Stale Solbakken: „Wir sind klar für das Derby”

Von: Roman Sobierajski
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Es war der 30. April 2011, der
Es war der 30. April 2011, der 32. Spieltag: Köln räumt Leverkusen aus dem Weg - so wie hier Lukas Podolski Michael Ballack -, lässt die Bayer-Meisterträume platzen und bringt sich selbst in Sicherheit. Foto: imago/MIS

Köln. Wäre es bei den „ein, zwei Gesprächen” damals nicht nur um Fußballphilosophie und Ideen von modernem Spiel gegangen, sondern auch um Gehaltsvorstellungen und andere Vertragsdetails, dann würde Stale Solbakken die Mannschaft von Bayer Leverkusen vermutlich heute genauso beschreiben.

„Ein Champions-League-Teilnehmer mit guten Spielern auf den Außenpositionen, einer großen Auswahl im zentralen Mittelfeld mit Simon Rolfes, Michael Ballack und Renato Augusto und dem torgefährlichen Stefan Kießling vorne. Der Trainer hat die Wahl und kann nach drei Spielen in acht Tagen rotieren lassen.”

Nun, bekanntlich einigten sich der Werksklub und der 43-jährige Trainer nicht auf eine Zusammenarbeit, und so muss Solbakken beim heutigen Derby als gegnerischer Trainer des 1. FC Köln mit diesen Qualitäten zurecht kommen. Und das nach einer Trainingswoche, die zur Hälfte aus Aufbauarbeit nach der ernüchternden Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg und zur anderen Hälfte aus Grundkursen in Taktik bestand. „Ich war überrascht, dass die Spieler in der Vergangenheit so wenig taktisch trainiert haben”, macht Solbakken aus seiner Verwunderung keinen Hehl. „Immer, wenn ich gefragt habe, warum die Spieler in den letzten zwei, drei Jahren bestimmte taktische Dinge so oder so gelöst haben, bekam ich nie eine Antwort.”

Nach dieser bitteren Erkenntnis hat Solbakken die taktischen Vorgaben ein wenig gelockert, um es ihnen einfacher zu machen. „Die Außenverteidiger dürfen ruhig in die Zweikämpfe gehen, wenn sie das für das richtige Mittel halten”, nannte er ein Beispiel.

Doch dazu ist sicher mehr Souveränität in der Innenverteidigung gefragt als zuletzt, als Pedro Geromel in einem Spiel die Elfmeter acht und neun in seiner Karriere verschuldete. „Erst war Pedro mit Mohamad eingespielt, dann mit McKenna und Pezzoni und schließlich kam Sereno”, nimmt Solbakken seinen Kapitän aus der Schusslinie, denkt aber dennoch über eine Umstellung nach, die Henrique Sereno auf der Außenverteidiger-Position vorsieht. „So ein Stupido-Tackling wird Geromel sicher nicht noch einmal versuchen”, ist sich Solbakken sicher.

Meisterträume zerstört

Aus der Welt geschafft ist auch der heftige Disput der letzten Woche zwischen Torhüter Michael Rensing und Adil Chihi mitten auf dem Spielfeld, als der Stürmer in der Partie gegen Nürnberg am eigenen Strafraum den Ball verdribbelte und dafür vom eigenen Torwart heftig angeranzt wurde. „Ich habe Rensing gesagt, er soll es beim nächsten Mal schneller machen, wenn es schon eine Ecke gegen uns gibt. Und Chihi habe ich geraten, sich zu verziehen, wenn der Torwart wieder mit diesem Killerblick auf ihn zukommt.”

Erinnerungen an die letzte Auflage des Derbys diesseits und jenseits der Rheinseite, als der FC drei Spieltage vor Saisonende die Leverkusener Meisterträume zur Vize-Gewissheit machte, hat Solbakken naturgemäß nicht. Ausreichend Derby-Erfahrung hat er allerdings schon. „In einem Derby kann viel passieren und wir können in Leverkusen durchaus Punkte mitnehmen”, zeigt sich der frühere Trainer des FC Kopenhagen mit Blick auf seine eigene Vergangenheit zuversichtlich.

„Das große Nordderby ist Kopenhagen gegen Bröndby. Und wenn die nächsten zehn Derbys zwischen Köln und Leverkusen so ausgehen wie diese, dann bin ich ein ganz großer Trainer”. Sechs Mal ging Kopenhagen in den Vergleichen bei zwei Unentschieden als Sieger vom Platz - und so ist Stale Solbakken mit Blick auf seine neue Mannschaft sicher: „Wir sind klar für dieses Derby.”

Voraussichtliche Aufstellung: Rensing - Clemens, Sereno, Geromel, Jemal - Riether, Lanig - Jajalo, Podolski, Peszko - Novakovic
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