Spätes Glück dank Heynckes: „Poldi blüht auf”

Von: Klaus Bergmann und Christian Kunz, dpa
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Poldi
Heimkehrer Lukas Podolski konnte eine Niederlage nicht verhindern. Foto: dpa

München. Ein Treffer, zwei Torvorlagen - so gut wie beim Sturmlauf in der zweiten Spielhälfte gegen Leverkusen hat man Lukas Podolski im Bayern-Trikot noch nicht gesehen. Kurz vor der Rückkehr zu seinem geliebten 1. FC Köln scheint der Fußball-Nationalspieler am Ende von drei letztlich verkorksten Jahren doch noch in München anzukommen.

„Poldi blüht auf. Er hat ein Top-Spiel gemacht”, schwärmte Jupp Heynckes nach dem 3:0-Sieg. Bei Manager Uli Hoeneß kam sogar fast ein wenig Wehmut auf: „Schade, dass es so lange gedauert hat. Wenn er immer so gespielt hätte, würde er wahrscheinlich jetzt nicht nach Köln gehen.”

„Jupp Heynckes hat mir das Vertrauen gegeben, in den letzten drei Spielen von Beginn an zu spielen. Und ich denke, ich habe das auf dem Platz zurückgegeben”, erklärte Podolski. Die Statistik belegt das: An sechs der acht Tore in den bislang drei Spielen unter Heynckes war der 23-Jährige beteiligt. Auch Podolski stimmt zu, dass derzeit der beste Poldi in München aufspielt: „So kann man es sagen.”

Es musste wohl erst ein Trainer mit rheinländischen Wurzeln zum FC Bayern kommen, der die empfindsame Seele der rheinischen Frohnatur Podolski zu streicheln weiß. Weil Miroslav Klose verletzt war, redete Heynckes den von Jürgen Klinsmann gedemütigten und zeitweise sogar zum Stürmer Nummer vier degradierten Podolski stark; ähnlich wie es Bundestrainer Joachim Löw bei der Nationalmannschaft macht.

Heynckes schwärmte über Podolskis linken Fuß, beförderte ihn zum Freistoß- und Eckenschützen und zur Stammkraft. „Freude, Sicherheit, Vertrauen” - das habe er Podolski vermittelt, berichtete Heynckes, der am Dienstagabend über den „Straßenfußballer” staunte: „Fußball spielen kann Lukas sowieso, jetzt fängt er auch noch an zu laufen.”

Und wie! Podolski ergänzte sich traumhaft mit Franck Ribéry, legte dem Franzosen und Sturmpartner Luca Toni die ersten Tore auf und belohnte sich mit dem Treffer zum 3:0 selbst. Sogar in der Defensivarbeit verdiente er sich Fleißkärtchen. Podolskis Dank an Heynckes war auch eine Spitze gegen Klinsmann: „Wir als Mannschaft haben uns in den letzten Wochen und letzten Spielen gut nach vorne entwickelt.”

Das kleine Happy-End unter die gescheiterte Bayern-Podolski- Beziehung fehlt freilich noch. Am 23. Mai will Podolski auf dem Münchner Marienplatz zum Abschied die Meisterschale in Händen halten. „Das ist mein Ziel, das habe ich immer gesagt.” Vielleicht müssen die Kölner am selben Tag heilfroh sein, dass Poldis Rückkehr schon im Winter eingetütet worden ist. „Wenn ich etwas länger hier gewesen wäre”, bemerkte Heynckes, „wäre das sicher anders gekommen.”
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