Souverän, aber ohne Effektivität: FC kassiert zweite Pleite in Folge

Von: Roman Sobierajski
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Aggressiv in den Zweikämpfen, dicht gestaffelt und auf den Konter lauernd – so machte Ingolstadt den Kölnern das Leben schwer, so wie hier Caiuby (rechts) gegen Yannick Gerhardt. Foto: sport/v. d. Laage

Köln. „Ingolstadt hat versucht, die Räume eng zu machen und hat auf die eine Aktion gelauert“, sah Kölns Torwart Timo Horn die 90 Minuten von hinten. „Und sie haben es im zweiten Versuch mit einem schönen Tor ja auch geschafft. Im Gegensatz zu uns.“

Von der Mittellinie aus beobachtete Trainer Peter Stöger die 0:1-Niederlage des bisherigen Zweitliga-Spitzenreiters gegen die Mannschaft seines Freundes Ralph Hasenhüttl, die vor der Begegnung auf dem Abstiegs-Relegationsplatz stand. „Souveränität, aber keine Effektivität“, beobachtete der FC-Coach von seiner Zone aus – zu wenig, um eine Mannschaft in die Bredouille zu bringen, die gegen den 1. FC Köln nicht mitspielen will, sondern kompakt in der eigenen Hälfte steht, um dann schnelle Konterangriffe zu fahren.

Ideenlose Angriffe

„Momentan fehlt uns vorne die Durchschlagskraft“, erkannte in der vordersten Reihe Stürmer Patrick Helmes, der aufgrund von Magen-Darm-Problemen unter der Woche nicht zur Startformation gehörte und – fast schon symptomatisch – kurz vor Schluss die Riesengelegenheit zum Ausgleich aus kürzester Distanz verdaddelte.

„Der Ball kommt scharf rein, man weiß nicht wohin und wie hoch“, schilderte der 29-Jährige nach Spielschluss die Situation, „man kann nur seinen Körper in Richtung Ball reinwerfen und hoffen.“ Diese Hoffnung endete in der 86. Minute nach seinem Kopfball aus fünf Metern an der Latte, und damit auch die der 47.000 Zuschauer, dass die Niederlage in Bochum vor 14 Tagen ein einmaliger Ausrutscher war.

Doch der Reihe nach, auch wenn die Geschichte dieses Spiels in wenigen Sätzen erzählt ist. Die Kölner fuhren ihre Angriffe ebenso regelmäßig wie ideenlos gegen das Ingolstädter Abwehrbollwerk, so dass Torchancen im ersten Durchgang ein ganz rares Gut waren, denn viele halbe machen in dieser Disziplin noch lange keine ganze.

Wie es effektiver geht, zeigten die Ingolstädter drei Minuten nach dem Seitenwechsel: Den Schuss von Christian Eigler konnte FC-Torwart Timo Horn noch ausgezeichnet parieren, doch da die Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam, durfte sich auch Moritz Hartmann versuchen und knallte den Ball unhaltbar ins Kölner Gehäuse.

Dass Stöger umgehend reagierte und Helmes als zweiten Stürmer brachte, erhöhte die Chancenzahl für die Hausherren – ein Kopfball von Dominic Maroh nach Eckball ging über das Gehäuse (56.), einen Gewaltschuss von Matthias Lehmann (73.) parierte der glänzend aufgelegte Ingolstädter Torwart Ramazan Özcan per Flugeinlage.

Und schließlich noch die Helmes-Großchance; eine, die Kölns Torjäger stets verlässlich im Kasten unterbringt, wenn man nicht „so eine Phase hat, von der wir wussten, dass sie irgendwann kommen wird“, wie Helmes eingestand, und die sich vielleicht auch schon eine Zeitlang eingenistet hatte.

Doch mit einer blendenden Serie von 13 ungeschlagenen Spielen in Folge fällt halt weniger ins Gewicht, dass der FC in drei der letzten vier Heimspiele ohne eigenen Torerfolg vom Platz ging. „Aber das zieht uns nicht runter“, meinte Timo Horn und kündigte fast trotzig an: „Wir werden gestärkt aus dieser Phase hervorgehen.“

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