachmagazin „Reviersport”.

Gladbach hat seinen Anwalt Christoph Schickhardt eingeschaltet, der prüfen soll, ob eventuelle Ermittlungen auch die Borussia betreffen. „Wir haben unseren Anwalt beauftragt, herauszufinden, ob da etwas dran ist. Ansonsten kann ich dazu nichts sagen, weil wir nichts wissen”, teilte Sportdirektor Max Eberl am Dienstag auf der Internetseite des Clubs mit.

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