Hamburg - Überforderter FC geht unter im Angriffswirbel des HSV

Überforderter FC geht unter im Angriffswirbel des HSV

Von: Michael Krämer
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Was machen die da nur? FC-Trainer Frank Schaefer schaut fassungslos in Hamburg zu. Foto: dpa

Hamburg. Lukas Podolski hatte es nach dem Schlusspfiff eilig. Das 2:6 (0:4)-Debakel beim Hamburger SV war erst wenige Minuten alt, da stapfte der Kapitän des 1. FC Köln schon frisch geduscht aus der Kabine - mit reichlich Wut im Bauch. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute versagt”, analysierte Podolski trotz des geringen zeitlichen Abstands recht treffend.

Ohne das emotionale Doping der Heimspiel-Atmosphäre hatte der FC in Hamburg Spielfreude und Engagement komplett vermissen lassen und war mit dem 2:6 noch gut bedient. Trainer Frank Schaefer hatte Christian Clemens auf die Bank gesetzt, dafür Mato Jajalo auf den linken Flügel gestellt und Martin Lanig nach seiner Gelb-Sperre wieder im defensiven Mittelfeld neben Petit aufgeboten. Doch weder Lanig noch der zunehmend langsamer werdende Portugiese vermochten den Hamburger Angriffswirbel zu stoppen. „Das war ein ganz bitterer Tag für uns. Eine schwere Niederlage, die auch in der Höhe verdient war. Der Gesamteindruck ist extrem negativ. Nach dem 0:1 war die Mannschaft völlig überfordert”, sagte Schaefer.

Dabei war schon der erste Gegentreffer bezeichnend für den desolaten Auftritt seines Teams. Ein Kölner Konter endete mit einer Schwalbe von Milivoje Novakovic. Der HSV machte es im direkten Gegenzug besser und schloss den eigenen Konter über Änis Ben-Hatira durch Mladen Petric erfolgreich ab (12.).

Der FC tauchte im ersten Durchgang nur einmal gefährlich vor dem Hamburger Tor auf, doch eine gefährliche Drei-gegen-Zwei-Situation endete mit einem Anspiel von Lanig in den Rücken Podolskis (30.). Zwei Minuten später zeigte Slawomir Peszko seinem Teamkollegen dann, wie sich mit nur einem Pass eine gesamte Defensive aushebeln lässt. Der Pole zog mit dem Ball am Fuß ins Zentrum und zielte in Richtung der eigenen Innenverteidiger. Doch Ben-Hatira rauschte dazwischen,Ê düpierte Kevin Pezzoni und lupfte den Ball zum 0:2 ins Netz (32.).

Der HSV nutzte beim Debüt von Trainer Michael Oenning den Kölner System-Ausfall gnadenlos aus. Bis zur Halbzeit konnte der Gastgeber durch Petric (38./43.) das Ergebnis so mühelos auf 4:0 erhöhen. „Wir haben Geschenke verteilt. Rost macht einen Abschlag, van Nistelrooy nimmt ihn an, passt zu Petric, und es steht 3:0. Das ist zu einfach”, analysierte Podolski erneut goldrichtig.

Der FC erinnerte sich in der Halbzeit wohl daran, dass auch das Torverhältnis über Klassenerhalt und Abstieg entscheiden kann, und kam wesentlich schwungvoller aus der Kabine. Jajalo erzielte nach Vorarbeit des für Peszko eingewechselten Adil Chihi das 1:4 (50.) und löste so Galgenhumor bei den Kölner Fans aus. „Auswärtssieg, Auswärtssieg” skandierten die rund 4000 mitgereisten FC-Anhänger. Doch keine 120 Sekunden später hallten wieder die üblichen Karnevalslieder aus dem Kölner Block, als Gojko Kacar mit dem 1:5 auch die Hoffnungen der größten Optimisten endgültig zerstörte. Die Treffer von Zé Roberto per Foulelfmeter (58.) und Podolski (62.) nach herausragender Einzelleistung beendeten das muntere Scheibenschießen im zweiten Durchgang.

Zurück blieben geknickte Kölner und die Gewissheit, auswärts nicht die Leistungen aus den Heimspielen abzurufen zu können. „Das ist in den Köpfen drin”, sagt Schaefer. „Das Spiel hat gezeigt, dass wir so auswärts nicht auftreten können. Wir werden unsere Lehren daraus ziehen und die Fehler ansprechen.”

Auch Podolski beschäftigen die schwachen Auftritte in der Fremde, die das Kölner Team nach der zweiwöchigen Länderspielpause im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg wieder unter großen Druck setzt. „Wenn wir die Auswärtsschwäche nicht abstellen, wird es noch einmal sehr eng für uns.”
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