Und alles nur „aus Liebe zum Fußball“

Von: Heribert Förster
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Und sie können auch noch mit dem Ball umgehen: Oberpfleger André Nückel (links) und Kameramann Tobias Königs aus der FuPa-Redaktion beim Freizeit-Kick. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Und dann heißt es auf den Fußballplätzen dieser Region wieder: „Wo ist der Nückel?“ Man kennt ihn, den André Nückel. Auch als Fußballer der SG Neffeltal, doch der „Sechser“ des Dürener B-Ligisten hat sich den Ausruf „Wo ist der Nückel?“ mehr neben als auf dem Platz erworben. André Nückel, 21, Sportjournalistik-Student im 2. Semester in Köln, ist der, man kann es so schreiben, oberste „FuPaner“ der Region, der, bei dem alle Fäden des Mitmach-Portals für Amateurfußballer im Internet zusammenlaufen.

Im Fußball-Verband Mittelrhein haben Nückel und seine Kollegen aus der Online-Redaktion der Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten, die „FuPa.net“ betreuen, ganz schön viel Arbeit. Denn „FuPa“ ist eine Erfolgsgeschichte, nicht nur in Aachen/Düren/Heinsberg, aber hier ganz besonders.

„Die Entwicklung ist toll“, sagt Nückel, der als Vereinsverwalter bei Germania Binsfeld angefangen hat. „Und dann ging es immer so weiter“, erzählt Nückel, der in die nicht gerade kleinen Fußstapfen von Bernd Pötter getreten ist. „Der Bernd hat hier das Fundament gelegt“, sagt Nückel, und seine Kollegen Lars Brepols, Benjamin Jansen und Kameramann Tobias Königs in der Redaktion nicken.

Die „Fupanisierung“

Die erste komplette Saison liegt hinter den „FuPanern“, und die Entwicklung ist enorm, rasant, unglaublich – irgendwie passen alle Adjektive, längst ist der Amateurfußball in der Region „fupanisiert“. Seit Beginn dieser Saison stieg die Zahl der Vereinsverwalter um 350, die prozentuale Abdeckung beträgt satte 93,99 Prozent. Eine Zahl, von der in anderen „FuPa“-Regionen des Landes nur geträumt werden kann. Die Klubs im Kreis Aachen sind besonders aktiv, 108 von 111 Vereinen sind online am Ball, im Kreis Düren (92 von 96) ist es ähnlich, nur im Heinsberger Land (66 von 76) hätten die „FuPaner“ um Nückel nichts gegen einen Zuwachs.

Für diejenigen, die zum ersten Mal von „FuPa“ hören: Vor gut acht Jahren gründete der Niederbayer Michael Wagner, damals 16 Jahre jung, das Internetportal. Der Grund: Weil die Lokalmedien die Kicker der unteren Ligen zu wenig beachten, wollte Wagner den Hobby-Spielern eine professionelle Bühne bieten. Es war der Anfang einer so nicht zu erwartenden Erfolgsgeschichte. „FuPa“ (die Abkürzung steht für Fußball und Passau, Wagners Heimat) ist aus dem deutschen Amateurfußball nicht mehr wegzudenken.

Ein paar (eindrucksvolle) Zahlen: 41.000 so genannte Vereinsverwalter haben sich angemeldet, aktuell sind mehr als eine Million Partien, 386.000 Spielerprofile und 15.000 Vereine erfasst. Kein Wunder, dass Wagner im Jahr 2010 den Grimme-Online-Award erhalten hat. Aber alles ist bodenständig geblieben, der Erfolg ist allein Ansporn und kein Ruhekissen, auf dem der Erfolg genossen wird. Das verrät auch der Untertitel des Portals: „Aus Liebe zum Fußball.“

Über 4000 Likes bei Facebook

Der Reiz von „FuPa“ liegt darin, dass die Vereinsmitglieder selbst für die Texte verantwortlich sind, es wird nicht über ihren Verein geschrieben – der Verein schreibt quasi selbst. Diese Authentizität sorgt auch für Genauigkeit, „ein falsches Ergebnis“, sagt Nückel, „das kommt ganz selten vor. Und wenn, wird es sofort korrigiert.“

„FuPa“ ist weit mehr als Spielberichte online zu stellen. Ob Live-Ticker oder Elf der Woche, Geflüster oder Transfergerüchte, geklickt wird alles sehr gut, und auch via Facebook ist „FuPa“ in Aachen, Düren und Heinsberg ein Renner. Schon über 4000 Likes verzeichnet das Portal, bei dem sich aus unserer Region die folgenden Vereine (noch) nicht registriert haben: VuK Aachen, TV Höfen und SV Einruhr/Erkensruhr aus dem Kreis Aachen, Borussia Derichsweiler, BW Frauwüllesheim, SG Eschweiler/Girbelsrath, FC Rurdorf und der SC Ederen (Kreis Düren) sowie aus dem Kreis Heinsberg der SV Baal, Concordia Birgelen, SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath, BW Breberen, SV Havert Stein, Germania Hilfarth, Viktoria Katzem, Viktoria Kleingladbach, FSV Kreuzarth und der SC Myhl.

Aber vielleicht heißt es auch auf den Plätzen dort im neuen Spieljahr: „Wo ist der Nückel?“

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