Mönchengladbach - Spielt Kruse der Borussia einen Streich?

Spielt Kruse der Borussia einen Streich?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
5262953.jpg
Spielt heute gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber: Freiburgs Max Kruse. Foto: imago/Eibner

Mönchengladbach. Ist ein Bundesliga-Spiel auch ein Duell der Trainer? Messen sich am Samstag nicht nur Borussia Mönchengladbach und der SC Freiburg, sondern auch Lucien Favre und Christian Streich? „Ich selbst bin zwar nicht besonders sexy, aber der SC ist nicht unsexy“, versucht Streich den Blick der Jury verstärkt aufs Sportliche zu lenken.

Er habe seinen Spielern „gesagt, dass es schön ist, wenn wir begehrt sind. Das ist schöner, als wenn sich niemand für uns interessiert.“ Diese blumigen Worte sind nur zu verstehen, wenn man an Streichs „letzte“ Worte denkt, mit denen er beklagte, dass seine Spieler „wie auf dem Viehmarkt gehandelt“ würden.

Wie sexy sind also Lucien Favre und Borussia Mönchengladbach? Ist Max Kruse etwa ein Rindvieh, weil sich der 25-jährige Offensivspieler für den heutigen Gast vom Niederrhein entschieden hat? Gefeilscht werden musste um diesen Stall-Wechsel nicht, da die Option im Vertrag mit dem SC per Ausstiegsklausel verankert ist – ansonsten hätten die Breisgauer Kruse auch nicht vom FC St. Pauli loseisen können.

Seit Mönchengladbach Lucien Favre verpflichtet hat, ist der Sexy-Faktor aber auch für den Traditions-Klub gestiegen. Borussia hat sich eine gute finanzielle Basis erarbeitet, die den bezahlbaren Anspruch eines Fußball-Profis befriedigen kann, und der Schweizer Trainer lockt mit seiner Eigenschaft, Spieler – junge, alte und mittelalte wie Kruse – besser zu machen. Umgekehrt könnte Kruse das Favre-Gebilde tunen. Denn der Noch-Freiburger bringt alle Zutaten mit, die der Schweizer Tüftler benötigt, um seine Mannschaft in eine bessere Form zu verwandeln: Schnelligkeit, gute Technik und Polyvalenz (Vielseitigkeit).

DFB-Preis für den SC-Trainer

Christian Streich ist diese Woche mit dem Trainer-Pries des DFB geehrt worden. „Er ist als Trainer und als Typ eine absolute Bereicherung für den Fußball“, begründete Verbands-Boss Wolfgang Niersbach die Entscheidung. „Dazu vertritt er Werte wie Geradlinigkeit, Kontinuität und Menschlichkeit, die vorbildlich sind.“ Auch Lucien Favre ist ein Typ, aber leiser, höflicher, weniger spektakulär in Wortwahl und medialen Auftritten. Einen Preis hat er in der Saison 2010/2011 verdient, als er das Unmögliche möglich machte und Borussia vor dem Abstieg rettete. Streichs gelobte Geradlinigkeit besitzt er nicht, dazu wägt er zu viel ab, befasst und verstrickt sich mitunter im Für und Wider. So kann man nur hoffen, dass Max Kruse seine Qualitäten auch am Samstag gegen die Mannschaft des Schweizers beweist, um Favre nicht wieder ins Grübeln zu bringen: „Ist er vielleicht doch nicht so stark . . . ?“ Es muss ja nicht gleich ein Siegtreffer gegen Borussia sein.

Den zu verhindern, ist auch Aufgabe von Martin Stranzl, der seine gebrochene Nase mit einer Maske schützen wird. Der österreichische Verteidiger steht für die Forderung Favres, nicht noch mehr gegen die kilometerfressenden Freiburger zu laufen, sondern „richtig zu laufen“. Das ist für den anspruchsvollen Trainer besonders sexy. In puncto Optik lieferte der 55-Jährige vor der Partie auch einen Beitrag: Auf der Pressekonferenz erschien er ungewohnt farbenfroh in einem roten Pullover: Rot steht auch für Aggressivität und Angriff. Unentschieden (11) hat Borussia auch schon genug geholt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert