Was macht Lucien Favre mit Igor de Camargo?

Von: Marc Basten
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Ist Lucien Favre nicht „stürmisch“ genug: Igor de Camargo fehlt anders als Patrick Herrmann (rechts) die Schnelligkeit. Das Manko teilt der 29-Jährige mit den Offensiv-Kollegen Mike Hanke und Luuk de Jong. Foto: Basten

Dubai. Eine Woche hat sich Borussia Mönchengladbach unter der Wüstensonne Dubais auf die Rückrunde vorbereitet. Es war eine rundum gelungene Expedition. „Wir haben sehr gute Bedingungen vorgefunden“, lobte Borussias Trainer Lucien Favre die Infrastruktur. Die Unterkunft und vor allem der Trainingsplatz waren ausgezeichnet.

Dazu blieb die Mannschaft von Verletzungen verschont, und letztlich war die erstmalige Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate auch finanziell eine lohnende Angelegenheit für die Gladbacher.

Rein sportlich brachten die Tage von Dubai keine wirklich neuen Erkenntnisse. Lucien Favre ließ im Training viele Spielformen trainieren, variierte dabei auch etwas die Spielsysteme. Rein vom Personal her deuten sich für den Rückrundenauftakt am nächsten Wochenende in Hoffenheim jedoch keine großen Veränderungen gegenüber dem Ausklang der Hinrunde an.

Die Viererabwehrkette steht, dazu dürften Havard Nordtveit und Thorben Marx im defensiven Mittelfeld weiter erste Wahl sein. Der ambitionierte Granit Xhaka, aber auch der emsige Finne Alexander Ring werden sich wohl noch gedulden müssen.

Etwas bessere Karten könnte Tolga Cigerci haben, der schon zum Vorrundenkehraus bei den Bayern in der Startelf stand. Gut möglich, dass der Deutsch-Türke mehr als nur eine Option ist. Vor allem dann, wenn Lucien Favre wie zuletzt in München das Spielsystem modifiziert.

Doch nicht nur im Mittelfeld ist es personell richtig eng, sondern auch im Sturm. Hier meldet sich Stareinkauf Luuk de Jong wieder fit und will Mike Hanke und Igor de Camargo aus der Mannschaft verdrängen. Dass Lucien Favre kein Freund davon ist, zwei dieser Drei miteinander spielen zu lassen, hat er schon mehrfach deutlich gemacht. Auch in Dubai monierte der Schweizer wieder die „Ähnlichkeit“ der Spielertypen. Dabei meint er weniger die Spielweise, sondern eine Eigenschaft, die alle drei tatsächlich eint: Es fehlt ihnen an Schnelligkeit. Nachteilig vor allem dann, wenn Favre seine Mannschaft so tief spielen lässt wie über weite Strecken der Hinrunde.

Für die Stürmer ist es keine einfache Situation. Im Testspiel gegen den HSV waren sowohl Mike Hanke als auch Igor de Camargo überhaupt nicht im Aufgebot. Bei Hanke begründete Favre die Nichtberücksichtigung mit dem Trainingsrückstand nach Krankheit, bei de Camargo blieb er eine schlüssige Erklärung schuldig.

Der Brasil-Belgier hat für Borussia wichtige Tore erzielt, stand dennoch immer ein wenig hintendran. Daher halten sich weiter hartnäckig die Gerüchte, der 29-Jährige würde den Verein noch im Winter verlassen. „Wohin?“, erwidert de Camargo auf entsprechende Fragen. „Es gibt keine Angebote. Ich habe einen Vertrag bis 2014 bei Borussia.“ Anderlecht wird aber weiterhin als Interessent gehandelt.

„Ich habe gezeigt, dass ich für den Verein wichtig sein kann, und werde weiter alles geben“, sagte de Camargo mit trotzigem Blick. „Der Trainer stellt so auf, weil es aus seiner Sicht das Beste für die Mannschaft ist. Ich respektiere die Entscheidungen, verstehen kann ich sie nicht immer. Aber ich bleibe hoffnungsvoll.“

„Profifußball ist eine Leistungsgesellschaft und keine Wohlfühlgesellschaft“, stellte Sportdirektor Max Eberl hinsichtlich des einen oder anderen nicht ganz so zufriedenen Spielers klar. „Jeder hat die Möglichkeit, sich täglich zu zeigen. Sicher gibt es Konstellationen, die vielleicht etwas unglücklich sind. Aber in der Regel entscheidet die Leistung, ob man dabei ist.“ Im Training jedenfalls ließ sich de Camargo nicht hängen.

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