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Westwacht Aachen wirft Ex-Boss raus

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Ausgeschlossen: Horst König ist bei „seiner“ Westwacht laut Vorstandsbeschluss nicht mehr erwünscht. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zum Trainingsauftakt im Sommer gab es bei Westwacht Aachen gleich einen Paukenschlag: Der Vorsitzende Horst König legte an diesem 19. Juli 2013 „aus persönlichen Gründen“ sein Amt nieder.

Er war unzufrieden damit, dass ein Vorstandsbeschluss nicht eingehalten wurde, der vorsah, dass einige A-Jugend-Spieler in der Vorbereitung mit der ersten Mannschaft trainieren sollten. König sagt über sich, er sei ein „Gerechtigkeitsfanatiker“. König ging zurück in die durchaus erfolgreiche Jugend-Abteilung, die er lange Jahre geführt hat, unterstützte dort den Jugendleiter Sascha Ermeling tatkräftig in der aktuellen Saison.

Soweit ist der Vorgang unstrittig, wie sich die Dinge seit dem Sommer entwickelt haben, wird dagegen kontrovers geschildert. Im November jedenfalls zog der Vorstand nach eigener Auskunft die Reißleine, schloss König aus dem Verein nach wochenlangen Querelen aus. Den Rauswurf seines langjährigen Funktionärs und Sponsors wegen „vereinsschädigenden Verhaltens“ machte der Landesligist am Mittwoch öffentlich, teilte mit: „König erhielt ein Platzbetretungsverbot“ für zwei städtische Sportplätze, wenn dort die Westwacht spielt oder trainiert.

Im zwischenmenschlichen Bereich

Die Dinge haben sich hochgeschaukelt, sagt Hans Herff, der kommissarisch den Vorsitz von König im Sommer übernommen hat. Die Probleme liegen wohl eher im zwischenmenschlichen Bereich. König habe Versprechungen gegenüber Spielern nicht eingehalten, habe häufig Streit auf dem Trainingsgelände gehabt und einen Kredit ohne Rückendeckung des Vorstands aufgenommen, sagt Herff. „Wir möchten nicht, dass sich in unserem Verein ein Spaltpilz ausbreitet, wir möchten einen friedlichen und respektvollen Umgang miteinander“, begründet er den Rauswurf seines Vorgängers. „Dazu stehe ich.“

König dementiert energisch die Vorwürfe, sagt: „Wer mich kennt, weiß, dass ich meine Zusagen einhalte und keine Alleingänge mache.“ Die Schilderungen der Beteiligten weichen in entscheidenden Dingen voneinander ab. Das eine oder andere Protokoll einer Vorstandssitzung sei nicht mehr auffindbar, wundert sich der Ausgeschlossene zudem.

König hat beim Landgericht über seinen Anwalt Widerspruch gegen seinen „Platzverweis“ eingelegt, er will wieder aufgenommen werden in „seinen“ Verein, dessen höchste Auszeichnung er besitzt. Aus seiner Sicht geht es in der Kontroverse auch um die Frage: Wer hat Vorfahrt in dem Verein, wie dominant soll die Senioren-Abteilung sein, wem stehen welche Trainingszeiten zu?

Im Hintergrund schwelt im Klub seit Jahren die Frage, wer über die Nutzung des Kunstrasenplatzes entscheiden darf. Der Platz ist für die Jugend errichtet worden. Eine „unwiderrufliche Vereinbarung“ aus dem Jahre 2012 betont das, regelt aber auch, „dass die Belange der Senioren“ berücksichtigt werden sollen.

Rückendeckung erhielt er Mittwochabend von Sascha Ermeling. Der Jugendleiter, selbst Vorstandsmitglied, betonte nach einer routinemäßigen Zusammenkunft der Trainer: „Die Jugend-Abteilung steht hinter Horst König.“ Ihre Sicht der Dinge will die Abteilung dem Vorstand in den nächsten Tagen zukommen lassen.

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