Aachen - Streit zwischen Landesligisten und Coach landet vor dem Arbeitsgericht

Streit zwischen Landesligisten und Coach landet vor dem Arbeitsgericht

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Als Fußballtrainer muss man sterben und irgendwann wird man entlassen”, hat Klaus Augenthaler richtig erkannt. Zumindest im letzten Fall treffen sich die Parteien dann oft vor Gericht.

So auch beim Streit zwischen einem hiesigen Fußball-Landesligisten und seinem ehemaligen Trainer, der das Aachener Arbeitsgericht beschäftigt: Der Verein hatte den Coach während der laufenden Saison entlassen, dieser klagt gegen seinen Ex-Klub. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen eine außerordentliche Änderungsdruckkündigung sowie Vergütungs- und Prämienfragen. Insgesamt zwölf Spieler sollen den Vorstand unter Druck gesetzt und erklärt haben, den Verein zu verlassen, sollte der Trainer bleiben, argumentiert die Verteidigung.

„Es waren zwölf renommierte Spieler”, erklärt der Vorsitzende Dieter J. „Hätten diese Spieler den Verein verlassen, wären wir akut abstiegsbedroht gewesen. Das wäre eine Katastrophe, und wir hätten im Falle eines Abstiegs keine Sponsorengelder mehr bekommen.” Eine Aufstockung des Landesliga-Teams durch Spieler der Zweiten Mannschaft im Falle eines Abgangs der besagten zwölf Spieler wäre für den Vorsitzenden keine Lösung gewesen: „Mit Kreisliga-Spielern kann man in der Landesliga nicht bestehen. Wir mussten etwas unternehmen”, sah Dieter J. damals Handlungsbedarf.

In den Augen von Ex-Trainer Helmut B. entspricht die vom Verein genannte Anzahl von zwölf Spielern des 19 Mann starken Kaders, die sich gegen den Trainer aussprachen, nicht der Wahrheit. „Zuerst nannte der Verein sieben Spieler, jetzt sollen es zwölf gewesen sein. Der Kader war immer groß genug und stand. Ich wollte mit der Mannschaft weiter trainieren”, betont Helmut B. Ein Angebot des Vereins, eine Jugendmannschaft zu übernehmen, lehnte der Kläger ab.

Ein weiterer Streitpunkt sind Vergütungsansprüche des Trainers. Versuche, sich mündlich zu einigen, hat es immer wieder gegeben. „Die beiden Parteien und Anwälte haben miteinander gesprochen. Wir haben aufgrund der unterschiedlichen Modalitäten und Höhen an Geldern nicht zueinander gefunden”, erläutert der Anwalt des Klägers. Und auch Vorsitzender Dieter J. war zu Kompromissen bereit: „Die Summen lagen aber so weit auseinander, und die Forderungen waren zu hoch.”

Am 1. Juli 2010 begann das Trainer-Engagement von Helmut B. Vom Verein erhielt der Coach eine monatliche Grundvergütung in Höhe von 575 Euro. Zusätzlich erhielt er vom Vereins-Vorsitzenden 375 Euro im Monat. „Nach der Entlassung sicherte der Verein mir bis zum Auslaufen des Vertrages oder bis zu einem neuen Engagement weiterhin die monatliche Vergütung zu”, erklärte Helmut B. Statt 950 Euro war der Verein aber nur noch zu einer monatlichen Abfindung in Höhe von 575 Euro bereit, so der Kläger. Ein Angebot des Vereins über eine einmalige Abfindung in Höhe von 5000 Euro lehnte Helmut B. ab. Und einen Vorschlag des Trainers über die Auszahlung der monatlichen 950 Euro abzüglich 100 Euro Fahrtkosten akzeptierte der Verein nicht.

Wegen einer kurzfristig eingegangenen Anklageerweiterung wegen Vergütungsansprüchen gegen den Vereins-Vorsitzenden Dieter J. vertagte das Gericht die Sitzung. Der nächste Kammertermin ist für den 17. April 2012 anberaumt.
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