Aachen - Timo Brauer: Den Sprung in die höhere Liga geschafft

Timo Brauer: Den Sprung in die höhere Liga geschafft

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Timo Brauer
Stabile Seitenlage: Timo Brauer ist schnell bei Alemannia angekommen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Er hat es getan. Erst noch zaghaft, aber dann war Timo Brauer nicht mehr zu bremsen. Er hat die große Herausforderung angenommen: Er hat gekocht. Der Erfolg stellte sich ziemlich schnell ein. Es gab keine Klagen der Essensgäste.

Man kann ohnehin festhalten, dass Timo Brauer ziemlich wenig hat anbrennen lassen in seinen ersten drei Monaten bei Alemannia Aachen. Nicht nur am Herd ist es bislang gut gelaufen für den talentierten Mittelfeldspieler. Brauer wird auch heute wieder gegen Kickers Offenbach auflaufen, obwohl er die prominentesten Herausforderer für seine Position hat, die der Kader hergibt: die beiden Kapitäne Albert Streit und Aimen Demai. Der Tunesier fehlt wegen seiner Kniebeschwerden erneut, Brauer wird Streit nicht zum ersten Mal abschirmen, wenn der das Spiel ankurbeln soll.

Er ist das Sicherheitsnetz für die vielen Trapezkünstler im Team.
"Bisher habe ich das ordentlich gemacht", findet Brauer, der schon in der Vorbereitung einen guten Job erledigte. Sein Spiel ist sehr dynamisch, er ist ein guter Ballräuber. In der Offensive fehlt noch ein bisschen das Zutrauen, aber er hat auch erst vier Pflichtspiele als Profi hinter sich.


Er sei nicht nur für einen "Schnupperkurs" nach Aachen gekommen, er sei Fußballspieler, nicht Fußballsitzer. Er stellt sich dem Konkurrenzkampf mit den etablierten Spielern. Schnell hat er gemerkt, dass er auch auf diesem Niveau mithalten kann. Brauer hat in seiner Karriere Stufe für Stufe, Liga für Liga genommen. Es ist eine Entwicklung der kleinen, sorgfältig geplanten Schritte. Das BWL-Fernstudium an der Euro-Uni in Hamburg ist in noch weitere Ferne gerückt, der Sport hat Vorfahrt.

Der 22-Jährige hat vor der Saison die Heimatstadt verlassen, ist bei den Eltern ausgezogen und hat nun seine erste eigene Bude. "Der Schritt war fällig", grinst Alemannias Neuzugang. In Essen begann er bei den Ballfreunden Bergeborbeck, wechselte zu Schwarz-Weiß, ehe das Schalker Jugendinternat lockte. 2009 ging es wieder zurück, Brauer heuerte bei Rot-Weiß Essen II in der NRW-Liga an.

Schnell folgten die ersten Kurzeinsätze in der ersten Mannschaft. Die Insolvenz kam über den Verein, und Brauer war einer der Pfeiler, als der Neustart in der 5. Liga anstand. Als 21-Jähriger wurde er zum Kapitän ernannt. Er habe dieses Amt nicht zwingend gebraucht, Verantwortung übernehme er auch so. In Essen war er Publikumsliebling, den Stellenwert beim neuen Klub muss er sich langsam erkämpfen. Brauer hat Förderer an seiner Seite. Manager Uwe Scherr kannte ihn schon aus gemeinsamen Tagen in der Schalker Jugendabteilung.

Unter Ralf Aussem hat er in Essen die ersten Schritte im Seniorenbereich gemacht, der Trainer ließ ihn damals fast durchgehend auf der rechten Seite verteidigen, weil dort Not herrschte. "Er ist ein Spieler, der jeden Tag lernen will. Der ist nach Aachen mit dem absoluten Willen gekommen, sich durchzusetzen", lobt Aussem den Neuzugang.


Vermutlich war in Aachen die Herdplatte für Brauer nicht ganz so heiß. Alemannias Neuzugang kennt sich aus mit Traditionsklub, er weiß auch, welche Kräfte so ein Abstieg freisetzen kann. "Wenn man am Boden liegt, kann auch Aufbruchstimmung entstehen. Im Nachhinein hat auch RW Essen von der Situation profitiert, weil jeder Stein umgedreht wurde." So weit sind sie in Aachen noch nicht. Die Abstiegswunde ist noch nicht verheilt. Aber sie sind auf einem guten Weg. Deswegen sollten sie sich heute gegen Offenbach nicht die Finger verbrennen.

Mögliche Aufstellung: Krumpen - Schwertfeger, Olajengbesi, Stehle, Baumgärtel - Brauer, Streit - Andersen, Rösler, Thiele - Borg

Schiedsrichter: Eduard Beitinger (Regensburg)

Bilanz: 18 Spiele, 7 Siege, 3 Remis, 8 Niederlagen, 24:25 Tore

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