Ter Stegen will sich durchbeißen . . .

Von: Bernd Schneiders
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Zahnschmerzen: Borussias Numme
Zahnschmerzen: Borussias Nummer eins Marc-André ter Stegen nach seinem Zusammenprall mit . . .

Mönchengladbach. Da hat Borussia Mönchengladbach schon einen so jungen Torhüter, am Donnerstagvormittag aber war Marc-André ter Stegen doch schon zu alt. Mit 19 hat man keine Milchzähne mehr. Und so musste sich der Keeper durch eine Begegnung der härteren Art mit Torwarttrainer Uwe Kamps von einem Teil seiner Vorderzähne verabschieden - für immer.

Droht durch den Trainingsunfall der Ausfall des großen, jungen Rückhalts? „Ich bin optimistisch für Marc-André - und für Uwe auch”, sagte Borussias Trainer Lucien Favre am Freitagmittag. Ter Stegen war da bereits auf dem Weg zurück von der Zahnklinik, hielt sich beim Gang hinunter in die Kabinen ein Eiskissen gegen den Mund gepresst.

Die Zähne müssen wieder aufgebaut werden, und auch der Aufbau der Borussia geht weiter. Punktemäßig ist er ohnehin fast ungetrübt, inhaltlich zeigt sich selbst der ansonsten und vom Naturell her so kritische Favre als Papa Gnädig. Zwar fand der Schweizer die zweite Halbzeit auf Schalke und die erste gegen Kaiserslautern immer noch nicht wirklich überzeugend. Doch über seinen anfänglichen Ärger hat sich inzwischen Sanftmut gelegt wie eine warme Decke. Erster Ohrenzeuge dieser Wandlung war seine Frau, der er nach dem allsonntäglichen Videostudium des Spiels verblüfft mitteilte: „Die erste Halbzeit war gar nicht so schlecht. Da habe ich wohl etwas übertrieben.”

Favre ist ein Perfektionist und in der sportlichen Beurteilung ein Wiederkäuer. Die ersten Eindrücke und Wertungen sind oft extrem kritisch, nach einer nächtlichen Verarbeitung kommt dann häufig ein Urteil „light” heraus. Das war nicht anders, als Yuki Otsu sich im Testspiel vorstellen durfte. Favres Benotung unmittelbar nach dem Match gegen den FC Aberdeen schien eine Verpflichtung des Japaners auszuschließen. Wenige Tage später aber erhielt der flinke Stürmer eine höchsttrainerliche Aufwertung - und einen Vertrag.

Dieser hohe Anspruch treibt auch die Spieler an. Erst recht seit dem letzten Samstag, als Favre mit der Personalie Thorben Marx für den vermeintlich gesetzten Harvard Nordtveit auch ein Signal setzen wollte, wie der 53-Jährige zugab. Und so ist es mehr als ein pseudo-strenger Peitschenknall, wenn Favre jetzt verkündet: „Wir haben etliche Spieler, die drücken: Oscar Wendt, Lukas Rupp und Matthias Zimmermann.”

Es gibt auch andere Spieler, die drücken - am Samstag beim Hamburger SV erneut die harte Ersatzbank. Martin Stranzl etwa. Eine Situation, die in der wundersamen Rückrunde der vergangenen Saison noch undenkbar schien. Oder eben Nordtveit, der seine Sechserposition an Marx verloren hat.

Unersetzlich scheint nur Marc-André ter Stegen zu sein. Favre & Co. setzen darauf, dass der Jung-Torhüter sich am Samstag durchbeißt - mit Zahnstummeln und einer Schiene.
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