Köln - Stale Solbakken: „Jetzt haben wir eine andere Mannschaft”

Stale Solbakken: „Jetzt haben wir eine andere Mannschaft”

Von: Roman Sobierajski
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Wieder einsatzbereit: Kölns M
Wieder einsatzbereit: Kölns Mittelfeldspieler Martin Lanig. Foto: imago/Sportnah

Köln. Die fußballerische Lehrstunde trug sich am 22. Oktober 2011 zu: Nach nur 66 Spielminuten stand es 5:0. Bis dahin hätte der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund auch locker drei Treffer mehr erzielen können, in den 24 Minuten danach ebenfalls, denn der 1. FC Köln taugte noch nicht einmal als Sparringspartner in dieser Bundesliga-Partie.

„Die Mannschaft war schlecht, und der Trainer war schlecht vorbereitet”, gesteht Kölns Coach Stale Solbakken selbstkritisch ein. „Zwei Spieler hatten sich kurz vorher verletzt, Sereno und Jemal waren neu in der Mannschaft, Sascha Riether hat zum ersten Mal im Leben Außenverteidiger gespielt”, listet der Norweger die Versäumnisse auf. „Und ich habe ein bisschen gepokert und Adam Matuschyk und Mato Jajalo ins zentrale defensive Mittelfeld gestellt und Martin Lanig hinter die Spitzen gezogen. Aber jetzt haben wir eine andere Mannschaft.”

Diese „andere Mannschaft” des FC trifft nun am Sonntag (17.30 Uhr) erneut auf den Deutschen Meister, der vermutlich schon nicht mehr weiß, wie man das Wort „verlieren” überhaupt buchstabiert. „Die Mannschaft ist sehr stabil, spielt die Saison mit nur zwölf verschiedenen Akteuren durch. Und auf der Bank sitzen Spieler, die bei 16 anderen Bundesligisten in der Startformation stehen würden”, zählt der 43-Jährige die Qualitäten des BVB auf.

Und was kann ein Verein aus dem unteren Mittelfeld, der mitten im Abstiegskampf steckt, dem entgegensetzen? „Wir haben jetzt mehr Offensiv-Power auf dem Platz”, ist Solbakken überzeugt, obwohl sich der wiedergenesene Torjäger Milivoje Novakovic gerade eine längere Auszeit auf der Anzeigetafel bei der Auflistung der Torschützen nimmt. „Torhüter und Stürmer sind in der einen Woche die Idioten, in der anderen die Superhelden. Das ist auch der Grund, warum vor allem Torhüter ein bisschen krank sind im Kopf.”

50 Gegentore

Defensiv sieht der FC-Trainer seine Mannschaft auf einem besseren Weg - obwohl 50 Gegentore in der bisherigen Bilanz eine andere Sprache sprechen. „Die Abstände zwischen den Spielern sind richtig, die beiden Ketten stehen eng”, glaubt Solbakken den Kardinalfehler aus der Niederlage beim Heimspiel gegen Leverkusen ausgebügelt, als die Kreativspieler des Werkklubs einfach zu viel Platz zwischen den beiden Abwehrriegeln hatten, um sich auszutoben. Ein Fehler, der von Dortmunds Mittelfeld-Drehscheibe sicher übel bestraft werden würde. „Shinji Kagawa nutzt die Zwischenfelder, er ist sehr schnell im Kopf und trifft im Bruchteil einer Sekunde die richtigen Entscheidungen”, lobt Solbakken den Japaner.

Sich nur auf die Defensive zu konzentrieren, dürfte über 90 Minuten auch kein adäquates Rezept gegen Dortmund sein, um ungeschoren über die Runden zu kommen. „Wir müssen kontrolliert offensiv spielen und die richtige Balance finden”, fordert Solbakken - und schickt noch einen Herzenswunsch für das zweite Aufeinandertreffen hinterher: „Ich hoffe, wir können ein guter Gegner sein für den Deutschen Meister.”

Voraussichtliche Aufstellung: Rensing - Brecko, Sereno, Geromel, Eichner - Clemens, Lanig, Riether, Peszko - Podolski, Novakovic
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