Mönchengladbach - Weckt Favre noch mal den Spielgeist?

Weckt Favre noch mal den Spielgeist?

Von: Bernd Schneiders
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Fitmacher Pokal: Gladbachs (fa
Fitmacher Pokal: Gladbachs (fast) Unersetzliche Marco Reus (links) und Torhüter Marc-André ter Stegen haben den Schmerz bereits besiegt, Mittwoch soll Schalke folgen.

Mönchengladbach. Blinde sehen, Lahme gehen: Wunderzeiten am Borussia-Park - vor allem, was den letzten Teil der Wandlung angeht. Marco Reus (Knie verdreht), Marc-André ter Stegen (Brustprellung), Mike Hanke (Knieprellung) und Tony Jantschke (Sehnenverletzung in der Kniekehle) profitieren von der kollektiven Blitzheilung.

„Alle sind hundertprozentig fit”, verkündete Lucien Favre die frohe Botschaft vier Tage vor Weihnachten und einem Tag vor dem Achtelfinal-Pokalspiel gegen Schalke 04 (20.30/ARD). Beseelt von so vielen guten Nachrichten beruhigte der Gladbacher Trainer auch gleich sorgenvolle Anfragen, wie viele gute Elfmeterschützen er denn besitze: „18!”, beteuerte der Schweizer inbrünstig.

Schon eher glaubt man dem 54-Jährigen, wenn er für seine Verhältnisse fast euphorisch prophezeit: „Ich freue mich auf das Spiel. Es wird sehr, sehr interessant!” Die zweitbeste Abwehr der Fußball-Bundesliga empfängt den zweitbesten Sturm. Riecht nach Remis und Verlängerung. Allerdings nicht, wenn man die Form-Diagramme der Alt-Meister vergleicht. Schalke erlebt gerade einen extremen Höhenrausch, schießt Tore wie am Fließband.

Borussias Leistungs-Kurve scheint nach der Niederlage in Augsburg und dem nur kämpferisch überzeugenden Sieg gegen Mainz wenn nicht abwärts zu gehen, so doch zumindest sich zu einem ausgemachten Fragezeichen zu verwickeln: Geht die Sensationsmannschaft des Jahres 2011 auf dem Zahnfleisch? „Die Sommerpause war durch die Relegationsspiele sehr kurz und die Aufholjagd hat sehr viel Energie verbraucht”, gibt Favre zu. „Aber die Mannschaft ist physisch okay.”

Doch die Konzentration auf jedes Spiel, kostet Nerven. Womöglich ist eher der psychische Akku leer und somit die Fähigkeit, auch noch fußballerische Glanzleistungen abzurufen, fast unmöglich - wie beim 1:0 über Mainz am Sonntag. „Das lag eher an Mainz”, widerspricht Favre. „Es ist sehr unangenehm, gegen sie zu spielen.”

Auch deshalb, weil die Tuchel-Elf mit Raute spielt - wie auch Schalke. „Da ist ist die Zentrale sehr dicht. Vielleicht müssen wir es dann mehr über die Seiten versuchen.” Als „Außenseiter” ins Viertelfinale: Max Eberl, zu aktiven Zeiten der Fleisch gewordene Kampfgeist auf dem Bökelberg, erwartet am Mittwoch nicht das große Hauen und Stechen. „Es werden nicht 22 Mann den Rasen umpflügen. dazu stehen auf beiden Seiten zu gute Fußballer”, glaubt Borussias Sportdirektor. Das würde den Platzwart freuen, aber auch Lucien Favre, der natürlich von der technischen Magerkost gegen Mainz enttäuschter war als er zugibt.

„Er kann nichts dafür”

Noch enttäuschter ist derzeit Joshua King. Der Leih-Stürmer von Manchester United scheint den Sinn in seiner Niederrhein-Visite nicht mehr zu sehen. „Da gibt es Gespräche”, sagt Max Eberl. Wegen einer Leistenoperation verpasste der 20-Jährige die Vorbereitung, blieb auch hernach verletzungsanfällig und fasste nie richtig Tritt. Gladbach sollte ihm Spielpraxis bescheren, Kings Verletzungen und die gute Form der Mannschaft machten dies unmöglich. „Wir können nichts dafür, er kann nicht dafür”, sagt der Manager. Klingt nach Vertragsauflösung.

Ein netter Anlass, um im Winter auf dem Transfermarkt tätig zu werden - in der Offensive. Bei der Verletzungsanfälligkeit von Igor de Camargo und den System-Problemen von Raul Bobadilla wäre ein torgefährlicher Profi sinnvoll, um nicht alles auf Reus schmalen Schultern abzuladen. „Geld ist völlig unwichtig”, sagt Max Eberl und meint damit den Einzug ins Viertelfinale. Doch weitere Pokal-Einnahmen wären für eine Verstärkung auch nicht völlig unwichtig.

Voraussichtliche Aufstellung: Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann, Arango - Hanke, Reus
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