Vorbereitung: Auf der Suche nach dem richtigen Rezept

Von: Marc Basten
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Hat den Durchblick: Gladbachs Trainer André Schubert lässt seine Spieler im Trainingslager mehrere Systeme einstudieren. Foto: imago/DeFodi

Rottach-Egern. Die Reise ins bayerische Rottach-Egern ist für Borussia Mönchengladbach vor der Fußball-Bundesligasaison längst eine Art Tradition geworden. Und so sind die Fußballer auch dieses Jahr an den Tegernsee gefahren, wieder einmal. Schon im fünften Jahr in Folge gastiert die Fohlenelf zum Trainingslager dort.

Für Trainer André Schubert ist es dagegen eine doppelte Premiere: Erstmals bezieht er mit einer Mannschaft das Trainingslager am Tegernsee, zudem ist es für den 44-jährigen Chefcoach die erste Sommervorbereitung mit den Gladbachern überhaupt.

Für das idyllische Ambiente hat Schubert allenfalls einen Seitenblick übrig. Ansonsten ist der Trainer fokussiert auf seine Aufgaben, die durchaus anspruchsvoll sind: Er muss in knapp einem Monat eine Mannschaft auf den Platz bringen, die in den beiden Qualifikationsspielen zur Champions League auf den Punkt funktionieren und darüber hinaus bis zum Jahresende ein strammes Programm in drei Wettbewerben absolvieren muss.

Für dieses Unterfangen ließ Schubert vor allem in den ersten Wochen hart trainieren, sehr hart. Aus der Mannschaft war sogar zu hören, dass es noch nie so intensiv gewesen sei wie in diesem Jahr. Schubert hat seine Vorstellungen, und Borussia hat darüber hinaus zwei neue Athletiktrainer angestellt. „Beide waren überrascht, wie diszipliniert und konzentriert die Spieler diese ganzen Dinge mitmachen“, sagt Schubert. „Es sind alles sehr ehrgeizige Profis und es gibt keinen, den man antreiben muss.“

In Rottach-Egern sind die Trainingseinheiten anstrengend, aber vor allem fußballspezifisch ausgerichtet. Der Ball steht im Vordergrund, die Spielformen geben Aufschluss darüber, dass Schubert keinesfalls auf die Idee gekommen ist, die Borussia neu zu erfinden. „Wir wollen die Art beibehalten, wie wir Fußball spielen“, bestätigt er. „Das heißt, viel in Ballbesitz zu sein, und wenn wir den Ball nicht haben, ihn schnell zu jagen.“

„Dementsprechend arbeiten wir jetzt daran, wie wir uns verschieben und wie wir den Gegner attackieren. Offensiv geht es weiter um ein sehr flexibles Kombinationsspiel, durch das wir immer neue Lösungen finden wollen. Das hat uns in der letzten Saison stark gemacht.“ An der Dreierabwehrkette mit einer variablen Ausrichtung davor wird Schubert festhalten. „Das mit der Dreierkette kommt uns unheimlich entgegen, die Spieler fühlen sich wohl und sicher. Es ist noch ein offensiver Akteur mehr vorne, dadurch sind wir schwer zu greifen.“

Vor der Dreierkette lässt Schubert entweder mit zwei klassischen Sechsern agieren, die eher defensiv ausgerichtet sind, oder mit einem zentralen Mann vor der Abwehr und zwei Achtern. In beiden Ausrichtungen lässt Schubert in der Vorbereitung trainieren und spielen. „Wie wir es am Ende im Spiel angehen werden, liegt am Gegner und der Verfassung unserer Spieler – diese Kombination entscheidet.“

Gleichzeitig setzt Schubert auf die Flexibilität seines Teams. „Ich bin kein totaler Verfechter eines bestimmten Systems“, sagt er. „Es ist nichts in Stein gemeißelt, wir können auch sehr gut mit einer Viererkette spielen.“ Ein 4-4-2 sei nicht ausgeschlossen, auch ein 4-3-3 könne möglich sein, wobei das nochmal eine andere Konstellation ist. „Es geht nicht darum, eine maximale Bandbreite an Systemen zu schaffen, sondern zu überlegen, was optimal für unsere Spieler ist“, sagt Schubert. Daran werden er und sein Team weiter intensiv arbeiten. Ganz sicher. Denn Mitte August muss die perfekte Mischung ja schon gefunden sein.

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