Solbakkens Kampf gegen die Statistik

Von: Roman Sobierajski
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Köln. Die Ausgangslage könnte durchaus beruhigender sein vor dem heißen Fight bei eisiger Kälte, den der 1. FC Köln beim 1. FC Kaiserslautern zu bestehen hat: Traditionell hat die Elf vom Rhein bei den Roten Teufeln ähnlich gute Chancen wie ein Schneeball in der Hölle - der letzte FC-Sieg liegt 22 Jahre zurück.

Kölns Überlebensversicherung Lukas Podolski erfährt erst am Montag, ob die Gipsschale schon wieder ab kann, Ersatzmann Chong Tese ist (noch) ein Fall für die Reservebank. Und zu guter Letzt hat sich auch noch FC-Geschäftsführer Claus Horstmann in einem Interview für die Vereinsmitglieder die Ansicht des Sportdirektors zu eigen gemacht: „Volker Finke hat nach dem Wolfsburg-Spiel die für Köln unbestreitbar kritische Flanken-Bilanz bemüht”, erklärte Horstmann.

Da erstaunt es eigentlich nur, mit welcher Souveränität und Gelassenheit Trainer Stale Solbakken mit dem Störfeuer von allen Seiten umgeht - und für sich selbst den eigentlichen Feind ausgemacht hat, landauf, landab Statistik genannt und nur in Köln als Tradition vereinnahmt. „Bei der Flanken-Statistik wird jeder hohe Ball in Richtung gegnerisches Tor gezählt”, wehrt sich der Norweger gegen den ausgemachten Knackpunkt in seiner Taktik, dass die Innenverteidiger nicht ausrücken, um bei der Vermeidung der Flanke zu helfen, sondern für Überzahl in der Box sorgen müssen, um die gegnerischen Flanken zu entschärfen: „Lange Bälle aus dem Halbfeld sind in der Statistik Flankenbälle, für mich sind das Idiotenbälle. Und mit Idiotenbällen bekommt man gegen gute Mannschaften Probleme.” Und die Kritik des Geschäftsführers? „Für mich ist es wichtiger, dass die Spieler verstehen, was ich will. Ich kann meine Sache verteidigen und habe kein Problem damit, wenn einer eine andere Meinung hat.”

Und dann bemüht der 43-Jährige noch die vor ihm aufgereihten Aufnahmegeräte der Journalisten und den Kronkorken einer Wasserflasche als Ball, um das richtige Defensivverhalten plastisch vorzuführen. „Gegen Schalke habe ich 500 mal gepredigt, haltet Körperkontakt zu Huntelaar. Bei dem hat das geklappt, doch dann haben wir Marica vergessen und standen einen Meter von ihm weg. Und gute Teams nutzen so etwas aus.”

Zugleich räumt der Kölner Trainer auch eigene Fehler ein, etwa die Auswechselung von Kevin McKenna gegen Miso Brecko im Schalke-Spiel, „aber ich muss diese Entscheidungen treffen.” Auch der Saisonstart sei stotternd ausgefallen, weil die Spieler „ein Konzeptproblem hatten”. Da folgt dann fast zwangsläufig die Frage nach den üblichen Mechanismen der Branche und der möglichen Entlassung des Trainers. „Diese Frage ist mir vor dem Spiel gegen Kaiserslautern am dritten Spieltag in der Hinrunde auch schon gestellt worden”, antwortete Solbakken fast fatalistisch. „Ich denke, dass ich hier noch Unterstützung habe.”

Voraussichtliche Aufstellung: Rensing - Sereno, McKenna, Geromel, Eichner - Clemens, Lanig, Riet-her, Peszko - Jajalo - Novakovic
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