Aachen - Uwe Scherr: „Übernehme zu 100 Prozent die Verantwortung”

Uwe Scherr: „Übernehme zu 100 Prozent die Verantwortung”

Letzte Aktualisierung:
Hat sich ein mehr als respekta
Hat sich ein mehr als respektables Zwischenzeugnis verdient: Alemannias Manager Uwe Scherr will sich aber nicht von anderen die Favoritenrolle aufdrängen lassen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Als Uwe Scherr Mitte Mai seine Arbeit aufnahm, traf er an: einen Trainer (Ralf Aussem) und einen Spieler (Aimen Demai). Zwei Monate später hat sich der neue Geschäftsführer Sport von Alemannia Aachen ein mehr als respektables erstes Zwischenzeugnis verdient: Fast aus dem Nichts machte der 45-Jährige einen Kader klar, der zu Höherem berufen scheint.

Unser Redakteur Klaus Schmidt sprach mit Scherr über die Erwartungen beim Zweitliga-Absteiger.

Herr Scherr, Sie wirken stets sachlich und wie der nüchterne Analytiker. Was sagt Ihr Kopf wenige Tage vor dem Saisonstart?

Scherr: Ich bin total davon überzeugt, dass man Erfolg planen kann. Und dass wir eine richtig gute Saison spielen werden. Im Moment, nach fünf Wochen Vorbereitung, haben wir den Punkt erreicht, wo wir sehr positiv an die ersten Aufgaben herangehen können und optimistisch sind. Vor allem charakterlich haben wir eine Top-Mannschaft zusammen.

Haben Sie auch schon mal ein Bauchgefühl?

Scherr: Ja.

Und was sagt das?

Scherr: Das Gleiche. Wenn Kopf und Bauch konform sind, dann bin ich richtig happy.

Also rundum zufrieden mit dem, was Sie in der Kürze der Zeit auf die Beine gestellt haben?

Scherr: Zufrieden insofern, dass wir ein Team geformt haben und ein Team um das Team, was uns in unserem Optimismus bestätigt. Es sind die alltäglichen Dinge, der Umgang untereinander. Wenn ich lese, was die Spieler sagen: Sie haben genau verstanden, was wir wollen.

Mehr als 6000 Dauerkarten sind verkauft, so viele Zuschauer hatten 15 Drittligisten nicht mal im Schnitt. Das ist ein gewaltiger Vertrauensvorschuss...

Scherr: ...und ein Signal der Menschen, der Fans vor allem, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dass sie sich mit Alemannia identifizieren können - das ist ja auch unser Ziel gewesen.

War der Abstieg womöglich ein Glücksfall?

Scherr: Ja, weil man jetzt ein Fundament bauen kann, das Nachhaltigkeit garantiert. Viele haben nach dem Abstieg die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen - keine Spieler da! Wir haben die Charakterfrage gestellt, und die Mischung stimmt. Die Konstellation bei Marcel Heller und Sascha Rösler zum Beispiel: Ihre Kapitel in Aachen waren und sind noch nicht zu Ende geschrieben. Rösler wird außerdem im November erstmals Vater, Albert Streit ist es gerade geworden - da erscheint das Wort Verantwortung in einem neuen Licht.

In einer Umfrage unter den Managern der Liga - an der Sie sich nicht beteiligt haben - kam jetzt heraus: Alemannia ist der Top-Favorit für den Aufstieg. Passt Ihnen diese Rolle?

Scherr: Was andere denken, ist mir ehrlich gesagt völlig egal. Wir müssen uns jeden Tag alles erarbeiten, um erfolgreich Fußball zu spielen. Wir wollen das, dabei aber bescheiden und demütig bleiben. Sicher zählen wir zum Favoritenkreis, alles andere wäre ja weltfremd. Aber wir werden uns nicht von den gegnerischen Mannschaften einlullen lassen. Wir haben bis jetzt keinen einzigen Punkt erreicht in der Liga. Dass andere versuchen, ihre Rolle wegzuschieben und damit eigene Interessen zu wahren, ist aber auch bekannt.

Die Konkurrenz ist beeindruckt von Ihrer Kaderzusammenstellung.

Scherr: Es war ein klares Ziel von mir: Wir haben so viele neue Spieler, die sich einen Status erarbeiten wollen und die Herzen der Fans erobern werden. Dafür ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt. Was bei mir oft nach Kopf aussieht, ist aber immer der Bauch. Ich bin fest von dieser Mannschaft überzeugt und werde hier auch nach zwei, drei Niederlagen nicht die Nerven verlieren. Für alles, was auf und neben dem Platz passiert, übernehme ich zu 100 Prozent die Verantwortung. Wir haben etwas aufgebaut und werden vor allem für die jungen Spieler, für die Nachwuchs-Mannschaften, noch einiges tun. Die Tür steht sperrangelweit auf. Der Weg zu den Profis war noch nie so einfach.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert